Börsenausblick: Dax steuert volle Kraft voraus

Börsenausblick
Dax steuert volle Kraft voraus

Der Januar gilt eigentlich als schwacher Börsenmonat. Diesmal eilte der Dax jedoch von einem Allzeithoch zum nächsten. Wie es in der kommenden Woche weitergehen könnte und was im Februar für Anleger wichtig wird.
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DüsseldorfMehr als neun Prozent Rendite in nur einem Monat, diese Bilanz des Dax kann sich sehen lassen – erst recht in einem Januar. Denn die Statistik zeigt: Im ersten Monat des Jahres halten sich Anleger häufig zurück und große Kursgewinne sind selten. In der ersten Handelswoche hatte sich genau das angedeutet, der Leitindex rutschte unter die 9500-Punkte-Marke. Doch anschließend jagte ein neues Allzeithoch das nächste. Am letzten Handelstag des Januars ging der Dax mit knapp 10.700 Punkten aus dem Handel.

Zu verdanken ist diese Hatz vor allem der Geldpolitik der Notenbanken. Für Begeisterung an den Märkten hatte jüngst das umfangreiche Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) gesorgt. Doch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret warnte angesichts der mächtigen Geldspritze bereits vor einer Überhitzung einzelner Märkte. In Zeiten hoher Liquidität und niedriger Zinsen bestehe ein Anreiz, auf die Jagd nach Renditen zu gehen und damit steige die Gefahr von Preisblasen.

Sind die aktuellen Kursstände also nur ein letztes Aufbäumen vor dem Crash? Unwahrscheinlich, denn die Notenbanken sind längst nicht die einzigen Kurstreiber. Dank der fallenden Ölpreise und des schwachen Euro sind auch die Konjunkturdaten erfreulich. So kletterte das Ifo-Geschäftsklima-Barometer im Januar von 105,5 auf 106,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Das war bereits der dritte Anstieg in Folge und gilt als Hinweis für eine Wende zum Besseren.


Auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, blickt optimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung: „Erstmals seit langem haben wir unsere Wachstumsprognose für den Euro-Raum etwas nach oben revidiert“, sagt er. Statt bisher 0,8 Prozent liegt die Prognose nun bei 1,1 Prozent. Auch für Deutschland wurde die Prognose von 1,1 auf 1,5 Prozent erhöht. „Als die deutsche Wirtschaft im Sommer stagnierte und im Herbst sogar Rezessionsängste aufkamen, haben wir lediglich von einer Konjunkturdelle gesprochen, die die Wirtschaft rasch überwinden würde“, sagt Krämer. Und so sei es auch gekommen: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2014 gegenüber dem dritten Quartal wohl um 0,25 Prozent gewachsen.

Außerdem rechnet der Commerzbank-Chefvolkswirt damit, dass die EZB bei entsprechend großem politischen Druck sogar noch einmal nachlegen könnte. Eine Möglichkeit sei, dass die Zentralbank über den September 2016 hinaus Anleihen kaufe oder das monatliche Kaufvolumen erhöhe.

Dass das üppige Anleihekaufprogramm der EZB einen positiven Einfluss auf den Aktienmarkt haben wird, erwartet auch das Research-Team der DZ-Bank. Das Programm könne indirekte Mechanismen in Gang setzen, die positiv auf Unternehmen und Aktienmärkte wirken. Zum einen verbessere der anhaltend schwache Euro die Exportaussichten und damit die Hoffnung auf höhere Unternehmensgewinne.

Zum anderen: „Die Anlagealternativen zu Aktien sinken rapide, weil die Notenbanken diese Stück für Stück vom Markt nehmen“, so die DZ-Bank. Bis zum Jahresende rechnen die Experten nun mit einem Dax-Anstieg auf 11.100 Punkte, allerdings: „Der von uns prognostizierte Anstieg der Aktienmärkte steht jedoch auf sandigem Fundament, das im Wesentlichen aus dem Vertrauen in die Notenbanken besteht.“ Außerdem habe sich die Gefahr, dass nun spekulative Übertreibungen bei Dividendenpapieren entstünden, durch die jüngsten Maßnahmen weiter erhöht.

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