Händler in Frankfurt

Bis zu den 13.000er-Ständen aus dem Januar ist es noch ein langer Weg.

(Foto: ap)

Dax 19.04.2018 Die Erholung des Dax stößt an ihre Grenzen

Die bisherigen Quartalsberichte können sich zwar sehen lassen, doch der starke Euro wird immer deutlicher zum Problem für deutsche Konzerne.
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FrankfurtEuropas Anleger haben sich am Donnerstag zurückgehalten. Der Dax pendelte um sein Vortagsniveau, mühte sich erfolglos an der 12.600-Punkte-Marke ab. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex in Frankfurt 0,2 Prozent leichter bei 12.567 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,1 Prozent nach auf 3486 Zähler, der Dow Jones verlor in New York 0,6 Prozent. Am Mittwoch war der Dax zum ersten Mal innerhalb von zehn Wochen über die 12.600 Punkte gekommen, wenn auch nur kurzzeitig. Nachhaltige Vorstöße über die Hundertermarke scheiterten seitdem.

Mit unter 12.000 Punkten in den Monat gestartet, konnte die Frankfurter Benchmark im laufenden April 600 Punkte gut machen – rund fünf Prozent. Durch den starken Aprilhandel könnte der Dax den seit Anfang Februar anhaltenden Seitwärtstrend durchbrechen, doch dafür scheint aktuell der Schwung zu fehlen.

Die Bilanzsaison ist inzwischen angelaufen, fällt aber bisher gemischt aus. Während die durch Donald Trump initiierte Steuerreform die amerikanischen Konzernkassen klingeln lässt, belastet der starke Euro die deutschen Unternehmen immer deutlicher. Diese präsentieren zwar immer noch starke Zahlen, doch der Gegenwind vom Devisenmarkt wird kräftiger. So mussten Continental und Infineon ihre Jahresziele nach unten korrigieren, was die Aktionäre mit deutlichen Verkäufen bestraften.

Eine teure Heimatwährung ist vor allem für die Exportnation Deutschland ein Problem. Durch die Aufwertung verteuern sich die Ausfuhren der heimischen Unternehmen im Ausland. Das schlägt sich auch zunehmend in den Bilanzen der Konzerne nieder.

Die geopolitischen Störgeräusche hingegen treten langsam in den Hintergrund. Händler sprechen davon, dass diese verarbeitet seien. Syrien-Krieg und Nordkorea-Konflikt hatten die Börsianer im Frühjahr phasenweise verunsichert. Noch deutlicher zeigte sich die Brisanz der aktuellen politischen Situation – zumindest aus Sicht der Investoren – im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Im März hatten die Strafzölle, die die beiden weltgrößten Wirtschaftsnationen gegen den jeweils anderen verhängten, die Angst vor einem Handelskrieg geschürt, und die ohnehin schwankenden Kurse erneut gedrückt.

Hinzu kommt der Umbruch in der Geldpolitik der großen Notenbanken. Die US-amerikanische Federal Reserve hat die Normalisierung ihres Kurses längst eingeleitet, die Zinsen erhöht sie seit Dezember 2015 schrittweise. Sorgen bereitet den Anlegern aber der Gedanke, dass die Währungshüter die Schlagzahl der Zinsschritte weiter erhöhen.

Ein Umfeld hoher Zinsen übt tendenziell Druck aus auf die Aktienmärkte aus, da verzinste Anlageklassen wie etwa Anleihen rentabler werden. Dementsprechend hoffen die Börsianer auf weiterhin verhältnismäßig niedrige Zinsen.

Eine Verschärfung der Geldpolitik rückt auch bei der Europäischen Zentralbank immer näher. Im Gegensatz zur US-Wirtschaft befindet sich die Euro-Zone in einem früheren Punkt innerhalb des geldpolitischen Zyklus. EZB-Präsident Mario Draghi und anderen Ratsmitglieder hatten in den vergangenen Monaten erste Signale einer Straffung ihrer ultralockeren Gangart gegeben. Ihr im Herbst auslaufendes billionenschweres Anleihekaufprogramm wird die Zentralbank wohl nicht mehr verlängern.

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