Börsen Fernost: Kurse verharren auf Fünfmonatstief

Börsen Fernost
Kurse verharren auf Fünfmonatstief

Der Nikkei-Index an der japanischen Börse ist nachmittags ins Minus gefallen. Die Investoren hielten sich vor dem Treffen der US-Währungshüter mit Käufen weitgehend zurück.
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TokioAnzeichen für ein schwächeres Wachstum in China und die mögliche weitere Straffung der Geldpolitik in den USA haben am Dienstag die Aktienmärkte in Asien belastet. Die Kurse verharrten in etwa auf dem Niveau, das zuletzt im September erreicht worden war.

Der Nikkei-Index schloss 0,2 Prozent schwächer bei 14.980 Punkten, der breiter gefasste Topix gab 0,4 Prozent auf 1224 Zähler nach. Auch die Aktienmärkte außerhalb Japans blieben schwach. Der entsprechende MSCI-Index gab leicht nach.

Die Investoren hielten sich vor dem Treffen der US-Notenbanker mit Käufen weitgehend zurück. Die Hüter des Dollar entscheiden am Mittwoch über den weiteren geldpolitischen Kurs. Es wird damit gerechnet, dass sie das Wertpapier-Kaufprogramm um weitere zehn Milliarden Dollar im Monat einschränken.

Weil in den vergangenen Jahren viele der Fed-Dollar in Schwellenländer geflossen sind, hat die Kehrtwende in den USA Auswirkungen auf asiatische Länder und bringt die Währungen dort unter Druck. Die Notenbanken der Schwellenländer versuchen, ihre Währungen mit Zinserhöhungen zu stabilisieren.

Noch am Dienstagabend wird damit gerechnet, dass die türkische Notenbank ihren Leitzins in einer Sondersitzung anhebt. Die indische Zentralbank hat die Zinsen bereits erhöht, um den Verfall der Rupie zu stoppen. "Ich glaube nicht unbedingt, dass die Weltwirtschaft wegen der jüngsten Turbulenzen in den Schwellenländern in Schieflage gerät, aber die Marktteilnehmer werden nervös", sagte Ayako Sera, Volkswirt bei der Sumitomo Mitsui Trust Bank.

Auch Sorgen über ein schwächeres Wachstum in China und vor allem den ausufernden Schattenbankenbereich in dem Land kochten wieder hoch. Ein riskanter Fonds konnte sich mit seinen Anlegern einigen und so in letzter Minute eine Insolvenz verhindern.

"Diese Vereinbarung beruhigt viele, aber sie ist auch eine Warnung, wie groß das Risiko ist, weil viele ähnliche Produkte in diesem Jahr fällig werden", sagte Jackson Wong, Aktienexperte bei Tanrich Securities. In China haben sich viele Firmen und Kommunen nicht bei Banken mit frischem Geld versorgt, sondern außerhalb des Bankensektors eigene Fonds oder spezielle Investmentpapiere aufgelegt. Dieser Schattenbankenbereich ist aber nur schwer zu durchschauen und kaum reguliert. Viele Experten befürchten massive Probleme, wenn er in Schieflage gerät.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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