Börsen Fernost Kurse verharren auf Fünfmonatstief

Der Nikkei-Index an der japanischen Börse ist nachmittags ins Minus gefallen. Die Investoren hielten sich vor dem Treffen der US-Währungshüter mit Käufen weitgehend zurück.
Update: 28.01.2014 - 08:28 Uhr Kommentieren
Anzeige des Nikkei-Kurses in Downtown Tokio. Quelle: Reuters

Anzeige des Nikkei-Kurses in Downtown Tokio.

(Foto: Reuters)

TokioAnzeichen für ein schwächeres Wachstum in China und die mögliche weitere Straffung der Geldpolitik in den USA haben am Dienstag die Aktienmärkte in Asien belastet. Die Kurse verharrten in etwa auf dem Niveau, das zuletzt im September erreicht worden war.

Der Nikkei-Index schloss 0,2 Prozent schwächer bei 14.980 Punkten, der breiter gefasste Topix gab 0,4 Prozent auf 1224 Zähler nach. Auch die Aktienmärkte außerhalb Japans blieben schwach. Der entsprechende MSCI-Index gab leicht nach.

Die Investoren hielten sich vor dem Treffen der US-Notenbanker mit Käufen weitgehend zurück. Die Hüter des Dollar entscheiden am Mittwoch über den weiteren geldpolitischen Kurs. Es wird damit gerechnet, dass sie das Wertpapier-Kaufprogramm um weitere zehn Milliarden Dollar im Monat einschränken.

Weil in den vergangenen Jahren viele der Fed-Dollar in Schwellenländer geflossen sind, hat die Kehrtwende in den USA Auswirkungen auf asiatische Länder und bringt die Währungen dort unter Druck. Die Notenbanken der Schwellenländer versuchen, ihre Währungen mit Zinserhöhungen zu stabilisieren.

Noch am Dienstagabend wird damit gerechnet, dass die türkische Notenbank ihren Leitzins in einer Sondersitzung anhebt. Die indische Zentralbank hat die Zinsen bereits erhöht, um den Verfall der Rupie zu stoppen. "Ich glaube nicht unbedingt, dass die Weltwirtschaft wegen der jüngsten Turbulenzen in den Schwellenländern in Schieflage gerät, aber die Marktteilnehmer werden nervös", sagte Ayako Sera, Volkswirt bei der Sumitomo Mitsui Trust Bank.

Auch Sorgen über ein schwächeres Wachstum in China und vor allem den ausufernden Schattenbankenbereich in dem Land kochten wieder hoch. Ein riskanter Fonds konnte sich mit seinen Anlegern einigen und so in letzter Minute eine Insolvenz verhindern.

"Diese Vereinbarung beruhigt viele, aber sie ist auch eine Warnung, wie groß das Risiko ist, weil viele ähnliche Produkte in diesem Jahr fällig werden", sagte Jackson Wong, Aktienexperte bei Tanrich Securities. In China haben sich viele Firmen und Kommunen nicht bei Banken mit frischem Geld versorgt, sondern außerhalb des Bankensektors eigene Fonds oder spezielle Investmentpapiere aufgelegt. Dieser Schattenbankenbereich ist aber nur schwer zu durchschauen und kaum reguliert. Viele Experten befürchten massive Probleme, wenn er in Schieflage gerät.

Mit welchen Aktien sich Anleger die Finger verbrennen

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

+0,06 +0,54%
+11,63€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
1 von 17

Deutsche Bank: Böse Überraschung

Die Deutsche Bank schockierte ihre Anleger: Am Sonntagabend präsentierte sie überraschend Zahlen – und die waren alles andere als gut. Im vierten Quartal 2013 fuhr die Bank einen Milliardenverlust ein. Grund dafür waren schwächere Erträge im Anleihehandel, aber auch die Kosten für zahlreiche juristische Auseinandersetzungen belasteten.

Vor Steuern erwirtschaftete Deutschlands größtes Geldhaus ein Minus von knapp 1,2 Milliarden Euro. 2013 stand zwar unterm Strich ein Gewinn. Dieser blieb mit 1,1 Milliarden Euro aber weit unter den Erwartungen von Analysten, die bei mehr als drei Milliarden Euro lagen.

Ob die Bank ihre Dividende kürzen muss, steht noch nicht fest. Um erneut 75 Cent zahlen zu können, müsste die Deutsche Bank gut 70 Prozent ihres Nettogewinns im Konzern von 1,08 Milliarden Euro ausschütten. Die Aufseher drängen die Banken aber dazu, Gewinne einzubehalten, um ihre Kapitaldecke aufzubessern.

Kursentwicklung (1 Woche): - 5,4 Prozent

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

+1,52 +0,79%
+195,04€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
2 von 17

Allianz: Führungskraft tritt ab

Die Allianz verliert eine wichtige Führungskraft: Mohamed El-Erian, Chef der Fondstochter Pimco, zieht sich zurück. Der 55-Jährige ist eines der bekanntesten Gesichter der Finanzwelt.

Pimco ist der größte Anleiheinvestor der Welt, seit 2000 gehört die Gesellschaft zum Allianz-Konzern. Sie verwaltet fast zwei Billionen Dollar, was mehr als 80 Prozent der von der Allianz verwalteten Vermögenswerte ausmacht. Jahrelang steuerte Pimco einen beträchtlichen Teil zum Gewinn der Allianz bei. Doch im vergangenen Jahr riss die Erfolgsserie. Kunden liefen in Scharen davon.

Welche Rolle die schwache Performance für den Abgang von El-Erian spielte, blieb offen. Die Anleger reagierten beunruhigt und verkauften die Aktie.

Kursentwicklung (1 Woche): - 4,6 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

+0,24 +0,38%
+63,16€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess
3 von 17

Lanxess: Harter Preiskampf

Die Lanxess-Aktie wurde nach einem Analystenbericht abgestraft. Hauptgrund für die Skepsis sei ein wohl noch härter werdender Preiskampf. „Wir glauben, dass die Markthoffnungen auf eine zyklische Erholung im Jahr 2014 übertrieben sind und gehen stattdessen davon aus, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage kurzfristig nachteilig entwickeln wird“, hieß es in dem Kommentar von JP Morgan.

Neue Marktteilnehmer dürften die Preismacht und den Marktanteil von Lanxess weiter zurückgehen lassen. Für das Geschäftsjahr 2014 senkte die Investmentbank ihre bisherige Gewinnprognose um 21 Prozent und für 2015 sogar um 50 Prozent. Die Anlageempfehlung lautet „Underweight“. Ein weiterer Rückschlag für die Anleger: In den vergangenen zwölf Monaten betrug das Minus bereits rund 28 Prozent.

Kursentwicklung (1 Woche):- 6,8 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,48 -2,05%
+22,93€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S
4 von 17

K+S: Doch wieder ein Rückschlag

Immer neue Rückschläge für K+S: Nachdem es so aussah, dass sich die Aktie in diesem Jahr etwas erholte ging es diese Woche wieder deutlich abwärts. Mehr als sieben Prozent verlor die Aktie in dieser Woche.

Ein Grund: Der Verfall bei Kalipreisen geht weiter. Diese Woche musste der russische Kali-Weltmarktführer Uralkali bei neuen Lieferungen in das wichtige Abnehmerland China deutlich niedrigere Preis akzeptieren, der Abschlag soll bei 24 Prozent gelegen haben. Das weckt nicht gerade Kauflaune für den deutschen Konkurrenten K+S.

Kursentwicklung (1 Woche): - 7,9 Prozent

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,03 +0,18%
+14,06€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Telekom
5 von 17

Telekom: Verkauf rückt näher

Die Hinweise verdichten sich: Die Telekom soll Gespräche über einen Verkauf der US-Tochter mit dem japanischen Unternehmern Softbank führen. Die Japaner wollen T-Mobile US mit ihrem gerade erst übernommene US-Mobilfunker Sprint verschmelzen. Die Telekom hält noch 67 Prozent der Aktien des börsennotierten Ablegers, will sich aber über kurz oder lang aus dem hart umkämpften amerikanischen Markt zurückziehen.

Zuletzt hatten sich auch die Zahlen der US-Tochter verbessert. Für die anstehenden Quartalszahlen zeigte sich Analyst Roman Arbuzov von der britischen Investmentbank Barclays vorsichtig optimistisch. Er hob das Kursziel für die Aktie von 11 auf 12 Euro an, beließ die Einstufung auf „Equal Weight“.

Kursentwicklung (1 Woche): + 3 Prozent

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
Xetra

+0,23 +0,27%
+86,74€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
6 von 17

SAP: Langsamer als gewohnt

SAP rechnet mit einem etwas langsameren Gewinnwachstum als bisher. Das Ziel einer Umsatzrendite von 35 Prozent werde erst 2017 statt wie bisher gedacht 2015 erreicht, erklärte SAP am Dienstag in Walldorf.

Grund: SAP muss sich auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden einstellen. Die wollen Software lieber im Internet verfügbar haben statt sie lokal zu installieren. Der Umbau der Produktpalette braucht jedoch Zeit. „Wir wollen den Marktanteil gegen andere Lösungsanbieter erhöhen und keine kurzfristige Marge ernten“, sagte Co-Vorstandschef Bill McDermott. Einigen ungeduldigen Anlegern reicht das nicht – sie stießen die Aktie ab.

Kursentwicklung (1 Woche): - 4,6 Prozent

PFEIFFER VACUUM TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006916604
Börse
Xetra

-0,50 -0,40%
+124,00€
Chart von PFEIFFER VACUUM TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Pfeiffer Vacuum
7 von 17

Pfeiffer Vacuum: Verfehlte Ziele

Die Zahlen von Pfeiffer Vacuum konnte die Börse nicht überzeugen. Das angepeilte Umsatzziel erreicht der Hersteller von Spezialpumpen aller Voraussicht nach nicht. Grund dafür sind verschobene Aufträge von Großkunden.

Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Pfeiffer Vacuum von 81 auf 80 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Verkaufen“ belassen. Die Prognosesenkung sei für ihn nicht vollkommen überraschend, das Ausmaß sei allerdings unerwartet stark ausgefallen, schrieben die Analysten Markus Friebel und Elena Plakhina in einer Studie. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau seien weitere Rückschläge möglich.

Kursentwicklung (1 Woche): - 5,3 Prozent

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