Börsen in Asien: Nur Japan gerät ins Minus

Börsen in Asien
Nur Japan gerät ins Minus

Die Aussicht auf eine weitere Periode mit billigem US-Geld treibt die asiatischen Börsen an. Die US-Notenbank hat ein langsameres Tempo bei Zinserhöhungen signalisiert. Das belastet jedoch die japanische Landeswährung.

TokioDie Aussicht auf ein langsameres Tempo bei US-Zinserhöhungen in diesem Jahr hat die Stimmung an vielen asiatischen Aktienmärkten beflügelt. Die Investoren zeigten sich am Donnerstag vielerorts risikofreudiger, nachdem die Fed ihren Leitzins unverändert gelassen und zudem ein gebremstes Vorgehen bei künftigen Zinsschritten angekündigt hatte. „Es hat ausgereicht, das Risiko höherer Zinsen vom kurzfristigen Horizont zu entfernen, um Geld in riskantere Anlagen zu locken“, sagte Martin King, Direktor bei Tyton Capital Advisors.

Die Börse in Schanghai schloss 1,22 Prozent fester. Auch an anderen Aktienmärkten gab es Zuwächse: Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans legte gut zwei Prozent zu. Die Aussicht auf länger billiges Geld in den USA belastete jedoch den Dollar, das drückte auf die Kurse in Japan. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging mit einem Minus von 0,22 Prozent aus dem Handel bei 16.936 Punkten. Der Yen war zeitweise so stark wie seit drei Wochen nicht mehr und wurde zum Dollar mit 112 Yen gehandelt. Das macht den Exporteuren Japans zu schaffen. Der Euro kostete 1,1235 Dollar.

Fed-Chefin Janet Yellen sagte nach dem Zinsentscheid, von der Weltwirtschaft und den Kapitalmärkten gingen immer noch Risiken für die US-Wirtschaft aus. Deswegen sei die Zeit noch nicht reif für eine Zinserhöhung. „In unserer Sicht reagiert die Fed zunehmend auf Änderungen der Bedingungen an den Finanzmärkten“, schrieben die Strategen der Investmentbank Barclays. „Wir glauben, dass das ein Problem ist, weil wir sehen, dass die Schritte der Fed dazu beitragen, genau diese Bedingungen zu schaffen, wegen derer sie jetzt nicht mehr handeln kann.“

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