Börse Tokio
Starke Verluste am japanischen Aktienmarkt

Anleger in Tokio werfen Exportwerte wie Toyota und Honda auf den Markt, da der Yen jüngst wieder deutlich stärker geworden ist. Der Nikkei-Index fällt mehr als zwei Prozent.
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TokioNach der jüngsten Rally haben Anleger in Fernost am Mittwoch Kasse gemacht und die asiatischen Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Viele Marktteilnehmer erwarteten, dass die US-Notenbank Fed ihre ultralockere Geldpolitik schon früher drosseln könnte als bislang angenommen.

"Das könnte noch in diesem Jahr, Ende des Monats passieren. Deshalb sind die Anleger vorsichtig und nehmen Gewinne mit", sagte ein Händler. Zudem hielten sich viele Investoren vor dem für Freitag angesetzten US-Arbeitsmarktbericht zurück.

In Tokio verlor der Leitindex Nikkei 2,2 Prozent auf 15.407 Punkte. Am Tag zuvor hatten Spekulationen über zusätzliche Hilfen zur Ankurbelung der japanischen Wirtschaft den Index noch auf den höchsten Stand seit sechs Jahren getrieben. Ein festerer Yen machte vor allem Exportwerten zu schaffen. So verloren die Aktien von Honda, Mazda, Toyota und dem Apple-Zulieferer Nitto Denko zwischen 1,6 und 3,2 Prozent an Wert.

Auch in vielen anderen asiatischen Ländern hielten sich die Investoren zurück. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,5 Prozent nach. Eine Ausnahme machte der Aktienmarkt in Shanghai: Die Aussicht auf Reformen in China ließen den Index rund 1,3 Prozent nach oben klettern.

Das von der japanischen Regierung geplante Konjunkturpaket soll Kreisen zufolge insgesamt 134 Milliarden Euro umfassen. Die Maßnahmen über 18,6 Billionen Yen sollten am Donnerstag von der Regierung abgesegnet werden, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch. Kernstück seien Hilfen über 39 Milliarden Euro. Damit will Japan seiner Wirtschaft vor der für das kommende Jahr geplanten Anhebung der Mehrwertsteuer Schub geben.

Die Gesamtsumme umfasse nicht nur Ausgaben der Zentralregierung sondern auch von Regionalregierungen, sagten die Personen weiter. Mit den Maßnahmen solle die Wettbewerbsfähigkeit erhöht und der Wiederaufbau nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 vorangetrieben werden. Zudem seien Gelder für den Aufbau der Infrastruktur für die Olympiade 2020 in Tokio vorgesehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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