Börse Tokio
Syrienkrise hilft Aktien in Asien

Der Nikkei-Index setzte am Dienstag seine Gewinnserie fort. Experten machten dafür den Olympia-Zuschlag und die überraschende Entspannung im Syrien-Konflikt verantwortlich.
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TokioNeue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts sowie gute Konjunkturdaten aus China haben den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag Auftrieb gegeben. Russland schlug vor, das Chemiewaffen-Arsenal der Regierung in Damaskus unter internationale Kontrolle zu stellen, um einen US-Militärschlag doch noch zu verhindern.

US-Präsident Barack Obama kündigte an, den Vorstoß zu prüfen. Der Ölpreis gab 0,9 Prozent nach auf 108,6 Dollar. Für die Aktienmärkte sind das positive Nachrichten, weil die asiatischen Länder massiv Öl einführen müssen und so von einem niedrigeren Preis profitieren.

Der MSCI-Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans legte 1,2 Prozent zu auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Alle Aktienmärkte lagen im Plus. In Tokio stieg der Nikkei um 1,5 Prozent auf 14.423 Punkte. Die Vergabe der olympischen Spiele 2020 an Tokio beflügelte weiter die Stimmung.

Die Investoren hoffen darauf, dass die nötigen Investitionen in neue Sportstätten und Hotels die Wirtschaft in Schwung bringen und letztlich die lähmende Deflation beenden. "Wir sehen heute eine Fortsetzung der Euphorie von gestern", sagte Stefan Worrall von Credit Suisse in Tokio. Besonders Baufirmen und Reiseunternehmen standen auf der Einkaufsliste. Viele internationale Investoren hielten sich aber nach wie vor zurück.

In China gewann der CSI300 0,4 Prozent, der SSEC in Shanghai legte ebenfalls 0,4 Prozent zu. Die Aktienmärkte profitierten von den Aussichten auf eine Konjunkturbelebung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Industrieproduktion legte im August stärker zu als erwartet, die Einzelhändler steigerten ihre Umsätze deutlich. Damit mehren sich die Anzeichen, dass eine allzu starke Abkühlung vermieden werden kann.

In den Hintergrund rückten Spekulationen, dass die US-Notenbank (Fed) ihre Staatsanleihenkäufe schon in diesem Monat einschränken könnte. Dabei spielt die immer noch schwierige Lage am Arbeitsmarkt eine Rolle: Experten rechnen nicht damit, dass die Käufe stark zurückgefahren werden.

Von Reuters befragte Fachleute halten es inzwischen für wahrscheinlich, dass das Volumen der Ankäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich um lediglich zehn Milliarden Dollar reduziert wird. Die Aussicht auf eine etwas straffere Geldpolitik in den USA hatte zuletzt zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten der Schwellenländer geführt.

Der Autobauer Toyota muss in den USA 780.000 Fahrzeuge ein zweites Mal in die Werkstätten zurückrufen, weil eine Achs-Reparatur nicht ordentlich durchgeführt wurde. Bei den Lexus-Limousinen und den Geländewagen vom Typ RAV4 könne es an der Hinterachse zu Problemen kommen, die auch einen Unfall verursachen könnten, teilte Toyota am Montag mit. Die Autos seien deswegen schon vor einem Jahr in die Werkstätten zurückgerufen worden. Doch seien damals bestimmte Muttern möglicherweise nicht ausreichend festgezogen worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Tokio: Syrienkrise hilft Aktien in Asien"

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  • @Bosch: Wie erwartet nur plumpes Gerede ohne Inhalt und eigene Vorschlaege. "Typisch Deutsch" koennte man sagen:

    "Alles ist schlecht und alle werden verlieren. Wie man es besser machen kann weiss ich nicht aber alles ist eine Katastrophe".

    Tom
    (lebe seit 10 Jahren in Japan und schaeme mich manchmal Deutscher zu sein).

  • Bleibe pessimistisch wg. des exorbitanten Umfangs des Gelddruckens, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
    Ist schliesslich Japans letzte Chance. Sonst gehts unweigerlich vollends den Bach runter und die Finanzwelt hätte ein gigantisches Problem mehr (Lehmann hoch drei).

  • @Bosch
    Wie gesagt, 'Abenomics' besteht aus drei Massnahmen, nicht nur einer. Deshalb die japanische Bezeichnung 'Politik der Drei Pfeile': 1. Druck auf die Bank of Japan ein unglaublich aggressives 'Moetary Easing' (Gelddrucken) durchzufuehren mit dem Ziel 2% Inflation um 2% realem GDP Wachstum (4% nominal) zu erreichen; 2. eine verstaerkte Politik des Geldausgebens durch den oeffentlichen sektor: Investitionen in Infrastruktur und Forschung; 3. ein Reformprogramm um private Investitionen in die Wirtschaft zu erreichen (Gruender und mittelstaendige Firmen staerken, welche in Japan eher unueblich sicng verglichen mit der Grossindustrie).

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