Börsen Asien In Japan purzeln die Börsenkurse

Der japanische Leitindex Nikkei ist am Montag deutlich abgerutscht. Er ging mit einem Verlust von mehr als drei Prozent aus dem Handel. Bereits in der Vorwoche war es deutlich abwärts gegangen.
Zwei Handelstage in Folge fällt der Nikkei mehr als drei Prozent: die Politik der Zentralbank gilt als Auslöser. Quelle: dpa
Passant in Tokio

Zwei Handelstage in Folge fällt der Nikkei mehr als drei Prozent: die Politik der Zentralbank gilt als Auslöser.

(Foto: dpa)

TokioDer starke Anstieg der japanischen Währung hat am Montag für deutliche Kursverluste am Tokioter Aktienmarkt gesorgt. Zudem belasteten enttäuschenden Konjunkturdaten aus China die Stimmung. Der Leitindex Nikkei verlor bis zum Handelsschluss 3,1 Prozent auf 16.147 Punkte. Zwischenzeitlich notierte der Index auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen. Der breiter gefasste Topix-Index büßte drei Prozent auf 1299 Zähler ein.

Die chinesische Industrie hat im April überraschend ihr Wachstumstempo verlangsamt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf 50,1 Punkte von 50,2 Zählern im März. Damit blieb der Wert nur knapp über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert, wie die am Wochenende veröffentlichten Daten zeigten. Die Börsen in China und mehreren anderen asiatischen Ländern waren am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Das sind die Tops und Flops im April

NEMETSCHEK SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006452907
Börse
L&S

+0,66 +0,83%
+80,25€
Chart von NEMETSCHEK SE INHABER-AKTIEN O.N.
Nemetschek
1 von 14

Die Softwareschmiede Nemetschek aus dem TecDax weiß die Anleger zu überzeugen. Analysten stimmen mit lobenden Äußerungen überein und eine starke Jahresaussicht halfen dem Kurs zuletzt gar zu einem Rekordniveau.

Performance im April: + 14,7 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

0,00 0,00%
+163,40€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
2 von 14

Der von der Abgasaffäre in die Krise gestürzte Autobauer Volkswagen legte im April eine starke Aufholjagd hin. Eine erste Einigung mit der US-Justiz steht in Aussicht und macht die Ausmaße des Skandals greifbarer, sodass die Wolfsburger mit konkreten Schätzungen auch im Blick auf ihr Jahresergebnis arbeiten können. Unter allen deutschen Bluechips legt VW die sechstbeste Performance hin.

Performance im April: + 15,7 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,06 +0,37%
+16,62€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
3 von 14

Unter den Dax-Titeln gelang den RWE-Papieren die stärkste Leistung. Das reicht in der Gesamtwertung in Frankfurt für den fünften Platz. Trotz Dividendenzoff ging es über 15 Prozent rauf, auch weil nun eine Summe feststeht für die Kosten der Atommüll-Endlagerung – eine Summe, die nicht nur die Kraftwerkbetreiber tragen müssen.

Performance im April: + 16,8 Prozent

STRATEC BIOMEDICAL AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000STRA555
Börse
L&S

-1,10 -1,51%
+72,15€
Chart von STRATEC BIOMEDICAL AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Stratec Biomedical
4 von 14

Der Biotechzulieferer Stratec Biomedical profitierte im April von einem verkündeten Rekordergebnis. Vor allem die Dividendenerhöhung ließ Anleger zugreifen. Ein Gewinnrückgang im laufenden Quartal aber dürfte den Höhenflug vorerst beendet haben.

Performance im April: + 17,3 Prozent

KLOECKNER & CO SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KC01000
Börse
L&S

+0,02 +0,21%
+10,43€
Chart von KLOECKNER & CO SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Klöckner & Co
5 von 14

Stahltitel waren einer der großen Gewinner im April. Davon profitierten nicht nur die Stahlkocher sondern auch die Stahlhändler. Der Duisburger SDax-Konzern Klöckner & Co errang so den dritten Platz unter allen deutsche Aktien in Dax, MDax, Tec- und SDax.

Performance im April: +19,2 Prozent

SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006202005
Börse
L&S

+0,06 +0,13%
+46,74€
Chart von SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Salzgitter
6 von 14

Noch besser schnitt der Stahlkocher Salzgitter ab. Der Mittelwert hätte wahrscheinlich ThyssenKrupp im Klassement Platz machen müssen, doch die Essener haben mit einem verlorenen Bieterkampf um einen Riesenauftrag mit der australischen Marine das Nachsehen gehabt. Salzgitter profitierte wie die Gesamtbranche von einem positiven Ausblick, nachdem die Konsolidierungsphase in ein neues Stadium trifft.

Performance im April: +21,2 Prozent

HAPAG-LLOYD AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000HLAG475
Börse
L&S

+1,08 +3,52%
+31,69€
Chart von HAPAG-LLOYD AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Hapag-Lloyd
7 von 14

Meister aller Klassen darf sich im April Hapag-LLoyd nennen. Der Seefrachtspezialist kehrte nach seinem Kostenprogramm nicht nur in die Gewinnzone zurück. Auch ein Branchenausblick gab im Frühjahr Auftrieb. Im April kam hinzu, dass es Hapag-Lloyd in Sondierungsgespräche mit dem Rivalen UASC eingetreten ist. Die Fusionsphantasien beflügelten die SDax-Papiere.

Performance im April: +21,7 Prozent

Der Dollar fiel bis auf 106,14 Yen, der tiefste Stand seit 18 Monaten. Die japanische Notenbank hatte vergangene Woche im Kampf gegen die Konjunkturflaute auf eine weitere Öffnung der Geldschleusen verzichtet. Gegenüber dem Euro war die Kursbewegung nicht so stark, die Gemeinschaftswährung lag bei 122 Yen. Damit notierte der Euro aber immer noch in der Nähe seines am Freitag erreichten Drei-Jahres-Tiefs von 121,66 Yen.

Von diesem Dienstag bis Donnerstag bleibt die Börse in Tokio wegen der sogenannten Goldenen Woche, einer Serie an nationalen Feiertagen, geschlossen. Am Freitag wird der Handel wieder aufgenommen.

Der japanische Finanzminister Taro Aso bezeichnete die Stärke des Yen japanischen Medien zufolge als sehr besorgniserregend. In der vergangenen Woche hatte die japanische Währung gegenüber dem Dollar fünf Prozent zugelegt. Es werde für die japanische Notenbank aber schwer, am Devisenmarkt zu intervenieren, vor allem da das US-Finanzministerium Japan wegen der Wechselkurspolitik auf eine neue Beobachtungsliste gesetzt haben, sagte Elias Haddad, Stratege bei der Commonwealth Bank of Australia. Selbst bei einer Intervention der japanischen Notenbank werde der Effekt angesichts des hohen Leistungsbilanzüberschusses nicht von Dauer sein.

Exportwerte wie die Autobauer gehörten zu den größten Verlierern. Die Aktien von Toyota büßten 4,5 Prozent ein, die Papiere von Nissan und Honda lagen jeweils 4,8 Prozent tiefer. Die Titel von Sony fielen um 4,4 Prozent nachdem der Konzern einen Verlust in seinem wichtigen Sensorgeschäft bekanntgegeben hatte. Nach einem Umsatzrückgang warfen die Anleger die Papiere von Panasonic aus ihren Depots. Sie brachen um 7,6 Prozent ein.

Der Euro notierte in Fernost bei 1,1470 Dollar und damit leicht über dem New Yorker Schlussstand vom Freitag von 1,1452 Dollar. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9585 Franken je Dollar und bei 1,0993 Franken je Euro.

  • dpa
  • rtr
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