Börsen Asien
Starker Yen drückt den Nikkei

Die Börse in Tokio hat am Donnerstag angesichts einer Festigung des Yen erneut kräftige Verluste verbucht. Zu den größten Verlierern zählten Unternehmen mit hohem Exportanteil.

TokioAnzeichen für eine weltweite Konjunkturabkühlung und der starke Yen haben die Aktienmärkte in Asien am Donnerstag belastet. Die Einkaufsmanagerindizes vom Vortag seien enttäuschend ausgefallen, sagte Frederic Neumann, bei der Bank HSBC zuständig für Asien. Das bestimmte immer noch die Stimmung am Markt.

Zudem steige die Nervosität vor dem bevorstehenden Referendum in Großbritannien über einen Verbleib in der EU und die möglichen Auswirkungen für die Weltwirtschaft, hieß es. Mit Spannung werden weiterhin Anzeichen dazu erwartet, wie es mit der Zinspolitik der US-Notenbank Fed weitergeht. Dabei dürften besonders die Arbeitsmarktdaten im Blick stehen, die am Freitag veröffentlicht werden.

In Japan gaben die Kurse kräftig nach. Der Nikkei-Index schloss 2,32 Prozent tiefer bei 16.562 Punkten, der Topix sank um 2,22 Prozent auf 1331 Zähler. Für Kursverluste sorgte die Entscheidung der Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe, die Mehrwertsteuererhöhung zu verschieben. Die Märkte seien enttäuscht, dass Abe nur die Verschiebung angekündigt habe und keine weiteren Hinweise auf mögliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gegeben habe, sagte Devisenstratege Sean Callow von Westpac.

Viele Investoren werteten die Entscheidung als Eingeständnis, dass "Abenomics", also die Wirtschaftspolitik Abes, weitere zweieinhalb Jahre braucht, um zu wirken. Der Yen legte daraufhin zu, was den Exportfirmen zu schaffen macht. Sie gehörten zu den Verlierern. Toyota -Aktien fielen 1,5 Prozent, Nissan 2,7 Prozent und Mazda sogar mehr als vier Prozent.

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ohne Japan notierte leicht schwächer. In China legten die Börse in Shanghai 0,2 Prozent zu, der CSI300 der wichtigsten Kurse in Shanghai und Shenzhen lag leicht im Plus. Sie wurden durch die Erwartung gestützt, dass die chinesischen Börsen Mitte Juni in einen MSCI-Schwellenländer-Index aufgenommen werden.

Der Ölpreis war vor einem Treffen der Opec etwas schwächer. Aus Kreisen der Organisation erdölexportierender Länder soll auch eine neue Obergrenze für die Ölförderung diskutiert werden. Analysten rechnen jedoch nicht mit einer Entscheidung. Am Devisenmarkt notierte der Dollar 0,4 Prozent schwächer bei 109,05 Yen. Der Euro kostete 1,1200 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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