Börsen in Asien: Japanische Notenbank hilft Nikkei zu Kurssprung

Börsen in Asien
Japanische Notenbank hilft Nikkei zu Kurssprung

Die japanische Notenbank erweitert ihr geldpolitisches Werkzeug im Kampf gegen die niedrige Inflation. Den Aktienkursen hilft sie damit kräftig auf die Sprünge.

TokioDer japanische Leitindex Nikkei hat mit eine Kurssprung auf die neueste geldpolitische Kursvorgabe der japanischen Notenbank reagiert. Der Index schloss am Mittwochmorgen deutscher Zeit 1,9 Prozent im Plus bei 16.807 Punkten. Der weiter gefasste Topix-Index legte sogar 2,7 Prozent auf 1.352 Punkte zu. Auch der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans baute nach der Ankündigung seine Gewinne aus und notierte 0,5 Prozent im Plus. In Shanghai legte die Börse ebenfalls leicht zu. Viele Anleger hielten sich hier aber noch mit Käufen zurück, weil sie die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Abend (MESZ) abwarten wollten.

Die Zentralbank hatte angekündigt, ihre Geldpolitik um ein Ziel für die langfristigen Zinsen zu ergänzen. Außerdem zeigten sich die Währungshüter bereit, die Inflation mit Hilfe ihrer extrem lockeren Geldpolitik zeitweise über das eigentliche Ziel von zwei Prozent steigen zu lassen. Der Einlagezins für Banken bleibt indes fix bei minus 0,1 Prozent. „Das war ganz klar eine Änderung der Rahmenbedingungen, was eine Überraschung war”, sagte Chefökonom Yasutoshi Nagai von Daiwa Securtities.

Die Bank of Japan will die Zinskurve „kontrollieren“ und etwa die Rendite zehnjähriger Staatspapiere bei um die null Prozent fixieren. Bei diesem Wert rentieren die Anleihen derzeit in etwa. Die Notenbank wird weiter Staatsanleihen aufkaufen, um das Ziel zu erreichen, die eigenen Wertpapierbestände um fast 800 Milliarden Dollar pro Jahr aufzustocken.

In Japan hatte sich zuletzt die Sorge breitgemacht, dass das massive Anleihenkaufprogramm allmählich an seine Grenzen stoße. Weil die Konjunktur trotz der Geldschwemme immer noch nicht an Fahrt aufgenommen hat, war im Vorfeld des BoJ-Treffens über eine Verschärfung des Negativ-Zinssatzes auf bestimmte Bankeinlagen spekuliert worden.

Am Mittwochmorgen hatten zunächst Konjunkturdaten das Bild getrübt. Die Ausfuhren Japans sind im August deutlich stärker zurückgegangen als erwartet. Den am Mittwoch vom Finanzministerium vorgelegten Daten zufolge betrug das Minus 9,6 Prozent, Volkswirte hatten lediglich mit 4,8 Prozent gerechnet. Vor allem die erstarkte Landeswährung Yen und die schwache Nachfrage in Übersee lastete auf den Ausfuhren.

Der Euro gab zum Dollar leicht nach auf 1,1130 Dollar. Der Dollar legte zum Yen um fast ein Prozent auf 102,6 Yen zu. Am Abend deutscher Zeit wird zudem die US-Notenbank über die Ergebnisse der Sitzung ihres Offenmarktausschusses informieren. Der Leitzins dürfte in der Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent verharren, doch Notenbank-Chefin Janet Yellen dürfte wichtige Indikationen über den künftigen Kurs der Federal Reserve geben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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