Börse Tokio
Sorgen um Europa lasten auf Börsen in Asien

Die Tokioter Börse hat am Dienstag unter dem Eindruck der Schuldenkrise in Europa schwächer tendiert. Die Gemeinschaftswährung zeigt sich in Asien trotzdem stark.
  • 0

TokioDie Angst vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise hat am Dienstag die Börsen in Asien belastet. Damit währte die Erleichterung nach der Ernennung neuer Regierungschefs in Italien und Griechenland nur kurz. Zweifel nahmen wieder zu, ob die Politiker in der Lage sein werden, die schmerzhaften Reformen durchzuboxen und das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen. Die Renditen auf Staatsanleihen der angeschlagenen Mitglieder der Euro-Zone legten zu.

„Italien findet keine Käufer, um seine Schulden zu finanzieren und Ängste wegen der hohen Preisvolatilität bei den Bonds sowie Spekulanten drücken die Aktien von Geldhäusern, die stark in Italien engagiert sind. Das macht europäische Finanzinstitutionen, die traditionell als langfristig orientierte Anleger gelten, vorsichtig bei Käufen“, sagte Takashi Nakagawa von Daiwa Capital Markets. „Es ist zu früh, um optimistisch zu sein“, führte Anlagestratege Seiki Orimi von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities an.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 8541 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 0,7 Prozent nach auf 730 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Australien, Singapur, Taiwan, Südkorea, Shanghai und Hongkong verzeichneten Verluste. In Seoul lagen vor allem Finanzwerte im Minus. Entgegen des Trends legten die Papiere von LG Display zu. Berichten zufolge trifft sich der Unternehmenschef mit Tim Cook von Apple. Beobachter gehen deshalb von neuen Lieferverträgen aus.

In Japan standen vor allem die Finanztitel im Mittelpunkt. Sumitomo Mitsui Financial kündigte einen Aktienrückkauf an und trieb damit ihren Kurs um 1,4 Prozent nach oben. Die Anteilsscheine der Konkurrenten Mitsubishi UFJ Financial und Mizuho Financial stagnierten in dem negativen Marktumfeld. Mizuho hatte am Montag angekündigt, 3000 Stellen zu streichen. Das entspricht rund fünf Prozent der Belegschaft. Die Aktien des angeschlagenen Kameraherstellers Olympus blieben vom Handel ausgesetzt. Das Unternehmen hat über Jahrzehnte Verluste aus Wertpapier-Geschäften verheimlicht und falsch verbucht. Noch scheint unklar, ob der Konzern seine Börsennotiz verliert.

Der Euro hat sich am Dienstag im fernöstlichen Devisenhandel stabil präsentiert. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3608 Dollar. Devisenstratege Junya Tanase von JPMorgan in Tokio äußerte die Einschätzung, dass der Euro zur US-Währung und zum Yen unter Druck bleiben werde. Das von einer Schuldenkrise erschütterte Europa habe derzeit wenig Grund zum Optimismus, sagte Tanase.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Sorgen um Europa lasten auf Börsen in Asien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%