Börse Tokio
Zinssenkung lässt den Nikkei kalt

Die Anleger an den japanischen Börsen haben ihre Zinssenkung bekommen, die Bank of Japan nahm ihren Leitzins auf 0,1 Prozent zurück. Doch die Ernüchterung folgte schnell: Neue Sorgen um die Autohersteller und schlechte Vorgaben aus den USA überlagerten den positiven Effekt der Zinsentscheidung.

HB TOKIO. Eine Zinssenkung der Bank of Japan hat am Freitag den Anstieg des japanischen Yen gebremst. Dem Aktienmarkt in Tokio gab der Beschluss allerdings nur wenig Aufwind. Zwar löste sich der Nikkei-225-Index von seinen Tagestiefs und drehte kurzzeitig sogar ins Plus. Mit 8 588 Punkten ging der Index schließlich aber doch 0,9 Prozent schwächer aus dem Handel als am Vortag. Gebremst wurde der Nikkei von schlechten Vorgaben aus den USA, wo der Dow-Jones-Index 2,5 Prozent auf 8 605 Punkte nachgegeben hatte.

Die Bank of Japan senkte den Leitzins von 0,3 auf 0,1 Prozent, den Lombardsatz reduzierte die Notenbank von 0,5 auf 0,3 Prozent. Die japanischen Währungshüter, die mit sieben zu eins Stimmen für die Leitzinssenkung stimmten, folgten mit ihrem Schritt der US-Notenbank Fed, die am Dienstag die Zinsen auf faktisch Null heruntergestuft hatte. Außerdem beschloss die Notenbank weitere Maßnahmen um die Lage am Kreditmarkt zu entspannen. Die wirtschaftliche Situation in Japan, das sich wie Deutschland und die USA in einer Rezession befindet, werde sich weiter verschlechtern, erklärte die Bank of Japan.

Der Yen pendelte sich nach der Zinsentscheidung bei Kursen um 89,30 Yen je Dollar ein. Damit war er rund zwei Yen billiger als auf dem diese Woche erreichten Jahreshoch, das gleichzeitig der höchste Stand seit mehr als 13 Jahren war. Den exportorientierten Unternehmen, die unter dem starken Yen leiden, half die Erholung allerdings kaum.

Insbesondere im Autosektor überlagerten schlechte Nachrichten den leicht positiven Effekt am Devisenmarkt. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Nikkei" könnte der führende japanische Autobauer Toyota Motor das laufende Geschäftsjahr erstmals mit einem operativen Verlust beenden. Grund seien die nachlassende Nachfrage und der starke Yen. Seit der ersten Veröffentlichung seiner Bilanzzahlen im Jahr 1940 hat Toyota noch nie einen Verlust im operativen Geschäft verbucht. Die Aktie von Toyota gab nach dem Bericht 1,7 Prozent nach. Auch die Titel der Konkurrenten Honda und Nissan sackten weiter ab. Lediglich Mazda-Aktien legten mit einem Plus von vier Prozent kräftig zu.

Auf der anderen Seite des Marktes konnten Finanzwerte ihre Gewinne der Vortage ausweiten. Die Aktien von Nomura gewannen fünf Prozent, Titel von Mitsubishi UFJ gewannen fast vier Prozent.

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