Börsenrutsch in China
Aufsicht nimmt automatisierten Handel ins Visier

Ungewöhnliche Kaufaufträge und Stornierungen haben Chinas Finanzaufsicht auf den Plan gerufen. Nachdem die chinesischen Börsen um mehr als 30 Prozent in wenigen Wochen abgerutscht sind, erhöht die Regierung den Druck.
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Schanghai/TokioNach den Börsenrutsch in China erhöht die Regierung den Druck auf die Finanzindustrie. Die Wertpapieraufsicht CSRC teilte am Freitag mit, die Auswirkungen des automatisierten Handels auf den Markt zu prüfen. Sie gab ferner bekannt, Einschränkungen für 24 Aktienhandelskonten beschlossen zu haben. Grund seien mutmaßliche Unregelmäßigkeiten. Dazu gehörten ungewöhnliche Kaufaufträge und Stornierungen, die die Entwicklung des Gesamtmarktes beeinflusst haben könnten.

Die CSRC hatte jüngst angekündigt, gegen „bösartige Leerverkäufe“ vorzugehen. Leerverkäufe sind im Grunde Wetten auf sinkende Kurse. Marktteilnehmer verkaufen „geborgte“ Aktien und kaufen sie dann zu einem günstigeren Preis zurück. Die Preisdifferenz wird als Gewinn verbucht. Die Börsen in China haben nach dem 12. Juni in weniger als vier Wochen mehr als 30 Prozent eingebüßt.

Die chinesischen Aktienmärkte haben ihre Talfahrt am Freitag abbremsen können, verzeichnen aber nach dem Einbruch der vergangenen Wochen die größten Kursverlusten innerhalb eines Monats seit fast sechs Jahren. Die Wertpapieraufsicht CSRC reagierte mit der Einschränkung von 24 Aktienhandelskonten auf den Kurssturz und kündigte eine Überprüfung des automatisierten Handels an.

Die japanischen Börsen notierten angesichts bevorstehender Quartalszahlen wichtiger Unternehmen kaum verändert. Dennoch bleibt Japan der einzige asiatische Markt, der auf Monatssicht ein Plus verbucht. Der Euro gewann in Fernost leicht hinzu. Analysten attestierten den chinesischen Börsen trotz der Talfahrt Aussichten auf eine Erholung.

„Irgendwann muss der Markt auch wieder die wirtschaftliche Macht (Chinas) widerspiegeln“, sagte Yu Min Wang, Investmentchef bei Nikko Asset Management. Seit Mitte Juni sind die Börsen in der Volksrepublik um mehr als 30 Prozent eingebrochen und haben an den Märkten weltweit Sorge ausgelöst.

Die Börsenaufsicht begründete ihr Einschreiten mit mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten. Dazu gehörten ungewöhnliche Kaufaufträge und Stornierungen, die die Entwicklung des Gesamtmarktes beeinflusst haben könnten. Nach Angaben eines Insiders forderte sie auch von anderen asiatischen Börsen Unterlagen zum Handel mit einzelnen Papieren an.

Am Freitagnachmittag lag die Börse in Schanghai zeitweise leicht im Plus, nachdem sie am Morgen mehr als 1,5 Prozent nachgegeben hatte. Auch der Handelsplatz in Shenzhen verbuchte mit 0,1 Prozent zeitweise einen leichten Aufwind. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,3 Prozent im Plus bei 20.585 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,75 Prozent auf 1659 Zähler.

Hier zeigten sich die Investoren abwartend, weil große Firmen wie Sharp und Honda erst nach Börsenschluss Quartalsberichte vorlegten. Im fernöstlichen Devisenhandel notierte der Euro mit 1,0941 Dollar etwas fester als im späten New Yorker Handel am Donnerstag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Noch was, nur um das angebliche Riesenreich und dessen Bedeutung richtig einzugrenzen: ca. 6 % des deutschen Exports gehen nach China (etwas mehr als nach Österreich!)

  • Zitat: "„Irgendwann muss der Markt auch wieder die wirtschaftliche Macht (Chinas) widerspiegeln“, sagte Yu Min Wang,"

    Alles klar Jungs, dann gibt es am Aktienmarkt noch ein Blutbad. Eine Wirtschaft die realwirtschaftlich schon lange NICHT wächst, aber Wachstumsraten von 7 % ausweist (und über Jahre jede Wachstumszahl des Politbüros erfüllt hat), also nicht existent ist.

    Exporterfolge, die es nie gab, wie dieses Frühjahr + 20% in die EU! (während Draghi die Druckerpresse wegen der Stagnation angeworfen hat)

    Versteckte Kapital-Importe (hier dargelegt von Finn Mayer-Kuckuck), die, wenn man nachrechnet und davon ausgeht, dass die chin. Steuerbehörden nicht 100% aufgedeckt haben, bedeutet, dass Chinas Leistungsbilanz negativ ist. Komischerweise, gab es dann in den Folgemonaten KEINE Korrektur der Zahlen, anders gesagt: alles gefakt! (sonst hätte es 1 Jahr lang eben kein Wachstum gegeben...)

    Hab ich was vergessen? Immobilienblase, Fehlinvestitionen, ...

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