Börsenrekorde: Liquidität ist nur ein Baustein der Hausse

BörsenrekordeDer Dax setzt zum Sprung an

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Liquidität ist nur ein Baustein der Hausse

Das könnte jene Investoren enttäuschen, die hoffen, dass die Hüter des Euro sich dem von der US-Notenbank angeführten geldpolitischen Geleitzug anschließen und die Märkte in den kommenden Monaten mit noch mehr billigem Geld fluten. Die Allianz etwa rechnet in diesem Jahr noch mit einer Zinssenkung Draghis, allerdings nicht bei der Ratssitzung im März. Sollten sich die Italiener wie von der Mehrheit der Ökonomen erwartet von ihrer Sparpolitik verabschieden oder die EZB nicht noch mehr billiges Geld in Aussicht stellen, könnte die seit Tagen andauernde Rally an den Börsen zu Ende gehen. Ließe Draghi aber die Tür für weitere Zinssenkungen offen, würde er den Aktienmärkten noch mehr Rückenwind geben.

Die Politik der Notenbanken ist nicht unumstritten. Die privaten deutschen Banken beispielsweise fürchten eine neue Finanzkrise, sollte die laxe Geldpolitik der EZB zu lange anhalten. Zwar gebe es wegen der schwachen Konjunktur in vielen Euro-Ländern und der geringen Teuerung aktuell noch keinen Anlass für eine Zinswende der Währungshüter, erklärte Joachim Massenberg von der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes BdB. Sollte aber die EZB den Fuß nicht rechtzeitig vom geldpolitischen Gaspedal nehmen, drohten massive Probleme. „Die Grundlagen für eine neue Krise sind gelegt“, so Massenberg.  Deshalb müsse die EZB wachsam bleiben und das Ende ihrer Geldschwemme schon heute vorbereiten.

Dem BdB-Experten bereiten unter anderem die von der Geldschwemme der Notenbanken getriebene Rally an den Aktienmärkten und die Anzeichen für Überhitzungen der Immobilienmärkte in deutschen Ballungsräumen Sorgen: „Viele Indikatoren, die auf eine künftige Krise hindeuten können, sind vorhanden.“

Doch nicht nur das billige Notenbankgeld lässt die Börsen steigen. „Liquidität ist aber nur ein Baustein der Hausse“, betont Volkswirt Hellmeyer. „Der Erfolgspfad der Weltwirtschaft setzt sich fort.“ Außerdem seien die Bilanzen der deutschen Unternehmen deutlich besser als zur Zeit des bisherigen Dax-Rekordhochs von 2007.

Seit Monaten betonen Börsianer, dass deutsche Aktien unterbewertet sind. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 Dax-Unternehmen liegt derzeit bei etwa zehn. Das bedeutet, dass der Aktienkurs den Gewinn je Aktie um das Zehnfache übersteigt. Im langjährigen Durchschnitt erreichen die Dax-Firmen aber ein KGV von 15.

Marcard-Stratege Rahn weist noch auf einen weiteren Aspekt hin: Der Ausgang der Italien-Wahl habe vielen Marktteilnehmern einen Schrecken eingejagt und spekulativ orientierte Investoren verscheucht. Damit könnten die verbliebenen Anleger endlich "Butter bei die Fische" geben und sich auf die Fortsetzung der Rally konzentrieren.

 

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  • Das Bild ist schon lustig. Wohin geht der Springer, wenn der die Latte schafft? Scheint fast gar nicht relevant zu sein, ob er sie schafft!

  • Wo springt er denn nun? .... Wo springt er denn nun????

  • Wenn ich hier von Sektflaschen kaltstellen lese kann ich mir vorstellen, das die bereits ausgesoffen wurden! Anders kann ich mir das nicht erklären. Vielleicht bin ich doof, aber nicht so besoffen, diesem Drang der "Alternativlosigkeit "zu folgen! Wenn der jap. Notenbankpesident geht, weil er noch versucht hat, etwas gegen allen Sachverstand zu tun, dann ist das schon die erste rote Linie, die der Markt weggekehrt hat. Weitere Zinssenkungen in Europa? Ich glaube , "die spinnen, die Römer...". Und dann Amerika? Natürlich, wenn Zinsen auf quasi "0" stehen, ist jede andere Investition ertragreicher...aber derzeit wird unterstellt, das es immer so bleiben wird. Das ist die zweite rote Linie, die überschritten wird. Und dann, Gott möge uns davor schützen, was tun wir, wenn die Zinsen in Amerika auf sagenhafte 1 % oder sogar noch mehr steigen und in Europa auf unglaubliche 1,5 %...kann mir mal jemand sagen woher die Zinsen bezahlt werden sollen, wenn man nicht mal heute sparen kann? Amerika ist doch nur noch in der Lage Geld zu zahlen, weil die geltenden Gesetze nicht in der realen Welt gelten sollen! Wir reden immer vom Fiskal-Cliff, das überschritten würde. Es ist überschritten !!! Seit dem 01.01.2013 kommen zu den 16.400.000.000.000 jeden Tag 3.000.000.000 USD (ohne Zinsen) dazu...das heißt bevor man sich irgendwie einigt, ob man die Grenze von 16,4 Bill.USD überhaupt anheben kann oder darf sind wir bereits bei 16,7...17...oder mehr und das treibt die Börsen! Weil man weiß, das Kind ist im Brunnen ersoffen, da braucht keiner mehr helfen!....wo sind denn S&P, Moody´s oder Fitch? Die dürfen nichts sagen, weil man denen rechtzeitig mit Klagen gedroht hat und nun kann auch hier nichts mehr anbrennen! Und Europa feiert schon bloße Absichtserklärungen, die ab 2017 greifen könnten wenn es überhaupt geht,als wenn alle Löcher schon gestern gestopft wären. Noch im Laufe diesen Jahres wird man sich fragen, ob 7000 DAX-Punkte für die nächsten Jahre realistisch sind!

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