Börsianer bewerten Daimler-Rückzieher positiv - MDax in Rekordlaune
Dax schließt über 4 100 Punkten

Das Abrücken Daimler-Chryslers von dem japanischen Autobauer Mitsubishi Motors hat am Freitag die Aktien des deutsch-amerikanischen Autoherstellers nach oben katapultiert. Angetrieben von den Kursgewinnen des Dax-Schwergewichts sowie insgesamt positiven Impulsen aus den USA schloss der Deutsche Aktienindex (Dax) über der psychologisch wichtigen Marke von 4 100 Punkten.

HB FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsenindex verbuchte ein Plus von 1,1 Prozent höher bei 4 104 Stellen und hat damit in dieser Woche rund 1,7 Prozent zugelegt. Der Umsatz auf Xetra gehandelter Dax-Aktien belief sich auf 121,9 (Vortag 122,8) Millionen Stück. Ganz oben in der Gunst der Anleger standen bei überdurchschnittlich hohen Umsätzen die Papiere von DaimlerChrysler, die um zeitweise neun Prozent zulegten und den Handel 5,7 Prozent höher bei 4104 Euro beendeten.

„Durch die Entscheidung von Daimler ist der Markt endlich aus seinem Schlaf erwacht“, sagte Raed Mustafa, Händler bei der BW Bank. „Dies gibt dem Dax heute Auftrieb.“ Daimler hatte am Vorabend angekündigt, nicht an der geplanten Kapitalerhöhung teilzunehmen und Mitsubishi auch nicht weiter finanziell unterstützen zu wollen. Daimler-Finanzchef Manfred Gentz sagte in einer Telefonkonferenz, über den Verkauf der 37-prozentigen Beteiligung an Mitsubishi sei aber noch nicht entschieden.

Bei Xetra-Börsenschluss notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,4 Prozent niedriger bei 10 417 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Composite stieg um 0,1 Prozent auf 2 036 Stellen.

Daimler rückt von Mitsubishi ab

„Es war höchste Zeit, dass sie auf die Notbremse gestiegen sind“, kommentierte Fondsmanager Gerald Rössel von Invesco die Entscheidung von Daimler-Chrysler. Analyst Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz betonte: „Die Entscheidung stellt die gesamte Strategie von Daimler-Chrysler in Frage.“ Selbst eine Trennung von der defizitären US-Sparte Chrysler wurde von Marktteilnehmern nicht mehr ausgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage nach der Zukunft von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp immer lauter. „Der Stuhl von Schrempp ist angesägt“, sagte Punzet.

Auf die Ankündigung von Daimler reagierte eine Reihe von Banken, darunter die WestLB, Metzler und Dresdner Kleinwort Wasserstein, mit Hochstufungen der Papiere des Stuttgarter Autokonzerns. In Tokio hatten die Mitsubishi-Titel 25 Prozent an Wert verloren.

Puma- und Adidas-Aktien nach Reebok-Zahlen unter Druck

Unter Druck gerieten die Papiere der beiden fränkischen Sportartikelhersteller Adidas-Salomon und Puma. „Offenbar nehmen einige Anleger die enttäuschenden Reebok-Zahlen zum Anlass, um Gewinne mitzunehmen“, sagte ein Händler. Am Vortag hatte der US-Konkurrent Reebok, die Erwartungen der Analysten bei Gewinn und Umsatz für das erste Quartal verfehlt. Die Papiere des zweitgrößten US-Sportartikelherstellers nach Nike waren zeitweise um mehr als fünf Prozent eingebrochen.

Die Aktien von Puma - Quartalszahlen der Firma werden kommenden Montag erwartet - fielen im Nebenwerteindex MDax um gut zwei Prozent auf 208,17 Euro, Adidas-Papiere gaben im Dax um 0,4 Prozent auf 99,36 Euro nach.

Zuversichtliche Äußerungen des Chefs von SGL Carbon, Robert Koehler, verhalfen den Papieren des Grafitelektrodenproduzenten im MDax zu einem Plus von mehr als fünf Prozent. Koehler sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, er erwarte für das erste Quartal eine deutliche Steigerung des Betriebsgewinns.

Um 0,7 Prozent fielen die Titel von Volkswagen. Die Papiere wurden allerdings Ex-Dividende gehandelt. Rechnet man den Abschlag durch die Ausschüttung heraus, stieg das Papier sogar um rund zwei Prozent.

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