Dax aktuell
Katalonien-Krise und Firmenbilanzen setzen Börsen zu

Am 30. Jahrestag des „Schwarzen Montag“ notiert der deutsche Leitindex schwächer. Der eskalierende Streit in Spanien ließ den DAX um 0,4 Prozent auf 12.990 Punkte abrutschen. Viele Anleger nahmen ihre Gewinne mit.
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FrankfurtDer eskalierende Streit zwischen Katalonien und der spanischen Zentralregierung hat am Donnerstag den europäischen Aktienmärkten den Wind aus den Segeln genommen. Enttäuschende Geschäftszahlen großer Konzerne taten ein übriges. Der Dax unterbrach seinen Rekordkurs und rutschte um 0,4 Prozent auf 12.990 Punkte ab, der EuroStoxx50 verlor ebenfalls etwa ein halbes Prozent.

Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen und sahen keine grundsätzliche Trendwende. „Einige Anleger machen Kasse“, sagte ein Händler. „Das war längst mal überfällig.“ Noch am Mittwoch war der Dax bis auf wenige Punkte an die 13.100er-Linie herangerobbt, während der Dow erstmals die 23.100er-Marke geknackt hatte. Seit Jahresbeginn hat der Dax über 13 Prozent und der Dow rund 17 Prozent gewonnen.

Die Regionalregierung in Barcelona ließ ein Ultimatum verstreichen, ohne sich klar zur Einheit Spaniens zu bekennen. Die Zentralregierung in Madrid will am Samstag die formelle Machtübernahme in der bislang autonomen Provinz einleiten. Der Leitindex der Börse Madrid gab knapp ein Prozent nach.

Unbeeindruckt davon stieg der Euro um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1850 Dollar. Dies verprellte ebenfalls Anleger. Denn auf dem Weltmarkt schmälert ein hoher Wechselkurs die Absatzchancen für europäische Unternehmen. Den Kursanstieg des Euro führten Händler auf Spekulationen auf eine nicht mehr ganz so üppige Geldflut durch die EZB zurück.

Im Dax fielen SAP nach enttäuschenden Quartalsergebnissen zunächst um bis zu 2,9 Prozent. Doch die Aussicht auf brummende Geschäfte im laufenden Quartal hievte die Aktien bis Handelsschluss um 0,6 Prozent ins Plus. Die in Amsterdam und London gelisteten Aktien von Unilever konnten sich dagegen nicht mehr erholen und schlossen über fünf Prozent im Minus, womit sie im EuroStoxx50 die rote Laterne hielten. Der Anbieter von „Langnese“-Eis und „Axe“-Deo führte das überraschend schwache Abschneiden im Quartal auf die Wirbelstürme in den USA zurück. Analysten konnten die Begründung nicht ganz nachvollziehen.

Besonders lange Gesichter gab es bei den Aktionären des Gabelstapler-Herstellers Kion, deren Aktien im MDax um mehr als 13 Prozent abstürzten. Kion hatte seine Jahresziele überraschend eingedampft. Ein fulminantes Comeback an die Frankfurter Börse feierten Varta: Die Aktien des Batterie-Herstellers debütierten bei 24,25 Euro, fast 40 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 17,50 Euro und beendeten den ersten Börsentag mit 20,05 Euro ebenfalls deutlich darüber.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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