Börse Tokio
Starker Yen, schwacher Nikkei

Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Freitag uneinheitlich präsentiert. Während die chinesischen Börsen zulegten, drückten Gewinnmitnahmen vor allem die Kurse an der Tokioter Börse.
  • 0

HB TOKIO. Auch der starke Yen belastete hier weiter. Zudem hielten sich viele Anleger vor den im Tagesverlauf anstehenden Daten zum US-Arbeitsmarkt zurück, sagten Analysten. Diese könnten ein Indiz dafür liefern, ob die US-Notenbank (Fed) bereits bei ihrem kommenden Treffen am 2. und 3. November den Geldhahn weiter aufdrehen werde.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Prozent im Minus bei 9588 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 0,8 Prozent auf 839 Zähler. Die Aktienmärkte in Südkorea, Taiwan und Singapur verbuchten leichtere Verluste. Dagegen notierte die Börse in Hongkong ein Plus von 0,8 Prozent. Der chinesische Leitindex an der Börse in Shanghai legte sogar 3,2 Prozent zu. Nach einer Ferienwoche wegen Nationalfeierlichkeiten holte der Index damit Gewinne an anderen Börsen der Welt nach. Zudem gaben höhere Rohstoffpreise den Aktien von Metall- und Bergbauunternehmen Auftrieb.

Der Markt in Tokio litt erneut unter dem Höhenflug des Yen. "Wegen des Yen-Anstieg gibt es eindeutig einen hohen Druck auf die Kurse", sagte Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities. Am Markt werde darauf gewartet, ob Japan auch nach dem Finanzminister-Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) am Devisenmarkt intervenieren werde. Sollte der Yen nach dem G7-Treffen an diesem Freitag in Washington weiter steigen und die US-Börsen nachgeben, könnte dies den Nikkei in der kommenden Woche gehörig unter Druck setzen.

Zu den Verlierern gehörten vor allem Exportwerte wie der Elektronikkonzern Toshiba, dessen Titel zwei Prozent nachgaben. Die Papiere von Elpida Memory legten dagegen nach anfänglichen Verlusten um mehr als fünf Prozent zu. Wie Reuters aus Kreisen erfuhr, plant der Chipkonzern die Emission einer Wandelanleihe. Auch die Aktien von Panasonic stiegen mit 3,4 Prozent deutlich. Der Konzern hatte zuvor mitgeteilt, auf eine Kapitalerhöhung zu verzichten und stattdessen auf andere Mittel zur Finanzierung von Milliarden-Übernahmen zurückzugreifen.

Die US-Börsen hatten am Vorabend uneinheitlich geschlossen: Während der Leitindex Dow Jones leicht nachgab, legten die an der Nasdaq gelisteten Werte geringfügig zu.

Kommentare zu " Börse Tokio: Starker Yen, schwacher Nikkei"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%