Börsenhausse
Dax nach Rekordhoch lustlos

Ausgerechnet an Freitag dem 13. hat es der Dax geschafft: Positive Vorgaben aus den USA und Japan haben den deutschen Leitindex auf ein neues historisches Hoch getrieben. Von Euphorie war in den Handelsräumen der Banken aber nichts zu spüren – denn das Glück war nur von kurzer Dauer.

HB FRANKFURT. Nach mehreren vergeblichen Anläufen in den vergangenen Wochen schoss der deutsche Aktienindex am Freitag bereits in den ersten Handelsminuten über sein seit mehr als sieben Jahren bestehendes Allzeithoch von 8136 Punkten hinaus. Die neue Bestmarke bei 8151 Zählern konnte er allerdings nicht behaupten: Am Abend ging das Börsenbarometer 0,49 Prozent höher bei 8092,77 Punkten aus dem Handel. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es hingegen um 0,02 Prozent auf 11 256,44 Punkte abwärts. Der TecDax rückte um 0,33 Prozent auf 966,98 Zähler vor.

Im Wochenverlauf wurde damit beim Dax nicht einmal ein Prozent gutgemacht. In der kommenden Woche könnte der Index nach Meinung von Experten aber weiter zulegen. „Im Moment ist das zwar kein Schnäppchenmarkt, aber die Bewertung lässt noch Potenzial nach oben, bis zu zehn Prozent“, sagte Fondsmanager Boris Boehm von Nordinvest. Doch die Anleger müssen sich seiner Ansicht nach noch etwas in Geduld üben: Es sei Zeit für eine Konsolidierung, sagte der Fondsmanager: „Der Markt sollte nächste Woche als nächsten Schritt etwas Atem holen.“

Außer Atem gerieten aber auch die meisten Marktteilnehmer am Freitag nicht - trotz des Allzeithochs. „Eine Party gab es hier nicht, als der Dax den neuen Rekord aufgestellt hat“, sagte ein Händler. „Das wurde eher nüchtern aufgenommen.“ Sehr viele Kaufaufträge habe es letztlich sowieso nicht gegeben, nachdem der Dax schon am Vorabend so deutlich zugelegt habe. Unterstützt von den steigenden Kursen am US-Markt war der Dax um knapp zwei Prozent in die Höhe geschossen.

Gerüchte und Analystenkommentare sorgen für Kursgewinne

An die Spitze des Dax setzte sich die Aktie von BASF mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 98,93 Euro. Ein positiver Analystenkommentar habe Käufer angelockt, sagten Händler. Die Analysten von UBS hatten das Kursziel für den Titel auf 105 Euro angehoben. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten zudem die Papiere der Allianz, die sich um 1,2 Prozent verteuerten. „Die Aktie läuft mit dem steigenden Markt mit“, sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte, die Aktie des Finanzkonzerns habe sich zuletzt nicht besonders gut entwickelt und hole jetzt auf. Gefragt waren auch die Titel der Deutschen Bank, die um 1,5 Prozent zulegten. Die Aktie von SAP ging ein Prozent höher aus der Sitzung. Händler begründeten die Kursgewinne mit Gerüchten vom Vortag, wonach der Softwarekonzern, der kommenden Donnerstag Quartalszahlen vorlegen will, seine Prognose erhöhen könnte.

In der zweiten Reihe wurden die Reihen der Gewinner von der MLP-Aktie angeführt, die sich um 5,4 Prozent verteuerte. Händler verwiesen auf erneut aufflammende Gerüchte, dass der französische Finanzkonzern Axa an dem Finanzdienstleister interessiert sein soll. Das Unternehmen wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Im MDax stiegen Aktien von Salzgitter um 0,75 Prozent auf 156,50 Euro. Der Stahl- und Röhrenhersteller peilt 2007 wieder ein Rekordjahr an und stellt auch für das kommende Jahr weiteres Wachstum in Aussicht.

Im TecDax verhalf eine Empfehlung von Goldman Sachs der Aktie von GPC Biotech zu einem Plus von 7,2 Prozent auf 22,85 Euro. Die Analysten hatten die Papiere der Biotechfirma auf eine Empfehlungsliste gesetzt und trauen dem Titel einen Anstieg bis auf 29 Euro zu, wie Händler sagten.

Dagegen war für die Aktionäre von Demag Cranes am Freitag tatsächlich ein schwarzer Tag: Die im SDax notierte Aktie des Kranherstellers stürzte um 23 Prozent ab, nachdem das Unternehmen wegen drohender Verluste in der Sparte Hafentechnologie seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt hatte. Die Aktie des süddeutschen Maschinenbauers Homag, dem manche Experten einen Aufstieg in den SDax zutrauen, ging an ihrem ersten Handelstag mit 31,89 Euro fast drei Prozent über dem Ausgabepreis aus der Sitzung.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 44,66 (Vortag: 4,62) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,16 Prozent auf 113,2 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,25 Prozent auf 110,47 Zähler vor. Der Kurs des Euro fiel leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3782 (Donnerstag: 1,3788) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7256 (0,7253) Euro.

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