Börse Tokio
US-Haushaltsstreit und Italien belasten Aktien in Asien

Die Aktienkurse in Japan fallen deutlich zurück. Ein weiterer Grund für den Rückschlag ist die japanische Industrieproduktion, die im August wieder gefallen ist.
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TokioDer ungelöste US-Haushaltsstreit und die Regierungskrise in Italien haben am Montag die Aktienmärkte in Fernost belastet. Auf die Stimmung drückten außerdem neue Konjunkturdaten aus China. Diese zeigten, dass die Industrie in der Volksrepublik wegen einer schwächeren inländischen Auftragslage im September nicht so stark zulegte wie zunächst angenommen. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 1,3 Prozent. In Tokio ging der Leitindex Nikkei mit einem Minus von knapp 2,1 Prozent bei 14.455 Punkten aus dem Handel.

Vor allem der Streit über den US-Haushalt zwischen Demokraten und Republikaner trieb Investoren um. Am Wochenende hatten sich die Fronten massiv verhärtet - und das, obwohl den Kongresspolitikern nur noch wenige Stunden Zeit bleiben, bis in den Vereinigten Staaten am Dienstag das neue Haushaltsjahr beginnt.

Gelingt bis dahin keine Lösung, müssen weite Teile der Regierung schließen, weil ihnen vorerst so gut wie kein Geld mehr zur Verfügung stehen. Eine Folge wäre auch, dass das Arbeitsministerium seinen für Freitag vorgesehenen monatlichen Arbeitsmarktbericht nicht veröffentlichen würde.

Zugleich würden die Aussichten sinken, dass es im Streit um die Erhöhung der Schuldenobergrenze ebenfalls keine baldige Lösung geben wird. Damit droht die weltgrößte Volkswirtschaft etwa Mitte Oktober zahlungsunfähig zu werden.

Hinzu kam die politische Entwicklung in Italien. Dort hatte Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi Minister aus seiner Partei dazu gebracht, aus dem Kabinett auszutreten. Regierungschef Enrico Letta will nun am Mittwoch die Vertrauensfrage stellen. In Japan will Ministerpräsident Shinzo Abe sich zudem am Dienstag zu den Wachstumsaussichten und Steuerplänen äußern.

Diese Unsicherheiten hätten Anleger veranlasst, Gewinne einzustreichen, sagte Analyst Kyoya Okazawa von BNP Paribas in Tokio. Viele Investoren zogen es zudem vor, in vermeintlich sicherere Häfen zu investieren, wie etwa dem Schweizer Franken oder dem Yen. Der Anstieg der japanischen Währung zum Dollar und zum Euro belastete wiederum exportabhängige Titel, wie Toyota oder Honda, die jeweils mehr als zweieinhalb Prozent an Wert verloren.

Japans Industrieproduktion ist im August wieder gefallen. Das Minus belief sich im Vergleich zum Vormonat auf 0,7 Prozent, wie aus Daten des Wirtschaftsministeriums am Montag hervorging. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Im Juli hatte die Industrieproduktion noch um 3,4 Prozent zugelegt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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