Börsenausblick Wall Street
Die Woche der Notenbanker

Die Spannung an der Wall Street vor der nächsten Börsenwoche steigt. Die Notenbanker der EZB und Fed könnten den Anlegern ganz schön zusetzen. Der Ausblick für die US-Handelswoche.
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Die Spekulationen über den Kurs der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks geben weiter den Takt an den Börsen vor. Im Euro-Raum geht es darum, ob es eine neuerliche Zinssenkung geben wird. Da sich EZB-Chef Mario Draghi zuletzt alle Türen offen gehalten hatte, um der Wirtschaft weiter unter die Arme zu greifen, werden Anleger in der neuen Woche sämtliche Daten auf Indizien für das weitere Vorgehen der Notenbank abklopfen.

Allerdings entscheidet die Europäische Zentralbank erst am 6. März. Von zahlreichen Konjunkturdaten erhoffen sich die Investoren auch Aufschlüsse über die Pläne der US-Notenbank Federal Reserve. Zudem werden sie auf alle Zwischentöne achten, wenn die neue Fed-Chefin Janet Yellen ihren Antrittsbesuch beim Kongress fortsetzt.

In der alten Woche traten die US-Börsen auf der Stelle. In New York gab der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent nach und verlor damit im Wochenverlauf 0,3 Prozent auf 16.103 Punkte. Auch an den anderen Börsen Europas bewegten sich die Kurse kaum. Der EuroStoxx50 legte leicht auf 3131 Punkte zu.

In den USA könnten vor allem Daten zum Verbrauchervertrauen am Dienstag und Freitag die Hoffnung auf eine nachhaltige Konjunkturbelebung stärken und damit die Fed in ihrem Kurs einer allmählichen Straffung der Geldpolitik bestätigen.

Während die anstehenden Daten vom Häusermarkt am Mittwoch und dem Auftragseingang langlebiger Güter am Donnerstag mehr vom harten Winter beeinträchtigt sein dürften, versprechen sich die Experten von den Verbraucherdaten einen konkreteren Einblick in die Entwicklung der US-Wirtschaft. Dies erhoffen sie sich auch von Yellen-Aussagen beim Banken-Ausschuss des Senats am Donnerstag.

An der Wall Street stehen vor allem die Zahlen von Einzelhändlern wie Target, Macy's und JC Penny sowie den Baumarktriesen Home Depot und Lowe's an.

Auch Daten aus Europa könnten bis in die USA wirken. Am Montag werden die Verbraucherpreisdaten für die Eurozone veröffentlicht. "Ich glaube, dass die Inflation auf dem niedrigen Niveau von 0,7 Prozent bleibt", sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Damit würde der Preisauftrieb bedenklich weit unter dem von Draghi & Co angestrebten Niveau von 2,0 Prozent verharren. Klude hält in diesem Fall eine weitere Zinssenkung für realistisch. Am Donnerstag spricht Draghi bei einem Symposium der Bundesbank und könnte Signale für den nächsten Zinsentscheid geben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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