Börse Tokio
Yen-Schwäche treibt Exportwerte

Der japanische Aktienmarkt verzeichnet starke Gewinne. Die Hoffnung, dass eine neue Regierung die Geldpolitik lockere, hilft vor allem den Aktien von Autoherstellern.
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TokioDie Aussicht auf einen Regierungswechsel hat am Donnerstag den japanischen Aktienmarkt beflügelt. Investoren setzen darauf, dass der in Meinungsumfragen führende Oppositionsführer Shinzo Abe die für Mitte Dezember geplanten Neuwahlen gewinnt und mit aggressiven Konjunkturstützen gegen den Wirtschaftsabschwung und die Deflation vorgehen wird. Erwartet wird dann vor allem eine weitere geldpolitische Lockerung, was den Kurs des Yen drückte und damit zugleich den Aktienkursen exportorientierter Unternehmen Auftrieb gab.

"Die Börse begrüßt Abes Äußerungen zu weiteren Lockerungen und schaltet auf Kaufen um", sagte Chisato Haganuma von Mitsubishi UFJ Securities. "Der Aktienmarkt ist kein Fan von Unsicherheit und bekommt durch diese Äußerungen den Eindruck, dass es mehr Klarheit gibt, was das politische Klima in diesem Land angeht." Der Aktienstratege Shun Maruyama von BNP Paribas sagte: "Auf kurze Sicht können wir optimistisch sein, was den Nikkei angeht, und pessimistisch, was den japanischen Yen betrifft."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,9 Prozent im Plus auf knapp 8830 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,1 Prozent auf fast 738 Punkte. Toyota-, Honda- und Canon-Papiere notierten je rund fünf Prozent höher. Gegen den Trend stürzte die Aktie des Elektronikkonzerns Sony um rund neun Prozent ab. Das Unternehmen kündigte die Ausgabe von Wandelanleihen im Volumen von 1,9 Milliarden Dollar an. Die Mittel sollen zu einem Drittel in den von einem Skandal erschütterten Kamera- und Medizingerätehersteller Olympus investiert werden.

An anderen asiatischen Börsen ging es bergab. Händlern zufolge folgten sie der Wall Street, wo der US-Haushaltsstreit weiter auf die Stimmung drückt. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum mit Ausnahme Japans gab ein Prozent nach.

An den Devisenmärkten in Fernost fiel der Yen auf ein Sechseinhalbmonatstief, der Dollar kletterte auf 80,83 Yen. Der Euro tendierte zur US-Währung behauptet mit 1,2743 Dollar.

Die regierende Kommunistische Partei Chinas hat eine neue Führung. Zum Nachfolger des bisherigen Parteichefs Hu Jintao wurde am Donnerstag wie erwartet Vize-Präsident Xi Jinping ernannt. Im März kommenden Jahres soll er von Hu auch das Präsidentenamt übernehmen. Neben Xi gehört dem Ständigen Ausschuss des Politbüros, dem mächtigsten Parteigremium, auch Vize-Regierungschef Li Keqiang an. Er wurde als Nachfolger von Ministerpräsident Wen Jiabao benannt.

Xi betonte bei der Vorstellung der neuen Führung, er wolle an der Politik der Vorgänger festhalten. Der Reformkurs und die Öffnung des Landes würden fortgesetzt. Als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Partei nannte Xi die Bekämpfung der Korruption.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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