Börsenausblick New York
Analysten erwarten US-Anleger in Kauflaune

An der Wall Street deutet alles auf einen versöhnlichen Jahresausklang hin: In der Weihnachtswoche dürften die Anleger an den US-Börsen angesichts von Schnäppchenpreisen und Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage trotz Rezession auf Einkaufstour gehen. Doch auch die traditionelle Jahresendrally wird an der katastrophalen Bilanz des Börsenjahres kaum mehr etwas ändern können.

HB NEW YORK. Denn es waren die schlimmsten zwölf Monate seit dem Ende der Großen Depression an der New Yorker Börse: Bei nur noch sieben Handelstagen in 2008 hat der breit gefasste S&P 500 Index in diesem Jahr 39,5 Prozent an Wert eingebüßt - und damit so schwere Verluste verzeichnet wie seit 1937 nicht mehr. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Aktien relativ billig sind. Analysten setzen zudem darauf, dass unkonventionellere Methoden im Kampf gegen die Rezession den Kursen auf die Sprünge helfen könnten. So kündigte etwa die US-Notenbank Fed nach ihrer am Dienstag erfolgten Zinssenkung auf faktisch Null erweiterte Maßnahmen zur Konjunkturbelebung an.

"Es wird eine Menge Leute geben, die sich durch die Trümmer dieses Jahres arbeiten und selektiv kaufen werden", sagt Paul Nolte von Hinsdale Associates. "Es gibt einige gute Schnäppchen da draußen, und es gibt faire Preise am Markt." Auch das vom künftigen US-Präsidenten Barack Obama in Aussicht gestellte Konjunkturpaket dürfte den Optimismus an die Wall Street zum Jahresende zurückkehren lassen, trotz der allgemein trüben Aussichten. "Niemand ist gut darin, mit einem wirtschaftlichen Weltuntergang umzugehen, aber mit einer Rezession sind wir schon in der Vergangenheit fertig geworden", sagt Michael Sheldon von RDM Financial.

Die Anleger erwarten in der kommenden Woche Veröffentlichungen zu den Verkaufszahlen für neue und bereits gebauter Häuser im November, außerdem abschließende Aussagen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal sowie Indikatoren zur Stimmung der Verbraucher. Die Zahlen vom Immobilienmarkt dürften dabei wenig Erleichterung bringen. Prognosen deuten auf ein 18-Jahres-Tief bei den Verkäufen neuer Häuser hin. Der Verkauf von bereits existierenden Häusern dürfte nahezu auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gefallen sein.

Die Zahlen zum BIP werden zudem wahrscheinlich bestätigen, dass die US-Wirtschaft, die sich bereits seit einem Jahr in der Rezession befindet, im dritten Quartal um 0,5 Prozent geschrumpft ist. Die Börsianer hoffen dennoch, dass die Verbraucher trotz dieser schlechten Indikatoren kurz vor Weihnachten letzte Geschenke besorgen und somit auch dem Einzelhandel zu einer Jahresendrally verhelfen werden.

Am Freitag schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,3 Prozent schwächer bei 8579 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,9 Prozent auf 893 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 1566 Punkte.

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