Börse Tokio
S&P-Warnung drückt asiatische Märkte

Die Warnung der Ratingagentur Standard and Poor's an die USA hat die japanischen Aktienmärkte am Dienstag belastet. Der Nikkei-Index fiel um mehr als ein Prozent. Auch der Euro verliert in Asien.
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TokioDie Warnung der Rating-Agentur S&P vor einer möglichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA hat die asiatischen Börsen am Dienstag belastet. Standard & Poor's drohte dem weltgrößten Schuldner am Tag zuvor überraschend mit einem Entzug der Bonitäts-Bestnote "AAA". Die Stimmung in Tokio wurde zudem von Sorgen belastet, dass Produktionsausfälle nach dem Erdbeben in Japan die Quartalsergebnisse der Unternehmen belasten könnte. Der Euro und der Dollar verloren leicht an Wert gegenüber dem Yen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel 1,21 Prozent niedriger bei 9441 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,05 Prozent auf 827 Zähler.

Auch die Börsen in Taiwan und Hongkong sowie die Märkte in Singapur und Südkorea lagen im Minus.

Die wegen der Schuldenkrise in Griechenland ohnehin schon vorsichtigen Märkte wurden durch die S&P-Warnung für die USA zusätzlich verunsichert. Die Analysten der Rating-Agentur senkten den Ausblick für die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit auf "negativ" von zuvor "stabil". Die Kreditwächter begründeten dies mit der Gefahr, dass sich die Politiker in Washington nicht auf einen Kurs zur Reduzierung des ausufernden Schuldenberges einigen können.

Angesichts der Schuldenkrise in Europa und den USA schreckten die Anleger in Tokio vom Risiko zurück. Die S&P- Herabstufung könnte den japanischen Handel kurzfristig wegen der Sorgen über einen stärkeren Yen beeinträchtigen, sagte Analyst Makoto Nagahori von Instinet. "Aber der langfristige Effekt sollte begrenzt sein", fügte er hinzu. Der Euro und der Dollar erholten sich jedoch gegenüber dem Yen im Verlauf des Tokioter Handels wieder und tendierten zum Börsenschluss in Tokio nur noch leicht im Minus, nachdem die Währungen zu Beginn deutlich gefallen waren. Zur US-Währung verlor der Euro leicht an Wert und tendierte bei 1,4222 Dollar.

Bei den Einzeltiteln standen Aktien der Halbleiterbranche im Fokus der Anleger, nachdem der US-Chipherstellers Texas Instruments am Montag nach New Yorker Börsenschluss ein enttäuschendes Quartalsergebnis vorgelegt hatte. Höhere Kosten durch Produktionsausfälle und Reparaturleistungen nach dem Beben in Japan belasteten das Ergebnis. Aktien von Advantest verloren 3,2 Prozent, die Titel von Tokyo Electron gaben um knapp zwei Prozent nach. "Es wird noch mehr Branchen in den USA geben, die vom Erdbeben im März betroffen sind, wie etwa die Autoindustrie", sagte Analyst Tsuyoshi Kawata von SMBC Nikko Securities. Besonderes Augemerk legten die Investoren auf Apple, fügte er hinzu. Der Hersteller von iPhone und iPad könnte diese Woche Hinweise darauf geben, inwieweit die Japankrise seine Gewinnmarge unter Druck setzen könnte.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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