Daimler-Aktie springt auf neues Jahreshoch
Börse spielt schnellen Chrysler-Verkauf

Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler hat am Dienstag mit der Mitteilung aufhorchen lassen, dass der Konzern die Vorlage seiner Zahlen für das erste Quartal 2007 von Ende April auf Mitte Mai verschiebt. Offiziell wird das mit der Umstellung der Rechnungslegung begründet. Doch an der Börse wird ein anderer Grund gespielt, der die Aktie auf ein neues Jahreshoch getrieben hat.

HB FRANKFURT. Der Stuttgarter Autobauer erklärte die Verzögerungen mit der Umstellung auf die internationalen Bilanzregeln IFRS. die Terminverschiebung habe nichts mit Chrysler zu tun. Hintergrund seien vielmehr die Abschlussarbeiten an dem Jahresabschluss für 2006 in den ersten Wochen des Jahres, die länger gedauert hatten als geplant. Damals hatte der Betriebsrat nach einem Einigungsstellen-Verfahren weniger Überstunden für die Buchhalter genehmigt als vom Unternehmen beantragt. Dies habe nicht aufgeholt werden können. Aus Konzernkreisen hieß es, man habe den korrekten Verlauf der Jahres-Pressekonferenz vom 14. Februar und der Hauptversammlung am 4. April sicherstellen wollen; die Verschiebung der Quartalszahlen-Veröffentlichung sei der Preis dafür. Die Geschäftszahlen für die ersten drei Monate sollen nun am 15. Mai veröffentlicht werden. Ursprünglich war dies für den 26. April geplant.

Auf dem Börsenparkett wurde die Terminverschiebung als Indiz dafür gewertet, dass sich entgegen allen Dementis aus dem Konzern in Sachen Chrysler-Verkauf doch schneller als gedacht etwas tun könnte. Nachrichtlich gebe es absolut nichts neues neben der Chrysler-Spekulation. „Aber das allein reicht ja schon“, sagte ein Händler. „Wenn sie Chrysler jetzt schnell abstoßen, wird das der Aktie wohl noch einmal ordentlich helfen“, meinte einanderer Börsianer. Die Aktie stieg um 4,7 Prozent auf ein neues Jahreshoch von 63,09 Euro.

Nach Handelsblatt-Informationen rechnet die von Daimler-Chrysler beauftragte Investmentbank J.P. Morgan bis Ende der Woche mit ersten vorläufigen Geboten für Chrysler. Laut „Detroit News“ haben sich interessierte Private-Equity-Gesellschaften mit großen Investmentbanken zusammengetan, um ihre Gebote zu finanzieren. Daneben profitiere die Aktie von positiven Analystenstimmen.

So hat Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie auf 75 Euro angehoben. Nach Ansicht der Experten der US-Investmentbank hängt die Zukunft von Daimler-Chrysler davon ab, dass sich der Konzern von Chrysler trennt. In den vergangenen acht Jahren hätten die Stuttgarter Barmittel im Umfang von 60 Mrd. bis 70 Mrd. Euro in Chrysler investiert, die in den Sparten "Mercedes Benz Passenger Cars" und „Commercial Vehicles“ zweifellos größeren Nutzen gebracht hätten - auch eine Rückzahlung an die Aktionäre wäre vorzuziehen gewesen. Die Analysten stellen sich auf eine künftige Bewertung auf der Grundlage der Trennung von Chrysler ein. Chrysler habe einen negativen Wertschöpfungsbeitrag geliefert, die davon befreite „Daimler-Benz AG“ sei mindestens 80 Euro wert, hieß es auch auf dem Parkett.

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