Dax aktuell Dax schließt mit kleinem Plus

Die Anleger zeigten sich am Donnerstag mutig, über weite Strecken führte der Dax ein dickes Plus. Doch ab dem Nachmittag ging es bergab.
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„Stimmung am Aktienmarkt bleibt explosiv“

„Stimmung am Aktienmarkt bleibt explosiv“

FrankfurtEuropas Anleger haben sich am Donnerstag nur zu Teilen bewähren können. Mit deutlichen Aufschlägen gestartet, legten Dax und Co. im Handelsverlauf weiter zu. Zeitweise ging es in Frankfurt ein Prozent rauf, das am Vortag über's Parkett huschende Zinsgespenst konnte man in die Flucht schlagen. Doch am Nachmittag ließ der Schwung merklich nach. Gegen Ende rutschte der Dax gar ins Minus. Schließlich ging der Deutsche Aktienindex mit 12.346 Punkten zarte 0,1 Prozent fester in den Feierabend.

Sonderlich viel Boden konnten die Anleger heute nicht gutmachen – nach diesen turbulenten Februar-Tagen. Viel wichtiger dürfte aber sein, dass sich die Börsianer in einer viel stärkeren Verfassung zeigen als noch in der vergangenen Woche des Absturzes.

Die gestrige Ausgangslage war nämlich dieselbe, die zum Monatsanfang die Aktienkurse rund um den Globus abschmieren lassen hatte: Plötzlich war das Zinsgespenst zurück. Am Mittwochnachmittag hatten unerwartet hohe US-Inflationsdaten die Furcht vor einem zu schnellen Anstieg der Zinsen zurück aufs Parkett gespült, in Europa und den USA gerieten die Kurse erneut ins Trudeln. Doch am Ende erholten sich die Notierungen nicht nur, sondern wendeten ins deutliche Plus. Der Dax schloss 1,2 Prozent fester, der Dow Jones gewann ein Prozent hinzu. Der Spuk verlor seinen Schreck.

„Man hofft, dass es sich beim jüngsten Anstieg der Teuerungsrate um einen temporären Anstieg handelt und nicht um den Beweis, dass die Inflation nun nachhaltig anzieht“, begründete Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader den Optimismus der Börsianer.

Mit dem höheren Preisniveau wächst der Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen weiter anzuheben – und das in einem höheren Tempo als bisher. Genau das schreckt die Märkte auf, das billige Notenbankgeld befeuerte jahrelang die Aktienrally.

Die Fed hat die Normalisierung des niedrigen Zinsniveaus zwar längst eingeleitet, doch mit der Geschwindigkeit halten sich die Dollar-Hüter zurück. Dass eine allzu forsche Gangart die Konjunktur abwürgen kann, wissen die Dollar-Hüter. Viel schwieriger gestaltet sich die Zügelung aber im Bezug auf die Finanzmärkte.

Denn die reagierten bisher ziemlich sensibel auf bloße Anzeichen steigender Zinsen. Im schlimmsten Falle könnten instabile Finanzmärkte auf die Realwirtschaft abfärben. Dementsprechend vorsichtig agiert die Fed bei der Entwöhnung der Investoren. Im vergangenen Jahr hatte die Notenbank drei Zinsschritte gewagt, die Leitzinsen liegen nach der insgesamt fünften Erhöhung seit der Zinswende im Dezember 2015 bei 1,25 bis 1,5 Prozent.

„Die Reaktion auf die überraschenden Inflationsdaten ist ein gutes Zeichen, welches den einen oder anderen zum Aufbau von Aktienpositionen ermutigen dürfte“, erklärte Analyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Die entscheidende Frage, die sich Anleger stellen: Sind die Kursgewinne vom gestrigen Mittwoch bereits das Ende der Talfahrt, die Ende Januar 2017 begonnen hat? Oder nur eine Gegenbewegung, die schnell wieder endet?

Aus charttechnischer Sicht kann erst von einem Ende der Talfahrt gesprochen werden, wenn der deutsche Leitindex die Marke von rund 12.750 Punkten zurückerobert. Dort liegt unter anderem die für längerfristige Investoren wichtige 200-Tagelinie. Notiert der Dax oberhalb dieser Linie, gilt das als positives Zeichen – und umgekehrt.

Dass das Plus am Ende schmolz, lag aber nicht am Euro. Der wertete zwar um ein Drittel Prozent auf, zeitweise durchbrach er die 1,25-Dollar-Marke. Doch den ganzen Tag über führte der Devisenmarkt eine Euro-Aufwertung. Eine starke Gemeinschaftswährung hemmt den europäischen Aktienhandel tendenziell, verteuert sie doch die Produkte im Ausland.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank, die sich jeweils um 1,7 Prozent verteuerten. Im MDax legten die Airbus-Aktien 7,2 Prozent zu. Der europäische Flugzeugbauer hat den Gewinn trotz einer milliardenschweren Belastung für den Militärtransporter A400M fast verdreifacht. Zahlen präsentieren heute der schweizerische Nahrungsmittelriese Nestlé und der Augsburger Roboterhersteller Kuka Zahlen. Bei Kuka ist es die die erste Bilanz in chinesischem Besitz: Ende 2016 war der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea eingestiegen.

Lange Gesichter gab es dagegen beim Börsenneuling Instone, dessen Aktien zum Börsendebüt unter den Ausgabekurs von 21,50 Euro rutschten. Auch für die in der vorigen Woche an die Börse gekommenen Dermapharm-Aktien läuft es seither alles andere als rund. Am Donnerstag notierten die Aktien des Arzneimittelherstellers mit 26,81 Euro deutlich unter dem Ausgabekurs von 28 Euro.

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2 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax schließt mit kleinem Plus "

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  • Richtig Kloni aber die Tierquäler warten schon auf das Tier mit Spritzen werden sie wieder arbeiten um ihn dann wieder nach oben zu treiben.
    Herr Peter Spiegel
    15.02.2018, 14:10 Uhr
    Gott sei Dank, wäre schlimm wenn der Dachs dauer krank wäre, und nicht mehr aus seinem Bau kommt.

  • Gott sei Dank, wäre schlimm wenn der Dachs dauer krank wäre, und nicht mehr aus seinem Bau kommt.

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