Börsen Fernost
Anleger in China befürchten Liquiditätsklemme

Die Aktienkurse an den chinesischen Börsen geben nach. Die Stimmung an anderen asiatischen Märkten bessert sich dagegen weiter
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TokioDie Angst vor einer Liquiditätsklemme in China hat am Freitag die Aktienkurse belastet. Die Kurse fielen auf den tiefsten Stand seit mehreren Wochen. Investoren befürchten, dass es erneut zu einem starken Engpass bei der Versorgung der Banken mit Geld kommen könnte. Erst im Juni war der Geldmarkt in China in eine tiefe Krise gestürzt und hatte damit für Turbulenzen an den Handelsplätzen weltweit gesorgt.

"Die Liquidität ist ein Thema", sagte Jackson Wong, Vizepräsident für Aktienhandel bei Tanrich Securities in Hongkong. Die Lage am chinesischen Geldmarkt hat sich ab Mittwoch verschlechtert und am Donnerstag einen Tiefpunkt erreicht, als sich die Notenbank weigerte, zusätzliches Geld in den Markt zu pumpen. Der CSI 300 verlor 2,2 Prozent. Der Index der Börse Shanghai gab 1,8 Prozent nach, die Börse in Hongkong verlor 0,4 Prozent.

Außerhalb Chinas legten die Kurse dagegen weiter zu. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ohne Japan gewann 0,15 Prozent. Der Tokioter Nikkei-Index schloss 0,07 Prozent im Plus bei 15.870 Zählern. Viele Investoren nahmen Gewinne mit, nachdem die Börse am Donnerstag den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht hatte.

Die japanische Notenbank bleibt bei ihrer ultralockeren Geldpolitik, die Währungshüter tasteten weder Leitzins noch Wertpapierkäufe am Freitag an. Nach Einschätzung von Analysten hat die US-Notenbank Fed mit ihrer Entscheidung, das Volumen der Staatsanleihekäufe um zehn Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar monatlich zu drosseln, die Unsicherheit für die japanische Notenbank reduziert. Die Bank von Japan hat damit mehr Zeit, um zu entscheiden, ob kommendes Jahr weitere Geldspritzen nötig sind.

Der Yen fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2008. Das kommt der exportabhängigen japanischen Wirtschaft zugute, weil die Unternehmen des Landes so ihre Waren billiger im Ausland anbieten können ohne Gewinneinbußen hinnehmen zu müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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