Börsen Fernost
Indischer Aktienmarkt bejubelt Reformen

Die Börsen in Indien steigen auf den höchstem Stand seit 14 Monaten. Die Börse in Tokio ist wegen eines Feiertags geschlossen. Der Euro tendiert weiter fester über 1,31 Dollar.
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Singapur.In Indien haben die Aktienmärkte die von der Regierung beschlossene Öffnung von Einzelhandel und Luftfahrt für ausländische Investoren gefeiert. Die Märkte kletterten auf das höchste Niveau seit 14 Monaten, allen voran Aktien großer Einzelhandelsfirmen wie Pantaloon Retail India. Die Regierung hatte am Freitag nach Börsenschluss in Indien die großen Reformen angekündigt, über denen sie Monate lang brütete und die sich zur Enttäuschung vieler Anleger immer wieder verzögert hatten.

Ausländische Konzerne dürfen in Indien in die genannten Sektoren künftig leichter direkt investieren. Bislang gibt es zahlreiche Restriktionen für das Engagement ausländischer Firmen wie Metro, Wal-Mart oder Fluggesellschaften wie Air France KLM vor Ort. Der indische BSE-Index notierte gut ein Prozent im Plus. In Japan blieben die Aktienmärkte wegen eines Feiertags geschlossen. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte um 0,3 Prozent zu.

Experten gehen davon aus, dass insbesondere ausländische Anleger nun auch vermehrt Aktien in Indien kaufen werden. Die Titel von Pantaloon Retail India kletterten um 18 Prozent, die Aktien von Shoppers Stop um elf Prozent. Auch Titel von Fluggesellschaften wie Kingfisher Airlines wurden kräftig gekauft: Sie legten um knapp 20 Prozent zu.

Auch die anhaltende Hoffnung der Investoren, dass die wichtigen Zentralbanken weltweit der Wirtschaft auf die Beine helfen, trug zu der guten Stimmung in Asien bei. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 6. September angekündigt, Anleihen von in Bedrängnis geratenen europäischen Ländern zu kaufen, um die Refinanzierungskosten dieser Staaten im Zaum zu halten. Die US-Notenbank Fed legte vergangene Woche nach: Sie will unter anderem pro Monat 40 Milliarden Dollar in Immobilienpapiere stecken, bis sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessert hat.

Der Euro notierte mit rund 1,3134 Dollar etwas höher als zuletzt im New Yorker Handel am Freitagabend. Nach seinem Höhenflug der vergangenen Woche hat der Euro im fernöstlichen Devisenhandel am Montag sein Kursniveau gehalten. Für einen Euro mussten am Montag 1,3131 Dollar gezahlt werden. Am Freitag hatte die Gemeinschaftswährung ein Vier-Monats-Hoch bei 1,3169 Dollar erreicht. Bis zum Juli war der Eurokurs auf 1,2042 Dollar gesunken. In japanischer Währung wurden 78,18 Yen für den Dollar gezahlt. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9255 Franken je Dollar und 1,2152 Franken je Euro.

Die Börse in Tokio ist am Montag wegen eines Feiertag geschlossen. Am Freitag hatte der von der US-Notenbank Fed in Aussicht gestellte Geldsegen als Treibsatz für die japanische Aktienbörse gewirkt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 1,83 Prozent auf 9159 Zähler.

Der japanische Kamerahersteller Canon hat Medienberichten zufolge angekündigt, die Fertigung in drei chinesischen Werken am Montag und Dienstag auszusetzen. Anlass seien die anti-japanischen Proteste in China in den vergangenen Tagen. Hintergrund ist der Streit um eine unbewohnte Inselgruppe, die beide Staaten beanspruchen.

Die anti-japanischen Proteste in China waren am Wochenende eskaliert. In Shenzhen setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Japanischen Medienberichten zufolge wurden ein Dutzend Fabriken japanischer Konzerne im Osten der Volksrepublik angegriffen, darunter auch Werke von Panasonic. Außerdem seien Autohäuser von Toyota in Flammen aufgegangen. In Peking belagerten Demonstranten am Sonntag erneut die japanische Botschaft, viele forderten eine Kriegserklärung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ethanol durch Algen, inkl. CO2 Vernichtung.....

    Das Thema verfolge ich nun schon seit Jahren. Vor ca. einem Jahr sollte die Entwicklung abgeschlossen sein.

    http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wissen/Wenn-Algen-zu-Biobenzin-werden-article2700666.html

    Statt sinnlose 20 Jahr-Subventionen in Windkraftanlagen zu pumpen, die in 10 Jahren eh überholt sind, sollte man diesen Bereich verfolgen.
    Die Mrd., die für den Erdöleinkauf aufgebracht werden müssen, könnten besser in einen neuen Industriezweig, wirksam im Binnenmarkt, angelegt eingesetzt.

    Aber irgendwie hört man darüber nichts Neues.

  • Na, bis soviele gedruckte Euros tatsächlich im Finanz- und Währungsraum ankommen, wie Dollars gedruckt werden, sind alle Ölvorräte erschöpft *g*.
    Statt sich um Währungspekulationen zu kümmern, halte ich es für lukrativer dort zu investieren, was in Zukunft mehr Unabhängigkeit von Erdölpreisen gibt.
    Ethanol durch Algen, inkl. CO2 Vernichtung und Autohersteller und Tankstellen, die sich darauf einstellen, z. B.
    Man stelle sich vor, damit auch noch heizen zu können.
    Diese Entwicklungen und Forschungen gibt es sogar in €.
    Damit interessiert mich bei der Suche von Geldanlagen der Wert des Dollars immer weniger, denn das Gold liegt in der zukünftigen bezahlbaren umweltschonenden Energiegewinnung und Verarbeitung.

  • Sobald Goldman-Draghi beginnt, neue Euro zu drucken wird sich die Korrelation zwischen Dollar und Euro wieder nach unten orientieren. Die 1,31 derzeit ist lediglich ein kurzes Strohfeuer, das auch noch bis 1,35 hochgehen kann, bevor es runtergeht Richtung 1,15!
    Draghi muß sich wohl erst noch das Drehbuch von Goldman abholen, wie weiter zu verfahren ist!

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