Börsen-Ausblick: Der Dax am Scheideweg

Börsen-Ausblick
Der Dax am Scheideweg

Zum Wochenschluss das Happy End: Am Freitag ging der Dax mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel. Doch Experten sind skeptisch. Schon in der nächsten Woche könnte es wieder bergab gehen.

Ex und Hopp lautet derzeit die Devise de Anleger. Beim Dax folgen Tagen mit schweren Verlusten Tagen mit Gewinnen – und umgekehrt. In diesem volatilen Marktumfeld sorgt die EZB vergangenen Woche für eine positive Wende. Die Aussicht auf noch mehr Liquidität trieb den Dax Donnerstags und Freitags ins Plus. Am letzten Handelstag der Woche ging es gut zwei Prozent hoch. Seit Jahresbeginn steht allerdings immer noch ein Minus von mehr als neun Prozent zu Buche.

Doch sind die Kursgewinne der vergangenen Tagen bereits eine Trendwende? Oder nur eine sogenannte Bärenmarktrally, eine Zwischenerholung im laufenden Abwärtstrend? Die meisten Experten sind sicher, dass es bald wieder abwärts geht.

„Anleger dürfen nicht vergessen, wohin der übergeordnete Trend zeigt“, meinen die Börsenexperten Franz-Georg Wenner und Andreas Büchler, die mit mathematischen Methoden arbeiten. Und diese Richtung zeigt klar abwärts. Nach ihrer Meinung hat die laufende Erholung ein maximales Potential bis zu 10.100 Punkten. „Wir rechnen aus heutiger Sicht mit einem Umschwung zurück nach Süden bereits kurz vor diesem Areal“, meinen die beiden.

Ähnlich sehen das die Analysten der Helaba in ihrem Wochenausblick: Für sie war die derzeit laufende Erholung insgesamt überfällig. Dennoch bleibe das deutsche Börsenbarometer strukturell angeschlagen. Dieses werde auch die Tatsache untermauert, dass 86 Prozent der 30 Dax-Werte unterhalb der 200-Tagelinie notieren. Diese Linie bildet den Durchschnitt der Kurse der vergangenen 200 Handelstage ab und ist für Investoren eine wichtige Kennziffer.

Anleger fürchten sich vor allem von einem nachhaltigen Bärenmarkt, der auch bisher stabile, defensive Werte betrifft – weil Investoren verkaufen, weil sie Liquidität benötigen. Zu den entscheidenden Faktoren der aktuellen Börsenschwäche zählt der rasante Preisverfall bei den Rohstoffen. „Diese Schwäche sollten Anleger etwas differenzierter betrachten“, meint Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank.

Der Börsenprofi erinnert an die Jahre 2008 und 2011.Da wurden Ölpreise von mehr als 140 beziehungsweise 120 Dollar pro Barrel als dramatische Gefahr für eine einbrechende Weltkonjunktur dargestellt, da der „Schmierstoff“ für Wirtschaftswachstum in den Industrieländern zu teuer wurde.

„Warum soll das umgekehrte Szenario so fatal für die Weltwirtschaft sein, nur weil die Rohstoffländer unter Kaufkraftverlust leiden?“, fragt sich Halver. Zumal die gleichen Ölexperten die damals 200 Dollar für unausweichlich hielten, verkaufen nun Vision von zehn US-Dollar pro Barrel.

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