Börse Tokio
Warten auf die Notenbanken

Die Börse in Tokio zeigt sich vor dem US-Zinsentscheid kaum verändert. Einige Aktien legen trotzdem kräftig zu. Eine Finanzspritze der chinesischen Notenbank stützt die Kurse der Banken.
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Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) haben die Aktienmärkte in Fernost am Mittwoch mehrheitlich zugelegt. Der MSCI-Index für die Asien-Pazifik-Region ohne Japan gewann 0,6 Prozent nach mehreren Tagen mit Verlusten. Der Tokioter Leitindex Nikkei gab dagegen 0,1 Prozent auf 15.888 Punkte nach. Anleger hielten sich Händlern zufolge zurück vor dem Fed-Entscheid, der am Abend (MESZ) bekanntgegeben werden soll. Spekulationen, die Fed werde die Zinswende doch nicht früher einleiten als zuletzt erwartet, hatten zuvor für Auftrieb an den New Yorker Börsen gesorgt.

Im Fokus stand vor allem ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach die US-Notenbank ihre Wortwahl beibehalten wird, den Leitzins noch eine erhebliche Zeit lang nahe Null zu halten. Viele Beobachter hatten zuletzt erwartet, dass die Fed diese Formulierung streicht und damit eine Zinsanhebung näher rückt. Neue Konjunkturdaten deuteten dann aber darauf hin, dass die Notenbanker nicht unter verstärktem Zeitdruck stehen, eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik einzuleiten.

Eine klare Ankündigung über den Zeitpunkt der Zinserhöhung würde dazu beitragen, im Markt die Unsicherheit zu lindern, sagte Analyst Castor Pang von Core Pacific-Yamaichi in Hongkong. Seit Wochen wird an den Finanzmärkten darüber spekuliert, ob die Fed die Zinswende Mitte 2015 oder früher einläutet.

In Shanghai gab der Index trotz eines Medienberichts über eine milliardenschwere Konjunkturspritze durch die chinesische Zentralbank leicht nach. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf einen Bankmanager, den fünf großen Kreditinstituten des Landes würden jeweils 100 Milliarden Yuan (12,6 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt. Diese sollten das Geld dann zur Stützung der Wirtschaft an Unternehmen weiterreichen.

Die Aktien der in Hongkong gelisteten fünf führenden chinesischen Geldhäuser legten daraufhin um jeweils mehr als ein Prozent zu. Auch der Hongkonger Index lag rund ein Prozent im Plus. Zuletzt hatten unerwartet schwache chinesische Konjunkturdaten die Anleger an den Finanzmärkten beunruhigt.

An den Devisenmärkten lag der Euro in Fernost im Vorfeld des US-Zinsentscheids bei 1,2945 Dollar. Zur japanischen Währung wurde der Dollar ebenfalls wenig verändert mit 107,18 Yen gehandelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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