Börsen Asien: Asiens Märkte halten Trump die Treue

Börsen Asien
Asiens Märkte halten Trump die Treue

Donald Trump blieb auf seiner Pressenkonferenz Details über seine Wirtschaftspolitik schuldig. Der Dollar fiel daraufhin. Dies bekam als erstes Japans Börse zu spüren. Aber noch hält der Glaube an die Trump-Rally.
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TokioDonald Trumps Pressekonferenz perlte nicht an den Finanzmärkten ab. Aber die Trump-Rally ist weiterhin nicht gebrochen. Dies ist die Botschaft der japanischen Börse, die als erster großer Finanzplatz der Welt auf Trumps Rede reagierte. Dabei begann der Handelstag mit einem Dämpfer.

Nach Trumps Auftritt fiel der Kurs des US-Dollars um mehr als ein Prozent gegenüber dem Yen. Ein Grund war in den Augen der Wirtschaftszeitung Nikkei, dass Trump einige Versprechen nicht erwähnt hatte, zum Beispiel Steuersenkungen und Investitionen. Der Nikkei-225-Aktienpreisdurchschnitt sank daraufhin in den ersten 30 Minuten um 1,1 Prozent. Denn ein stärkerer Yen die Gewinne von Japans Exportfirmen drückt.

Danach erholten sich die Kurse leicht. Der Nikkei ging letztlich mit 19 192 Yen 0,9 Prozent leichter als am Mittwoch in die Mittagspause. Auch in anderen asiatischen Märkte herrschte Ruhe. Südkoreas Kospi-Index stieg um 0,3 Prozent auf 2 079,85 Punkte, der Shanghai Composite Index bis 11 Uhr Ortszeit um 0,2 Prozent auf 3 141,14 Punkte. Der Dollar wurde um 11.4 Uhr in Tokio mit 114,68 Yen gehandelt, 1,2 Prozent schwächer als am einen Tag zuvor. Der Euro gab um 0,8 Prozent auf 121, 60 Yen nach.

Die Trump-Rally ginge weiter, urteilt Tatsushi Maeno von Okasan Asset Management. Allerdings erwartet er, das Pharmaaktien leiden. Denn Trump hatte harte Preisverhandlungen für Medikamente in den USA angekündigt. Kunio Mitsui, ein Fundmanager mit Aizawa Securities, glaubt sogar, dass die Aktien am Donnerstag im Plus schließen könnte. Die wirtschaftlichen Grundlagen in den USA seien gut, sagte er der Wirtschaftszeitung Nikkei.

Die Frage ist damit weiterhin, wie lange Erwartungen an Trump die Hausse beflügeln können. Schon bereiten die Strategen Japans Anleger auf eine Achterbahnfahrt vor. Und so wäre niemand überrascht, wenn die der US-Dollar und die Aktien stärker sinken würden.

So traut die Investmentbank Nomura dem Nikkei noch einen Anstieg auf 22 000 Yen zu, bevor die Trumpblase platzt. Doch ab diesem Frühjahr erwarten die Auguren ein Fall des Nikkei auf 17 000 Yen bis August, bevor sich der Wind wieder dreht und der Nikkei auf bis zu 21 000 Yen steigt.
Allerdings könnte es auch härter kommen. Die UBS sagt voraus, dass der Höhenflug des US-Dollars nur kurzlebig ist und Amerikas Währung bis Ende des Jahres auf 105 Yen fallen könnte. Und die Erfahrung lehrt, dass die Aktienkurse ohne den Rückenwind vom Devisenmarkt schwer tun.

Ein möglicher Bruchpunkt ist die Handelspolitik. Trump kündigte schon länger eine härtere Gangart an. Und obwohl Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ihn als erster Regierungschef besuchte, rangiert der wichtigste US-Alliierte in Asien offenbar immer noch weit oben auf Trumps Landkarte der Länder, die die USA ausnutzen. Er nannte dies Land in einem Atem mit anderen möglichen Störenfrieden. „Russland, China, Japan, Mexiko – alle Länder werden uns viel mehr respektieren, viel mehr, als sie es unter früheren Regierungen getan haben.“

Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

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