Börsen New York

China setzt der Wall Street zu

Erst Spekulationen über die Zinswende, dann miese Exportdaten aus China: Die Wall Street fiel am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Zu den Verlierern gehörte vor allem die Großbank Wells Fargo.
Update: 14.10.2016 - 00:00 Uhr
Händler an der New Yorker Stock Exchange. Quelle: AP
Bewegung auf dem Parkett

Händler an der New Yorker Stock Exchange.

(Foto: AP)

New YorkSchwache Handelsdaten aus China haben die US-Börsen am Donnerstag zeitweise auf den tiefsten Stand sei drei Monaten gedrückt. Die enttäuschenden Daten belasteten die Stimmung und schürten Konjunktursorgen, sagten Händler. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hatte im September zehn Prozent weniger exportiert.

Auch die Aussicht auf eine US-Zinserhöhung noch 2016 hielt die Kurse im roten Bereich. Im späten Handel erholten sich allerdings die Ölpreise, woraufhin sich die Verluste am Aktienmarkt verringerten.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,25 Prozent bei 18.098 Punkten. Im Handelsverlauf war der Index bis auf 17.959 Stellen abgerutscht. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,3 Prozent nach auf 2132 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 5213 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax rund ein Prozent tiefer mit 10.414 Punkten.

Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt bestärkten die Anleger in der Einschätzung, dass die Notenbank noch im Dezember die Zinsen anheben wird. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lag mit 246.000 weiter auf dem niedrigsten Wert seit 1973.

US-Banken an der Spitze, Deutsche fällt zurück
Investmentbanken schwächeln weiter
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Investmentbanken kämpfen weltweit um ihre Existenz. Laut einer Analyse von Thomson Reuters sind die Einnahmen mit Börsengängen, M&A-Beratung, Anleiheemissionen und Kreditsyndizierungen erneut zurückgegangen.

Insgesamt nahmen die Banken in den ersten drei Quartalen 60,9 Milliarden US-Dollar ein, was einem Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht – ähnliche schwache Ergebnisse hatte es zuletzt 2012 gegeben.

Quelle: Thomson Reuters Deals Business Intelligence

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die Royal Bank of Canada (RBC) schwächelt weiter im Investmentbanking. In den ersten neun Monaten 2016 sanken die Einnahmen um minus 18,7 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Auch dem Finanzdienstleistungsunternehmen Wells Fargo geht es nicht viel besser. Das Investmentbanking musste Einbußen von 12,5 Prozent hinnehmen. Die Einnahmen lagen somit bei 1,5 Milliarden US-Dollar.

Platz 8: Credit Suisse
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Das Schweizer Geldhaus Credit Suisse verzeichnet Einbußen von 17,2 Prozent im Investmentbanking und belegt damit im Ranking Platz 8. Die Einnahmen liegen in den ersten neun Monaten 2016 bei 2,01 Milliarden US-Dollar.

Platz 7: Deutsche Bank
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Für die Deutsche Bank geht es im Vergleich zum Vorjahr einen Platz herunter: Das Kriseninstitut verzeichnet Einbußen von 29,7 Prozent. Übrig bleiben Einnahmen von 2,03 Milliarden US-Dollar.

Platz 6: Barclays
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Das britische Geldhaus Barclays belegt mit Einnahmen von 2,3 Milliarden US-Dollar im Investmentbanking Platz 6 im Ranking – und rutscht damit einen Rang nach oben. Dennoch sind die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr 12,5 Prozent geringer.

Platz 5: Citibank
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Die Citibank belegt wie im Jahr zuvor den fünften Platz. Der Finanzdienstleister kann in den ersten drei Quartalen 2016 Einnahmen in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar im Investmentbanking verbuchen – dennoch sind das 13,8 Prozent weniger.

Zu den Verlieren gehörte an der Wall Street die Großbank Wells Fargo mit einem Kursminus von 1,2 Prozent. Nach dem Skandal um dubiose Verkaufspraktiken und Geisterkonten hat Bankenchef John Stumpf seinen Posten geräumt. Zum Nachfolger an der Führungsspitze der Großbank wurde Tim Sloan ernannt.

Im Leitindex gehörten auch die Papiere der Investmentbank Goldman Sachs mit 1,1 Prozent Minus zu den schwächsten Werten. Am morgigen Freitag treten die ersten Banken mit ihren Quartalsergebnissen auf den Plan.

Yahoo verlor 1,7 Prozent. Der US-Telekom-Konzern Verizon, der Yahoos Kerngeschäft kaufen will, hat nach dem Hackerangriff auf mindestens 500 Millionen Yahoo-Nutzerkonten erklärt, diese Attacke könnte einen Einfluss auf die geplante Übernahme im Volumen von 4,8 Milliarden Dollar haben. Ob es Verhandlungen gibt, den Preis zu drücken, ließ Verizon offen.

Delta Air Lines legten um fast zwei Prozent zu. Das Zahlenwerk der Airline hatte die Analystenerwartungen übertroffen. Aktien von American Airlines kletterten gar um knapp fünf Prozent.

Bester Wert im S&P waren aber die Papiere von Ulta Beauty mit einem Kurssprung von gut 11 Prozent. Der Kosmetikhändler hatte seine Prognosen für das dritte Geschäftsquartal und das im Januar endende Gesamtjahr 2017 erhöht.

Der Euro erholte sich im New Yorker Handel auf 1,1051 US-Dollar. Zwischenzeitlich war die Gemeinschaftswährung mit knapp unter 1,10 Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1038 (Mittwoch: 1,1020) US-Dollar fest.

An der New York Stock Exchange wechselten rund rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 982 Werte legten zu, 2008 gaben nach und 99 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.73 Milliarden Aktien 796 im Plus, 2031 im Minus und 190 unverändert.

Bankaktien rücken erneut in den Fokus

US-Staatsanleihen legten zu. Angesichts der China-Daten hätten Investoren einen sicheren Hafen gesucht, sagten Händler. Die zehnjährigen Bonds stiegen um 6/32 auf 97-23/32. Sie rentierten mit 1,748 Prozent. Die 30-Jährigen kletterten um 12/32 auf 95-04/32 und hatten eine Rendite von 2,482 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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