Dax 21.09.
Finanzwerte geben dem Dax Auftrieb

Bei Handelsschluss kann der Dax ein leichtes Plus behaupten. Der Zinsentscheid der US-Notenbank macht Commerzbank und Deutsche Bank zu den Gewinnern des Tages. Die Rallye der Energieversorger hingegen kommt zum Erliegen.
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Frankfurt
Die US-Notenbank (Fed) hat die deutschen Anleger mit ihrem Zinsentscheid aus der Deckung gelockt. Der deutsche Leitindex schloss am Donnerstag mit einem Plus von 0,3 Prozent bei genau 12.600 Zählern. Die zweite Frankfurter Reihe, der MDax, legte um 0,5 Prozent zu auf 25.582 Punkte

Am Mittwochabend hatte Fed-Chefin Janet Yellen den anlaufenden Abbau ihrer Wertpapierbestände verkündet. Auch eine weitere Zinserhöhung für Ende des Jahres stellte sie in Aussicht. Die Fed werde nicht zulassen, dass der Markt überhitzt. „Yellen bezeichnete die tiefe Inflation in diesem Jahr als Rätsel und liefert damit fast schon eine Blaupause für Mario Draghi, es ihr gleich zu tun“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Mit der Aussicht auf eine Normalisierung der Geldpolitik hatten zuletzt nur noch wenige Börsianer gerechnet. Doch der „große Knall“ auf dem Frankfurter Parkett blieb aus. Lediglich Papiere aus dem Bankensektor waren wegen der gestiegenen Zinserwartungen besonders gefragt. Derzeit leidet die Branche wegen des aktuellen Niedrigzinsumfelds noch unter bröckelnden Zinserträgen. Die Commerzbank gewann 3,5 Prozent, die Deutsche Bank 2,7 Prozent.

Begünstigt wurden die Scheine der Commerzbank zudem durch Spekulationen über einen Zusammenschluss mit der französischen BNP Paribas. Das deutsche Finanzministerium betonte aber, derzeit keine Verhandlungen über einen Verkauf der Anteile zu führen. Die Papiere der Deutschen Bank wiederum erhielten Rückenwind durch eine revidierte Verkaufsempfehlung aus dem Hause HSBC.

Der Euro erholte sich etwas von seinen kräftigen Verlusten des Vortages und kostete zuletzt 1,1952 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch auf 1,2007 Dollar festgesetzt. In New York verzeichnete der Dow Jones nach einem Allzeithoch bei Börsenöffnung leichte Einbußen – das erwartete Anziehen der Zinspolitik sorgte jenseits des Atlantik für wenig Risikobereitschaft unter den Anlegern.

Von der anstehenden Bundestagswahl ließen sich die Anleger nicht aus der Ruhe bringen – „Der solide CDU-Vorsprung in den Umfragen, die Ähnlichkeit der politischen Linie der beiden großen Parteien sowie die Tatsache, dass von den Bundestagswahlen keine ernsthaften Zäsurrisiken ausgehen, sprechen sowohl gegen eine starke Reaktion der Börsen auf die Wahlergebnisse als auch gegen einen starken Anstieg der Nervosität unmittelbar vor der Wahl“, sagte Jördis Hengelbrock, Portfoliomanagerin bei Sal. Oppenheim.

Zugleich stellte sie die Frage, ob Wahljahre gute Börsenjahre sind oder nicht. Der Dax habe seit 1961 im Schnitt 8,3 Prozent zugelegt, in Bundestagswahljahren lag das Plus dagegen nur bei 1,6 Prozent. Während der deutsche Leitindex bei CDU-Siegen um 4,2 Prozent zulegte, rutschte er in Jahren mit SPD-Triumph sogar um 2,3 Prozent ab. Häufig seien jedoch schlicht internationale Krisen, für die die Bundespolitik nichts könne, mit den Wahlen zusammengefallen.

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  • Das alte Tier wurde wohl von einem NGO aus dem Wasser gezogen und zwangsweise nach Europa zurückgebracht. Wegen der ausweglosen Situation in Deutschland wollte es den Briten nach Asien hinterher schwimmen und ist wegen seines Alters abgesoffen. Ein Verlust-Albtraum dieser Dax.

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