Börsen-Vorschau
Wall-Street-Anleger blicken auf Inflation

Im Blickpunkt der Anleger an der Wall Street wird in der neuen Handelswoche einmal mehr das Thema Inflation sein: Experten erhoffen sich von den für Dienstag und Mittwoch erwarteten Erzeuger- und Verbraucherpreisdaten Hinweise auf den nächsten Zinsschritt der US-Notenbank Fed.

HB NEW YORK.Diese hatte bei ihrer August-Sitzung erstmals seit mehr als zwei Jahren die Zinsen nicht erhöht. Anleger wollen nun sehen, ob mit einer schwächeren US-Wirtschaft auch die von der Fed angenommene Entspannung bei der Teuerung einhergeht. Sollte sich dies nicht bestätigten, rechnen Analysten mit einer weiteren Zinserhöhung im September.

Neben makroökonomischen Faktoren könnten am Markt auch Unternehmensnachrichten eine Rolle spielen. In der allmählich zu Ende gehenden Berichtssaison zum abgelaufenen Quartal werden die jüngsten Zahlen einiger Einzelhändler wie Wal-Mart sowie von den Computerkonzernen Dell und Hewlett-Packard erwartet. Die Fed hatte vergangene Woche nach mehr als zwei Jahren ihre andauernde Serie von Zinserhöhungen zunächst unterbrochen und den Leitzins unverändert bei 5,25 Prozent gelassen. Weitere Zinserhöhungen wollen die Notenbanker von der Entwicklung der Wirtschaft und Inflation abhängig machen. Die Wirtschaft hat sich der Fed zufolge wegen einer Abkühlung am Immobilienmarkt, der hohen Energiepreise sowie der bisherigen Zinserhöhungen abgeschwächt.

Analysten zufolge gibt es am Markt derzeit keine einheitliche Meinung, wie es nun weiter geht. Einige gehen davon aus, dass sich die US-Wirtschaft weiter abschwächt und nächstes Jahr womöglich in eine Rezession abgleitet. Andere rechnen damit, dass die Wirtschaft kurzfristig über einen begrenzten Zeitraum etwas geringer wachsen wird. Dann rechnen sie aber wieder mit einem Anziehen der Konjunktur, sagte Michael Sheldon von Spencer Clarke in New York. "Diese Diskrepanz sorgt dafür, dass der Markt derzeit volatil und schwierig für Investoren ist", sagte er.

Die Furcht vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA hatte die New Yorker Aktienmärkte bereits zum Wochenausklang belastet.Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent niedriger bei 11 088 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,4 Prozent auf 1266 Zähler. Der Nasdaq-Composite büßte knapp 0,7 Prozent auf 2057 Stellen ein. Damit ergibt sich im Wochenverlauf beim Dow ein Minus von 1,4 Prozent und beim S&P ein Rückgang von knapp ein Prozent. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete ein Minus von 1,3 Prozent.

Auch der anhaltend hohe Ölpreise könnte die Märkte in der neuen Woche weiter belasten. Die Hurrikan-Saison, die in der Vergangenheit die wichtigen Ölförderanlagen am Golf von Mexiko beeinträchtigt hat, läuft auf Hochtouren. Auch der Nahost-Konflikt hat Analysten zufolge weiter das Potenzial, die Kurse zu drücken. Zwar einigte sich die internationale Gemeinschaft auf eine UN-Resolution, die ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz vorsieht. Allerdings ist unklar, inwieweit sich die Konfliktparteien daran halten werden.

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