Börse Tokio
Yen fällt, Nikkei steigt

Der japanische Yen hat gegen den Dollar verloren. Das ist gut für die Börse in Tokio. Vor allem Exportwerte profitieren. Die Nachricht vom Scheitern der Verhandlungen über Griechenland lässt Gewinne jedoch abschmelzen.
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TokioDie Schuldenprobleme in Europa und den USA haben am Mittwoch die Börsen in Asien belastet. Eine Ausnahme war der Markt in Tokio, der von Kursverlusten des Yen angetrieben wurde. An den meisten Handelsplätzen herrschte aber Ernüchterung, nachdem sich die Euro-Finanzminister nicht auf eine Lösung für die Finanzprobleme Griechenlands einigen konnten. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden. Die Hängepartie um Griechenland setzte auch den Euro unter Druck, der auf 1,2757 Dollar abrutschte.
Die Märkte hätten auf eine Einigung der Eurogruppe gesetzt, sagte Yuji Saito von Credit Agricole in Tokio. Dass es dazu nun doch nicht gekommen sei, zeige die Schwierigkeiten, in der Euro-Krise politischen Konsens zu erzielen. "Aber nach meinem Gefühl ist das eine typische Polit-Show der Europäer, und eine Vereinbarung wird dann doch erzielt", sagte Saito.
Für einen Dämpfer sorgten außerdem Äußerungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke, der die Politik zu einer schnellen Lösung im Haushaltsstreit drängte. Die Notenbank verfüge nicht über die Mittel, um den Schaden zu beheben, den die sogenannte Haushaltsklippe mit sich bringen würde, machte Bernanke deutlich. Die automatischen Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen im kommenden Jahr - falls sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Haushalt einigen - könnten die US-Wirtschaft schwer treffen. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum mit Ausnahme Japans gab 0,2 Prozent nach.

Aufwärts ging es dagegen in Tokio. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,9 Prozent im Plus bei knapp 9223 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,7 Prozent auf 767 Punkte. Angekurbelt wurde die japanische Börse durch die Kursverluste der heimischen Währung, die die Exportaussichten der Unternehmen verbessern. Der Yen rutschte gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten, weil viele Anleger davon ausgehen, dass die japanische Notenbank nach der Parlamentswahl im Dezember zu einer aggressiveren Stimulierung der Konjunktur gedrängt wird.
Aktien aus der Autobranche legten im Schnitt um 2,5 Prozent zu. Toyota gewannen 2,2 Prozent, Honda 3,2 Prozent. Zu den Gewinnern gehörte auch der Mobilfunk-Konzern Softbank, dessen Aktien nach einer Empfehlung von JP Morgan drei Prozent zulegten.

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