Börsen New York
Zinsspekulationen belasten die Wall Street

Die Aussicht auf eine Zinserhöhung in den USA noch in diesem Jahr hat am Donnerstag die Wall Street belastet. Im Fokus standen zudem Twitter-Aktien: Offenbar wollen weder Disney noch Google das Unternehmen kaufen.

New YorkDie jüngsten Arbeitsmarktdaten, die einen unerwarteten Rückgang der Anträge auf Arbeitslosenhilfe ausgewiesen hatten, stärkten laut Händler an der Wall Street die Annahme, dass die US-Notenbank im Dezember an der Zinsschraube drehen werde. „Gute Nachrichten aus der Wirtschaft können schlechte Nachrichten für die Finanzmärkte sein“, sagte der Analyst Phil Davies vom Broker PSW Investments. Höhere Zinsen bedeuten für Unternehmen potenziell höhere Investitionskosten. Zudem verteuert sich für Verbraucher der Kauf auf Kredit.

Händler verwiesen auch auf Aussagen des US-Notenbankers Jeffrey Lacker, der am Mittwoch bekräftigt hatte, ein starker Arbeitsmarkt spreche für eine eher frühere als spätere Zinsanhebung. Ein Zinsschritt schon im November ist unwahrscheinlich, weil die Sitzung der Federal Reserve nur wenige Tage vor der US-Präsidentschaftswahl liegt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 18.268 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte 0,1 Prozent auf 2160 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,2 Prozent auf 5306 Punkte.

Vom erstmals seit Ende Juni wieder über 50 US-Dollar gestiegenen Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der amerikanischen Sorte WTI profitierten die im Dow-Index notierten Ölwerte Exxon Mobil und Chevron nicht. Sie schlossen quasi unverändert. Andere Öl-Aktien wie etwa ConocoPhillips legten hingegen zu.

Bei den Einzelwerten gingen Twitter-Aktien nach den jüngsten Kurszuwächsen kräftig auf Talfahrt und verloren rund 20 Prozent. Einem Medienbericht zufolge wollen weder Disney noch Google für den Kurznachrichtendienst bieten. Twitter hat Insidern zufolge Interessenten mitgeteilt, dass es Verkaufsverhandlungen bis Ende Oktober abgeschlossen haben will.

Unter Druck standen auch Papiere von Yum Brands, die 1,3 Prozent verloren. Der Betreiber der Schnellrestaurant-Ketten Pizza Hut und KFC musste einen Umsatzrückgang hinnehmen.

Aktien von Tesla büßten 3,6 Prozent ein. Die Investmentbank Goldman Sachs stufte die Papiere des Elektroauto-Pioniers von „kaufen“ auf „neutral“ herab.

Walmart will stark in den Ausbau seiner Online-Sparten investieren und rechnet deshalb zunächst mit weniger üppig sprudelnden Gewinnen. Die Aktien des weltgrößten Einzelhändlers verloren daraufhin 3,2 Prozent.

Im Dow notierten nur die Anteile von American Express mit minus 3,76 Prozent noch schwächer. Das japanische Analysehaus Nomura hatte die Titel auf die negative Anlageempfehlung „Reduce“ abgestuft. Ein schwieriges zweites Halbjahr 2016 dürfte Fragen zur Ertragskraft des Kreditkartenkonzerns aufwerfen, hieß es.

Der Pharmakonzern Pfizer kündigte einen Verkauf seines Infusionsgeschäfts an. Die Aktien gaben um 0,74 Prozent nach.

Der Chipproduzent Qualcomm macht offenbar bezüglich der geplanten Übernahme des niederländischen Halbleiterunternehmens NXP Fortschritte, hieß es bei der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Den Qualcomm-Papieren gab dies Auftrieb. Sie gewannen 1,05 Prozent.

In Frankfurt beendete der Dax den Handel 0,2 Prozent tiefer bei 10.568,80 Punkten. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 3021,58 Zähler. Die Titel der Deutschen Bank, die in den vergangenen Tagen stark unter Druck standen, verabschiedeten sich mit einem kleinen Minus von 0,3 Prozent in den Feierabend.

Der Euro gab im US-Handel weiter nach. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1148 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1185 (Mittwoch: 1,1211) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8941 (0,8920) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1296 Werte legten zu, 1630 gaben nach und 149 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 1108 im Plus, 1703 im Minus und 180 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben im Vorfeld der für Freitag erwarteten neuen Arbeitsmarktdaten nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 7/32 auf 97-27/32. Die Rendite stieg auf 1,741 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 14/32 auf 95-20/32 und rentierte mit 2,458 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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