Das Trumpometer
Pharmakonzerne im Fokus

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat die Börsen aufgebracht. Die Wall Street jubelte zunächst, das Silicon Valley litt. Das Trumpometer zeigt, welche Branchen aktuell besonders Trumps Einfluss spüren.
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Auch wenn die unerwartet eingesetzte Trump-Ephorie an den Börsen langsam abklingt, bleibt der Wahlsieg des Republikaners das bestimmende Thema auf dem Parkett. Bis sein groß angekündigter Wirtschaftsfahrplan Form annimmt, bleibt den Anlegern nur eines: Warten. Mit jeder seiner Aussagen sorgt das designierte zukünftige Staatsoberhaupt der Amerikaner für große Wirkung auf die Märkte. Mal träumen Banken-Aktionäre von neuen Freiheiten für die Börse, mal setzen Investoren von Anlagebauern und Baustoffspezialisten auf ein Infrastrukturprogramm, ein anderen mal fürchten deutsche Autobauer Handelsschwierigkeiten im Exportgeschäft.

+++ 18.11. Bayer blickt gespannt auf Zinsentwicklung +++

Die gute Stimmung am Aktienmarkt erreichte in der vergangenen Woche auch die Pharmakonzerne. In den ersten Tagen nach der Wahl gewannen die Papiere von Bayer, Fresenius Medical und Co. um mehr als drei Prozent. Lediglich falsche Euphorie? Der designierte Präsident hat im Vorfeld angekündigt, den Gesundheitssektor umzubauen und den Preisdruck auf Medikamente zu erhöhen – allerdings deutlich moderater als seine Konkurrentin Hillary Clinton. Die Papiere von Bayer und Merck etwa verloren in dieser Woche an Boden, ebenso die Anteilsscheine von Pfizer an den US-Börsen. Der deutsche Riese Bayer etwa blickt gespannt auf die Gesamtentwicklung – schließlich haben Banktitel durch die Aussicht auf höhere Zinsen zuletzt Aufschwung erfahren. Bei Bayer hingegen hätte ein Zinsanstieg eher Sorgenfalten zu spüren. Die geplante Übernahme des US-Riesen Monsanto für 66 Milliarden Dollar würde sich spürbar verteuern.

+++ 17.11. Banken wieder schwächer +++

Am Donnerstag haben Europas Banken abermals nachgegeben. Die Geldhäuser waren der schwächste Sektor im Stoxx 600. Die Deutsche Bank sank um 1,3 Prozent, die Commerzbank verlor 1,8 Prozent. In Mailand korrigierten Unicredit sogar 3,5 Prozent nach unten; die italienische Zeitung „Il Sole 24 Ore“ hatte von bis zu neun Milliarden Euro Rückstellungen für faule Kredite berichtet. Die Anleger an den europäischen Börsen stellen die Kursrally nach den US-Wahlen zunehmend in Frage. „Der Trump-Effekt verblasst mehr und mehr, die ersten negativen Stimmen bezüglich einer möglichen Abschottung Amerikas machen die Runde“, sagte ein Händler. Hoffnungen auf einen Wirtschaftsboom unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump hatten die Börsen in den vergangenen Tagen angetrieben. Der Dow-Jones-Index hatte zu Wochenbeginn ein neues Rekordhoch markiert. Jetzt gehe die Sorge um, dass das übertrieben gewesen sei und eine Korrektur drohe, sagte Stratege Jochen Stanzl von CMC Markets.

+++ 16.11. Wochenrückblick: Versicherungen und Banken in der EU gewinnen +++

Eine Woche nach dem Sieg von Donald Trump bei der Wahl zum US-Präsidenten zeigt sich deutlich, welche Branchen auf den jeweiligen Kontinenten gewonnen oder verloren haben. Beim europäischen Auswahlindex Stoxx 600 liegen Versicherungswerte am heutigen Mittwoch mit einem Plus von knapp acht Prozent seit Montag vergangener Woche vorn, gefolgt von Banktiteln, der Sub-Index hat 6,7 Prozent zugelegt. Rang drei geht an europäische Rohstoffaktien mit einem Plus von 6,5 Prozent. 4,8 Prozent verloren haben in diesem Zeitraum die Versorgeraktien, etwas weniger die Lebensmittelkonzerne. Deren Index im Stoxx 600 gab um 3,2 Prozent nach.

+++ 16.11. Wochenrückblick: In den USA profitieren die Pharmakonzerne +++

Ein ähnliches Bild wie beim Stoxx 600 zeigt auch der S&P 500. Im gleichen Zeitraum liegen Finanzwerte mit einem Plus von 11,05 Prozent vorn, Schlusslicht ist wie in Europa der Subindex mit Versorgeraktien (minus 4,3 Prozent). Doch auf Rang zwei liegen Industrieaktien (plus 6,1 Prozent), gefolgt von Pharmawerten, die 3,3 Prozent zulegen konnten.

+++ 15.11. Erster Bankenaufschwung gestoppt +++

Die vom Trump-Wahlsieg ausgelöste Rally bei Bankwerten hat am Dienstagmorgen ein vorläufiges Ende gefunden. Deutsche Bank und Commerzbank verloren am Dienstag zeitweise je bis zu 3,3 Prozent auf 14,82 und 6,96 Euro und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax. Händler führten das Minus darauf zurück, dass viele Anleger nach dem kräftigen Kursanstieg der Bankwerte in den vergangenen Tagen nun Kasse machten. „Man verabschiedet sich kurzfristig aus dem Markt und nimmt Gewinne mit.“ Die Aktien der Deutschen Bank hatten seit der überraschenden Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten rund 20 Prozent zugelegt, die Commerzbank hatte 13 Prozent gewonnen.

Der europäische Bankenindex büßte am Dienstag 0,6 Prozent auf 159 Zähler ein und war damit einer der wenigen Branchen-Verlierer in Europa. Die stärksten Einbußen verzeichneten die italienischen Häuser wie Unicredit, UBI Banca und Intesa Sanpaolo mit bis zu vier Prozent.

+++ 15.11. Immobilienwerte sind gefragt +++

Die Spekulationen in den vergangenen Tagen über eine durch „Trumponomics“ befeuerte Inflation und steigende Zinsen hilft offenbar den Immobilienwerten. Das sehne zumindest die Anleger so. Darüber hinaus hellten ermutigende Geschäftszahlen von Deutsche Wohnen die Branchenstimmung auf. Der Immobilienkonzern steigerte das Ergebnis aus dem Vermietungsgeschäft um fast ein Drittel auf 301 Millionen Euro und will eine höhere Dividende zahlen. Deutsche-Wohnen-Aktien stiegen daraufhin um 4,7 Prozent. Die Konkurrenten Vonovia, LEG, TAG, TLG und Patrizia gewannen bis zu 2,4 Prozent.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Das Trumpometer: Pharmakonzerne im Fokus"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
    Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
    Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

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