Börsenausblick
Öl und Firmenberichte beschäftigen Anleger

Trotz einer Schwäche am Freitag legten die führenden europäischen Aktienindizes die beste Woche seit Monaten hin. Nun könnte es wieder ungemütlicher für Investoren werden. Zwei große Themen dürften die Anleger umtreiben.

FrankfurtZwei große Themen dürften Anleger in der kommenden Woche umtreiben: Das Treffen der Ölproduzenten in Katar am Sonntag und die Saison der Quartalberichte der Unternehmen. Beides hätte das Potenzial, um die Aktienmärkte gehörig durcheinander zu wirbeln, meinen Analysten und Strategen.   

Am Sonntag schauen Anleger höchst gespannt auf die katarische Hauptstadt Doha. Dort werden die wichtigen erdölproduzierenden Länder des Ölkartells Opec und Russlands versuchen, sich auf eine Begrenzung der Fördermenge zu einigen. Ecuadors Ölminister Carlos Pareia hat bereits versucht, die ölproduzierende Gemeinde auf einen gemeinsamen Kurs einzuschwören. Das Treffen in Doha sei elementar für die Entwicklung des Rohölpreises in der nahen Zukunft, sagte Pareia.  „Wir hoffen, eine Übereinkunft zu erreichen, die hilft einen Markt zu kontrollieren, der aktuell extrem niedrige Preisniveaus markiert.“ Letzteres sei für niemanden gut, nicht für große Ölproduzenten, auch nicht für die Kleinen.

Eine Einigung der Ölförderer gilt indes als unwahrscheinlich. So schließen etwa die Analysten der Helaba kurzfristig ein erneutes Nachgeben der Preise nicht aus, denn es gebe immer noch hohe Überkapazitäten am Ölmarkt. Zudem gehe der jüngste Anstieg zu großen Teilen auf das Konto von Spekulanten. Am Freitag sank der Ölpreis bereits deutlich. Der Preis für ein 159-Liter-Fass der Nordsee-Ölsorte Brent gab um gut zwei Prozent nach auf 41,54 Dollar.

Trotz einer Schwäche am Freitag legten die führenden europäischen Aktienindizes die beste Woche seit Monaten hin. Nun könnte es wieder ungemütlicher für Investoren werden.  

Die Entwicklung der Ölpreise beeinflusst die Aktienmärkte schon seit längerem in besonders auffälligem Maß. Der Preis für das „schwarze Gold“ gilt als Signal für die Einschätzung der Weltkonjunktur. Steigende Ölnotierungen hatten zuletzt die Börsen gestützt, wurde dahinter doch eine Erholung der globalen Konjunktur mit einer steigenden Ölnachfrage gesehen. Dagegen trübte ein sinkender Ölpreis die Stimmung auf dem Parkett ein. Anleger schlossen auf eine anhaltende konjunkturelle Schwäche.  

Für Bewegung am Aktienmarkt sollten zudem anstehenden Quartalsberichte der Unternehmen sorgen. Vor allem in den USA nimmt die Berichtssaison Fahrt auf. Anleger hätten sich zuletzt wieder etwas aus der Deckung gewagt, konstatiert Analyst Markus Reinwand von der Helaba. Nun komme es darauf an, dass die Kurserholung durch eine Verbesserung der Unternehmensgewinne untermauert werde, kommentiert er.

Eher pessimistisch zeigen sich die Analysten der WGZ Bank, was die jüngste Entwicklung der Firmenzahlen angeht: „In den USA ist mit einer Fortsetzung der fallenden Umsätze und Erträge zu rechnen“, meinen die Aktienspezialisten. „Zu stark sind die negativen Auswirkungen des relativ festen US-Dollar und des Investitionseinbruchs in der Erdöl- und Erdgasbranche.“

Zur Vorsicht mahnen auch Händler: Weil Aktien kurzfristig etwas überkauft seien, wäre es sicher angebracht, wenn die Märkte erst einmal eine Atempause einlegten und in eine Konsolidierungsphase einschwenkten¸ meint Markus Huber vom Wertpapierhaus City of London Markets. Dies wäre nur allzu gesund und notwendig, um den Weg zu höheren Kurse in recht naher Zukunft zu ebnen.

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Zahlreiche große US-Konzerne berichten über ihr Geschäft

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