Börsenrekorde
Der Dax setzt zum Sprung an

Der Dow Jones hat es bereits geschafft und auch das neue Allzeithoch des Dax scheint nur noch eine Frage der Zeit. Warum Börsianer die europäische Schuldenkrise und den US-Haushaltsstreit ausblenden.
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Frankfurt / DüsseldorfVerkehrte Welt an der Börse? Europäische Schuldenkrise hin, US-Haushaltsstreit her – die Märkte sind in Jubelstimmung. Am Dienstag markierte der Dow Jones an der Wall Street ein neues Allzeithoch und stellte den neuen Rekord am Mittwoch gleich noch mal ein. Auch an der Börse in Tokio ist die Stimmung glänzend. Erstmals seit mehr als vier Jahren hat der Nikkei die Marke von 12.000 Punkten geknackt.

In Frankfurt können die Händler die Sektflaschen ebenfalls kaltstellen. Dem Dax fehlen keine 200 Punkte mehr bis zum Rekordhoch von 8151,57 Punkten aus dem Jahr 2007. Die psychologisch wichtige Marke von 8.000 Punkten wird der Index bald überspringen. Denn die Anleger am deutschen Aktienmarkt werden sich Experten zufolge die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und die Kurse in immer neue Höhen schrauben. „Der Anstieg des Dax auf ein Rekordhoch ist nur eine Frage des ‚Wann‘ und nicht des ‚Ob‘“, sagt Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.

Etwas gedulden müsse sich der Dax aber noch, betont Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. „Selbst wenn die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen senken sollte, wird dieser Impuls voraussichtlich nicht ausreichen“, sagt er. Länger als einige Wochen werde es aber sicher nicht dauern, bis der Leitindex einen neuen Rekordstand erklimme. Der deutsche Nebenwerte-Index MDax eilt bereits seit Wochen von Hoch zu Hoch.

Die EU-Schuldenkrise rückt immer mehr in den Hintergrund. „In der Euro-Zone gibt es zwar große Unsicherheiten, vor allem was die politische Situation in Italien anbelangt“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB. „Insgesamt hilft die Aussicht auf eine anziehende US-Konjunktur aber darüber hinweg. Die sich wiederbelebende Wirtschaft in den USA ist der Rettungsanker für die europäischen Börsen.“

Der Grund für den Börsenboom ist vor allem einer: Die internationalen Aktienmärkte surfen auf immer neuen Wellen billigen Notenbank-Geldes. Daran werde sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern, ist Basse überzeugt. „Zwar wird die US-Notenbank irgendwann aus ihrem aggressiven Anleihenkaufprogramm aussteigen, aber das wird sie mit Bedacht tun.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt am heutigen Donnerstag zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen. An den Finanzmärkten wird nicht mit einer Zinsänderung gerechnet. Damit dürfte der Schlüsselzins für die Geldversorgung der europäischen Banken unverändert bei 0,75 Prozent bleiben. Neue unkonventionelle Maßnahmen der Notenbank zur Stimulierung der Wirtschaft wird EZB-Präsident Mario Draghi nach Einschätzung von Ökonomen dieses Mal auch nicht verkünden.

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  • Das Bild ist schon lustig. Wohin geht der Springer, wenn der die Latte schafft? Scheint fast gar nicht relevant zu sein, ob er sie schafft!

  • Wo springt er denn nun? .... Wo springt er denn nun????

  • Wenn ich hier von Sektflaschen kaltstellen lese kann ich mir vorstellen, das die bereits ausgesoffen wurden! Anders kann ich mir das nicht erklären. Vielleicht bin ich doof, aber nicht so besoffen, diesem Drang der "Alternativlosigkeit "zu folgen! Wenn der jap. Notenbankpesident geht, weil er noch versucht hat, etwas gegen allen Sachverstand zu tun, dann ist das schon die erste rote Linie, die der Markt weggekehrt hat. Weitere Zinssenkungen in Europa? Ich glaube , "die spinnen, die Römer...". Und dann Amerika? Natürlich, wenn Zinsen auf quasi "0" stehen, ist jede andere Investition ertragreicher...aber derzeit wird unterstellt, das es immer so bleiben wird. Das ist die zweite rote Linie, die überschritten wird. Und dann, Gott möge uns davor schützen, was tun wir, wenn die Zinsen in Amerika auf sagenhafte 1 % oder sogar noch mehr steigen und in Europa auf unglaubliche 1,5 %...kann mir mal jemand sagen woher die Zinsen bezahlt werden sollen, wenn man nicht mal heute sparen kann? Amerika ist doch nur noch in der Lage Geld zu zahlen, weil die geltenden Gesetze nicht in der realen Welt gelten sollen! Wir reden immer vom Fiskal-Cliff, das überschritten würde. Es ist überschritten !!! Seit dem 01.01.2013 kommen zu den 16.400.000.000.000 jeden Tag 3.000.000.000 USD (ohne Zinsen) dazu...das heißt bevor man sich irgendwie einigt, ob man die Grenze von 16,4 Bill.USD überhaupt anheben kann oder darf sind wir bereits bei 16,7...17...oder mehr und das treibt die Börsen! Weil man weiß, das Kind ist im Brunnen ersoffen, da braucht keiner mehr helfen!....wo sind denn S&P, Moody´s oder Fitch? Die dürfen nichts sagen, weil man denen rechtzeitig mit Klagen gedroht hat und nun kann auch hier nichts mehr anbrennen! Und Europa feiert schon bloße Absichtserklärungen, die ab 2017 greifen könnten wenn es überhaupt geht,als wenn alle Löcher schon gestern gestopft wären. Noch im Laufe diesen Jahres wird man sich fragen, ob 7000 DAX-Punkte für die nächsten Jahre realistisch sind!

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