Commerzbank als Tagesgewinner
Dax schließt auf Tagestief

Schwache US-Börsen und Kursverluste zum dreifachen Verfallstermin am Terminmarkt haben den deutschen Leitindex am Freitag nach unten gezogen. Der Dax behauptete mit einem Schlusstand von 3578,7 Punkten zwar seinen Wochengewinn von rund drei Prozent, notierte damit aber 0,9 % unter seinem Vortagesschluss und schlos auf seinem Tagestief. Neuerliche Fusionsphantasien rückten dabei unter den Einzelwerten die Commerzbank in den Mittelpunkt.

HB FRANKFURT. Der MDax legte um 0,87 Prozent auf 4200,18 Punkte zu, während der TecDax bei 524,93 Punkten 3,33 Prozent einbüßte.

Der dreifache Verfallstag sei ohne größere Schwankungen verlaufen, weder bei der Abrechnung am Mittag noch in den folgenden Stunden habe es Auffälligkeiten gegeben, sagte ein Händler. Im Laufe des Handelstages hatte der Dax in einer schmalen Spanne um die Marke von 3 600 Punkten gependelt. Marktbewegende Konjunkturdaten gab es nicht. Am so genannten "Hexensabbat" verfallen die Index-Terminkontrakte und die Optionen auf Einzelwerte. In der Regel führt dies zu starken Kursschwankungen, da Großanleger, die solche Terminkontrakte und Optionen halten, die Indizes und Aktien in eine für sie günstige Richtung zu beeinflussen versuchen.

Die Commerzbank-Aktien führten mit einem zeitweiligen Gewinn von beinahe fünf Prozent auf ein 14-Monatshoch von 14,95 ? die Gewinnerliste an. Die Spekulationen um Deutschlands drittgrößte Bank waren durch ein Interview des "Manager-Magazins" mit dem Commerzbank-Investor Clemens Vedder neu entfacht worden, der erklärte hatte, es werde die Bank binnen zweier Jahre in dieser Form nicht mehr geben. "Diese Spekulation gibt es immer wieder, substanziell Neues gibt es nicht", sagte ein Händler. Die Commerzbank-Aktie nahm einen Kursgewinn von 3,9 % ins Wochenende mit.

Ein weiterer positiver Faktor bei den Commerzbank-Titeln sei die Charttechnik, nachdem Commerzbank im Verlauf ein neues Jahreshoch bei 14,95 Euroo markieren konnte, urteilten Händler. Mit dem Überwinden des wichtigen Widerstands bei 14,36 Euroo ist einem Chartanalysten zufolge nun Luft bis 15,70 Euroo.

Die Aktien der Deutschen Bank folgten meist dem Dax nach oben wie nach unten. Die Nachricht, wonach das Landgericht Düsseldorf gegen Vorstandschef Josef Ackermann die Klage im Fall Mannesmann wegen Untreue zugelassen hat, wirkte sich laut Händlern zunächst nicht aus. "Der Kursrückgang ist eindeutig verfallsbedingt. Das ist kein Ackermann-Kurs", sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Das Papier ging mit einem Minus von 1,8 % bei 58,15 Euro aus dem Handel.

Bis zum Abend gaben Bayer-Aktien ihre zuvor erzielten Gewinne wieder ab. Am Vormittag hatte der Titel nach der Ablehnung von Sammelklagen in den USA und einem Medienbericht über Erfolge mit dem Potenzmittel Levitra noch zugelegt. Die Aktie wurde zuletzt 1,20 Prozent unter dem Vortagsniveau mit 20,61 Euro gehandelt.

Continental konnten 1,6 Prozent auf 24,69 Euro zulegen. Der Titel steigt im Rahmen der Dax-Umgewichtung über das Wochenende in den Index der deutschen Standardwerte auf. MLP verloren dagegen an ihrem letzten Tag im Dax 0,7 Prozent auf 16,65 Euro. Hypo-Vereinsbank gaben sogar sechs Prozent auf 17,48 Euro nach. Der Titel muss den EuroStoxx-50 verlassen.

Bei den Werten aus der zweiten Reihe konnten Celanese kräftig zulegen. Die Aktien sind einem Händler zufolge zuletzt vielfach empfohlen worden und konnten daher zulegen. Die fundamentale Lage habe sich mit den jüngsten Desinvestitionen, Kostensenkungen und der Bilanzverbesserung stark verändert. Charttechnisch habe sich ein sehr starker Aufwärtstrend gebildet und im Verlauf wurde ein neues Hoch bei 32 Euro markiert. Die Papiere gewannen 4,5 Prozent auf 31,88 Euro.

Im TecDax machten Mobilcom nach der Bestätigung von Talkline, eine Übernahme der Büdelsdorfer ernsthaft zu prüfen, von sich reden. Die Aktie gewann 13,8 Prozent auf 12,75 Euro. Gegenüber vwd hatte Talkline bestätigt, dass man eine Übernahme von Mobilcom prüfe und bereits Kontakte zur Deutschen Bank aufgenommen habe. Die Muttergesellschaft von Talkline, die TDC, hat Berichte über eine mögliche Übernahme des Wettbewerbers Mobilcom allerdings als falsch zurückgewiesen. Der Kurs des TecDax-Absteigers Medigene schloss 15,22 Prozent schwächer mit 6,35 Euro.

Händler richteten den Blick nun bereits auf die nächste Berichtssaison, hieß es. Im Vorfeld der Quartalsberichterstattung könnten bald schon wieder Gewinnwarnungen in den USA anstehen, sagten Händler. Bislang sei die so genannte "Warnsaison" aber relativ erfreulich verlaufen. Das lasse auf einen günstigen Verlauf der Berichtssaison schließen.

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