Commerzbank-Analyse
Londoner Finanzsektor bei EU-Austritt in Gefahr

Es ist ein beunruhigendes Szenario für die Briten: Sollte das Land aus der EU austreten, könne der Finanzplatz London Schaden nehmen, prognostiziert die Commerzbank. Vorteile für die Briten sieht die Bank dagegen nicht.

BrüsselLondons Position als globales Finanzzentrum könne Schaden nehmen, falls Großbritannien die Europäische Union verlasse, warnt die Commerzbank AG. „Schnell wachsende Finanzzentren in Asien und dem Nahen Osten wären gut aufgestellt, um daraus Nutzen zu ziehen“, kommentierte Peter Dixon, Ökonom bei der Commerzbank in London, am Mittwoch. „Ein Vorteil, den die britische Finanzbranche unter den derzeitigen Regelungen genießt, ist der uneingeschränkte Zugang zu einem Markt mit 500 Millionen Menschen; wenn sie von außerhalb der EU arbeiten würde, würde dieser Vorteil verschwinden, während der Nutzen sehr ungewiss wäre.“

Der britische Ministerpräsident David Cameron erklärte, er werde vor Ende 2017 ein Referendum zur EU-Mitgliedschaft Großbritanniens abhalten. Bis dahin will er für Änderungen in der Arbeitsweise der Union sorgen, durch die bestimmte Kompetenzen auf die nationalen Regierungen zurückübertragen werden. 45 Prozent der Wähler befürworten einen Verbleib in der EU, dagegen sind 37 Prozent, wie eine Umfrage des Instituts Survation Ltd. im August ergab.

Ein Austritt Großbritanniens wäre ein Abwägen zwischen den ökonomischen und den politischen Interessen Großbritanniens, und es gebe kaum Hinweise auf einen positiven Nutzen, so die Commerzbank. Eine Verringerung des Handels würde es schwieriger machen, die Arbeitslosigkeit zu kontrollieren; dagegen sei es unwahrscheinlich, dass ein Wegfall der EU-Regulierungen die britische Wirtschaft stärken würde, hieß es. „Ein Austritt bedeutet einfach nur, dass Großbritannien dann vor anderen Problemen steht.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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