Börse Tokio
Sorgen um Spanien belasten Aktien in Asien

Die Anleger schauen erneut mit Sorge auf Europa. Darunter leiden besonders Aktien von Unternehmen, die nach Europa exportieren. Der Nikkei-Index schließt 0,75 Prozent tiefer.
  • 0

TokioDie Angst vor einer Verschärfung der Schuldenkrise in Spanien hat am Dienstag die Aktienmärkte in Fernost nach unten gezogen. Nachdem zum Wochenbeginn der Nikkei-Index in Tokio nach dem Wahlsieg der griechischen Sparbefürworter noch ein Ein-Monatshoch erreicht hatte, verpuffte die Erleichterung rasch wieder. In den Vordergrund rückten dagegen die in dieser Woche anstehenden Anleiheverkäufe von Spanien. Bereits am Montag stieg die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen auf 7,2 Prozent und damit den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Auch die Rendite für italienische Bonds zog wieder an.

In Japan schloss der Nikkei-Index am Dienstag 0,75 Prozent tiefer mit 8655 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,56 Prozent auf 734 Stellen nach. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans notierte nahezu unverändert. Den dritten Tag in Folge lag als einzige die Börse in Singapur im Plus. Nach unten gingen die Kurse dagegen in Shanghai, Hongkong und Taiwan. Auch an den US-Börsen war zuvor die Erleichterung über den Wahlausgang in Athen schnell verflogen.

"Der Anstieg bei den spanischen Kreditkosten zeigt sehr klar, dass den Staats- und Regierungschefs die Zeit für eine Lösung der Kise in der Euro-Zone wegrennt", sagte Michiyoshi Kato von der Mizuho Corporate Bank. Auch Teppei Ino von der Tokio-Mitsubishi UFJ-Bank sieht die Sorgen um Spanien als Hauptgrund für die fallenden Kurse: "Seit drei, vier Wochen bereitet Spanien Kopfzerbrechen. Die Wahlen in Griechenland haben geholfen, eine größere Katastrophe zu vermeiden, aber sie konnten die Nöte in Spanien nicht wegwischen." Im Blickpunkt der Investoren steht der spanische Bankensektor, der nach dem Willen der Regierung in Madrid internationale Hilfen erhalten soll.

Auch bei den Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wächst die Ungeduld wegen der Euro-Krise. Europa müsse "alle notwendigen politischen Maßnahmen" ergreifen, um die seit mehr als zwei Jahren andauernden Probleme in den Griff zu bekommen, forderte die G20 in einem Kommunique-Entwurf beim Gipfeltreffen im mexikanischen Los Cabos. Der Euro notierte stabil bei 1,2590 Dollar.

Am Aktienmarkt in Tokio gab es vor allem Kursverluste bei den Stahlherstellern. US-Konkurrent AK Steel kündigte an, dass der Gewinn im zweiten Quartal unter den Erwartungen der Experten liegen werde.

Die Erleichterung über den Wahlsieg der griechischen Sparbefürworter ist am Montag an der Wall Street rasch verpufft. Zwar nahm mit dem Sieg der Konservativen über die Linksradikalen die Angst am Markt vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ab. Die Furcht vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Spanien und Italien rückte aber wieder in den Blickpunkt der Anleger und drückte auf die Stimmung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 12.741 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.696 und 12.781 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,1 Prozent auf 1344 Stellen zu. Der Index der technologielastigen Nasdaq stieg nach schwachem Auftakt unterstützt von Kursgewinnen bei Apple, Google und Facebook um 0,8 Prozent auf 2895 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 6.248 Punkten aus dem Handel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Börse Tokio: Sorgen um Spanien belasten Aktien in Asien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%