Börsengang der Postbank war beherrschendes Marktthema
Lustlose Börse am "Hexensabbat"

Am großen Verfallstag an den Terminmärkten, dem so genannten "dreifache Hexensabbat", ist der Deutsche Aktienindex am Freitag knapp unter der Marke von 4000 Punkten geblieben.

HB FRANKFURT/MAIN. Gestützt von freundlichen US-Börsen stand der Frankfurter Leitindex zuletzt bei 3999,79 Punkten - ein Plus von 0,36 Prozent. Der MDax sank um 0,12 Prozent auf 4968,91 Punkte. Der TecDax verlor deutlich um 1,42 Prozent auf 566,57 Punkte.

"Der Verfallstag hat das Geschäft geprägt, aber abgesehen von dem hohen Volumen bei der Mittagsauktion war das Handelsvolumen dünn", sagte ein Aktienhändler in Düsseldorf. Zum Auslaufen der Indexoptionen und Futures um 13.00 Uhr wurde der Dax bei 3977,29 Punkten festgestellt, bevor zum Handelsschluss die Optionen auf einzelne Aktien für das zweite Quartal verfielen.

Auch in New York stand der Handel im Zeichen des dreifachen Verfalls. Der Dow Jones stand bei 10429 Punkten ein halbes Prozent über dem Vortag, während der Nasdaq Composite 0,45 Prozent auf 1993 Punkte stieg. Die Börsen in London und Paris schlossen jeweils freundlich. Der EuroStoxx 50 gewann 0,56 Prozent auf 2822,75 Punkte hinzu.

Mit Zuschlägen von 2,23 Prozent auf 14,64 Euro besetzte die Aktie der Hypo-Vereinsbank die Spitze des Kurszettels. Von der Neugewichtung im Dax, die ab Montag wirksam wird, wird die Aktie stark profitieren. Fondsmanager, die den Index abbilden, müssen den Titel entsprechend zukaufen. Den schwächsten Wert stellte die Aktie von Tui, die um 2,20 Prozent auf 14,67 Euro nachgab.

Versorgeraktien blieben nach positiven Analystenstimmen überdurchschnittlich gefragt: Eon zogen um 1,19 Prozent auf 58,67 Euro an, der Kurs des Konkurrenten RWE gewann 1,71 Prozent auf 38,65 Euro.

Bayer-Papiere schloss 0,09 Prozent schwächer mit 22,87 Euro. Laut Medieninformationen ist Bayer inzwischen der einzige verbleibende industrielle Kaufinteressent für das Geschäft mit Rezept freien Medikamenten der Schweizer Roche Holding. Der hohe Kaufpreis - genannt wurden gerüchteweise zwei Milliarden Euro - könne aber das Kreditrating der Leverkusener belasten, befürchten Analysten.

Marktthema blieb der Börsengang der Postbank. Die Aktie der Konzernmutter Deutsche Post wurde bei 16,71 Euro um 0,06 Prozent schwächer gehandelt. Weiterhin umgaben den größten deutschen Börsengang seit 2001 Spekulationen um eine schwache Nachfrage für die neuen Aktien.

Im TecDax verloren Kontron-Aktien 5,33 Prozent auf 6,40 Euro, während Epcos 4,74 Prozent auf 16,67 Euro abgaben. Händler verwiesen auf einen enttäuschenden Ausblick des US-Chipherstellers Jabil.

Der deutsche Rentenmarkt gab nach. Die durchschnittliche Umlaufrendite sank auf 4,01 (Vortag: 4,05) Prozent. Der Rex- Rentenindex erhöhte sich um 0,24 Punkte auf 116,89 (116,65) Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,19 Prozent auf 112,67 (112,37) Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,2042 (Donnerstag: 1,2045) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8304 (0,8302) Euro.

Nach einem Zeitungsbericht über ein angeblich drohendes Scheitern einer geplanten Kooperation mit Rewe fiel der Aktienkurs des Handelskonzerns Karstadt-Quelle im Nebenwerteindex MDax um 2,6 Prozent auf 16,26 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der "Lebensmittel-Zeitung", wonach die im Grundsatz vereinbarte Kooperation im Lebensmittelbereich zwischen Karstadt und Rewe auf der Kippe stehe. "Wenn das platzen würde, wäre das für Karstadt nicht gut", sagte ein Analyst.

Die Anteilsscheine des Grafitelektrodenhersteller SGL Carbon verloren fast fünf Prozent an Wert, was Händler mit einer großen Verkaufsorder erklärten, die den Preis drücke. Ein SGL-Sprecher sagte, fundamentale Nachrichten aus dem Unternehmen gebe es nicht.

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