Börsen Asien

Schwacher Yen belastet den Nikkei

Der Negativtrend hält an: Der Pessimismus der US-Notenbank über die Aussichten für die Weltwirtschaft hat die Stimmung an den Fernost-Börsen am Donnerstag gedämpft.
Update: 07.04.2016 - 09:00 Uhr
Vor einem Börsenvideofenster in Tokio. Quelle: Reuters
Japan

Vor einem Börsenvideofenster in Tokio.

(Foto: Reuters)

TokioDie Führungsmitglieder der Federal Reserve signalisierten in den Protokollen zum Zinsentscheid vom März ein vorsichtiges Vorgehen bei weiteren Zinserhöhungen und begründeten dies mit einer Unsicherheit über die Entwicklung der globalen Konjunktur. Das drückte den Dollar. Volkswirt Elliot Clarke vom Broker Westpac sagte, man könne aus den Mitschriften lesen, dass die Fed zwar zufrieden mit den Fortschritten in den USA sei, aber weitaus weniger sicher, was die Lage der Weltkonjunktur und ihre Auswirkungen auf die US-Wirtschaft angehe. "Bis das Vertrauen in die weltweiten Aussichten steigt, fühlen sich die Währungshüter wohl, ihr Pulver trocken zu halten."

Der Dollar lag zum Euro in der Nähe seines Fünfeinhalb-Monats-Tiefs, ein Euro kostete 1,1420 Dollar. Der Yen schnellte auf den höchsten Stand seit 17 Monaten. Das macht den japanischen Exporteuren zu schaffen und dämpfte die Kauflust an der Börse in Tokio. Dort schloss der Nikkei-Index mit 0,2 Prozent aber noch leicht im Plus bei 15.749 Punkten. In China war die Stimmung der Anleger trüber. Die Börse in Shanghai lag im späten Handel 0,5 Prozent im Minus. Viele Investoren hoffen auf mehr Informationen darüber, wie stark die Konjunkturabkühlung in China ausfällt, wenn in der kommenden Woche eine Reihe von Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden. Zuletzt war das Wachstum so niedrig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht. Der MSCI-Index für die Aktien der Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans legte dagegen 0,5 Prozent zu.

Wenn Aktienkurse einbrechen

VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CHEN993
Börse
STU

0,00 0,00%
+0,53€
Chart von VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Vtion Wireless Technology
1 von 11

Auf dem ersten Platz landete mit der Vtion Wireless Technology AG ein Neuling. Der Anbieter von Mobilfunk-Datenkarten musste Mitte 2015 einen massiven Umsatzeinbruch vermelden, was den Kurs einbrechen ließ. Das Unternehmen brachte den Eigentümern sowohl auf Fünf-Jahres-Sicht (-91 Prozent), also auch in der dreijährigen (- 78,38 Prozent) und einjährigen Betrachtung ( -70,97 Prozent) wenig Freude.

Singulus Technologies

WKN
ISIN
Börse

Chart von Singulus Technologies
Singulus Technologies
2 von 11

Der zweite Platz auf der Kapitalvernichterliste geht an den Maschinenbauer Singulus Technologies. Die Gesellschaft ist schon ein alter Bekannter in der Watchlist. Nach Platz 32 im Jahr 2014 und Platz 6 im vergangenen Jahr ging es jetzt noch weiter nach oben. Kursverlust in den vergangenen fünf Jahren; 93,39 Prozent.

11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005118806
Börse
L&S

+0,02 +1,63%
+1,04€
Chart von 11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Telegate
3 von 11

Die Telegate AG ist nach eigenen Angaben der zweigrößte Anbieter für Telefonauskunft und regionale Werbung. In den vergangenen Jahren lief das Geschäft schlecht: „Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015“, sagte Vorstandschef Christian Maar bei der Vorstellung der Bilanz für 2015. Um langfristig am Markt erfolgreich bestehen zu können, habe man im Herbst letzten Jahres den Reset-Knopf drücken müssen. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat das Unternehmen mehr als 83 Prozent verloren.

TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007454902
Börse
L&S

-0,01 -4,10%
+0,23€
Chart von TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.
Teles
4 von 11

Die Teles AG ist Hersteller von Kommunikationslösungen. 2015 beschloss das Unternehmen eine grundlegende Umstrukturierung. Ein kontinuierlicher Umsatzrückgang mit unbefriedigender Stückzahlen habe tiefe Spuren hinterlassen, hieß es in einer Mitteilung. Kursverlust auf Fünf-Jahres-Sicht: 79,0 Prozent.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

-0,25 -1,89%
+12,88€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Aixtron
5 von 11

Aixtron ist das einzige Unternehmen aus dem TecDax in den Top 10 der Kapitalvernichter. Die Kursverluste des Maschinenbauers aus Herzogenrath begründeten Börsianer die Kursverluste unter anderem mit der generell schlechten Stimmung im Technologiesektor. In den vergangenen fünf Jahren rutschte der Kurs um 85 Prozent ab. Bei Aixtron wirke außerdem der Wirbel um einen chinesischen Großauftrag im Dezember noch negativ nach, sagte ein Händler. Nach der Reduzierung auf nur noch drei von mehr als 50 Anlagen durch den chinesischen Leuchtdioden-Hersteller Sanan Optoelectronics hatte der Vorstand seine Jahresziele eingedampft. Börsianer hatten von einer Katastrophe für das Unternehmen gesprochen und die Aktien aus ihren Depots geworfen. Im Monat Dezember brachen Aixtron insgesamt um rund 45 Prozent ein.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,00 +0,02%
+17,62€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
6. RWE
6 von 11

Der Energieversorger ist der einzige Dax-Wert, den die DSW in den Top Ten der Watchlist über die größten Kapitalvernichter führt. Die 2011 beschlossene Energiewende hat den Essener Konzern gehörig unter Druck gesetzt. Die Aktie verlor auf Fünf-Jahres-Sicht mehr als 76 Prozent an Wert. RWE-Chef Peter Terium hat auf das schwierige Marktumfeld reagiert. Wie sein Konkurrent Eon will er den Konzern aufspalten – in eine Sparte, die das konventionelle Geschäft mit Kraftwerken weiterbetreibt und eine Sparte mit dem Zukunftsgeschäft, den erneuerbaren Energien. Letztere will Terium künftig selbst führen.

YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005932735
Börse
L&S

+0,14 +1,43%
+9,65€
Chart von YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.
7. Yoc
7 von 11

Bei Yoc handelt es sich um ein Unternehmen, das sich auf Mobile Advertising spezialisiert hat. Dass das moderne Leben sich immer mehr vor dem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm abspielt – und somit der Bedarf an mobiler Werbung steigt – hat dem Kurs des 2000 gegründeten Unternehmens offenbar gar nicht geholfen. Seit Anfang 2011 brach er nahezu völlig in sich zusammen, um 94 Prozent. Immerhin: Seit Anfang des Jahres stieg er um mehr als ein Viertel. Im ersten Quartal 2016 rechnen die Berliner mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent.

Der Ölpreis profitierte vom schwachen Dollar. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 40,14 Dollar 0,31 Cent mehr als am Vortag, US-Leichtöl verteuerte sich um 0,38 Cent auf 38,13 Dollar. Dabei spielten auch unerwartet geringe Lagervorräte in den USA sowie die Aussicht auf eine Fördergrenze eine Rolle. Die japanischen Börsen haben ihre jüngste Talfahrt auch am Donnerstag fortgesetzt. Händler erklärten dies mit dem starken Yen, der den exportorientierten Firmen des asiatischen Landes zusetzt. Der Dollar ist derzeit gegenüber dem Yen so wenig wert wie seit 17 Monaten nicht mehr.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel um 0,25 Prozent auf 15.675 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 0,19 Prozent auf 1265 Zähler nach. Unter Druck stand unter anderem Exportwerte wie Sony, Toyota und Honda, die jeweils rund ein Prozent an Wert einbüßten.

Der Euro wurde in Fernost mit knapp 1,14 Dollar gehandelt. Der Dollar wurde mit 109,26 Yen bewertet. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0892 und zum Dollar mit 0,9555.

  • rtr
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