Dax aktuell
Pro Sieben Sat 1 ohne Chef deutlich im Plus

Der Abtritt von Pro-Sieben-Sat-1-Chef Thomas Ebeling lässt die Anleger jubeln. Die Papiere des Dax-Konzerns legen um mehr als drei Prozent zu. Von den gescheiterten Jamaika-Gesprächen erholt sich der Leitindex schnell und schließt im Plus.
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FrankfurtDie Aussicht auf Neuwahlen im Bund hat die Anleger in Europa am Montag nicht verschreckt. Dax und Euro Stoxx 50 drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Der deutsche Leitindex schließt 0,5 Prozent im Plus bei 13.058 Punkten. Der Euro kostete mit 1,1740 Dollar wieder ungefähr so viel wie unmittelbar vor Abbruch der Gespräche über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen.

„Wir erwarten nicht, dass es zu einer veritablen politischen Krise beziehungsweise zu einem nachhaltigen Kurswechsel in der deutschen Politik kommt“, sagte Volkswirt Jan Bottermann von der Essener National-Bank. „Für die Märkte maßgeblich ist das gute internationale Umfeld, das der deutschen Wirtschaft auch weiterhin ein kräftiges Wachstum bescheren wird.“ Für den Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London wären Neuwahlen zudem nicht zwingend negativ. „Die Chancen stehen gut, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ein besseres Ergebnis erzielt, da die deutsche Wirtschaft seit der Wahl im September so stark boomt wie seit Jahren nicht mehr.“

Zu den Spitzenreitern im Dax zählte Pro Sieben Sat 1. Die Aktie des Fernsehkonzerns stieg um 3,2 Prozent. Auslöser der Rally sei der angekündigte Abgang des Firmenchefs Thomas Ebeling, schrieb Analyst Markus Friebel von Independent Research. „Zwar hat Ebeling Pro Sieben Sat 1 aus der schwersten Krise des Konzerns geführt, allerdings bekommt das Unternehmen seit 2016 immer mehr Schwierigkeiten. Zudem hat sich Ebeling mit einer abschätzigen Bemerkung über die TV-Zuschauer unhaltbar gemacht.“

Bei RWE löste das Aus für die Jamaika-Verhandlungen eine Erleichterungsrally aus. Dadurch verzögere sich die geplante Stilllegung von Kohlekraftwerken, sagte ein Börsianer. Gleichzeitig werde der Ausbau der Erneuerbaren Energien langsamer vorankommen. Der Versorger RWE produziert in Deutschland rund 60 Prozent seines Stroms in Kohle-Kraftwerken. Die Titel gewannen knapp drei Prozent. Der Windkraftanlagen-Bauer Nordex rutschte dagegen um rund vier Prozent ab. Der Solarindustrie-Zulieferer SMA Solar büßte 3,4 Prozent ein.

Die RWE-Aktien profitierten zusätzlich vom möglichen milliardenschweren Verkauf der Tochter Innogy an den italienischen Versorger Enel. Innogy-Titel legten rund ein Prozent zu, während Enel in Mailand kaum vom Fleck kamen.

In Amsterdam legten die Aktien von Altice rund fünf Prozent zu. Der niederländische Telekom- und Kabelkonzern erteilte Spekulationen um eine bevorstehende Kapitalerhöhung eine Absage. Außerdem dementierte er Gerüchte um Kreditprobleme. Das Unternehmen wolle seinen Schuldenberg durch Anteilsverkäufe abbauen. Durch Übernahmen in den USA und Europa hat Altice Verbindlichkeiten von knapp 50 Milliarden Euro aufgehäuft.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Je weniger in Berlin unter der dogmatischen Merkel entschieden wird, desto besser für die Wirtschaft.

  • Der tapfere Ritter Christian hat Deutschland vor der bösen Hexe Angela und ihren hinterhältigen grünen Zwergen bewahrt. Ich ziehe hochachtungsvoll meinen Hut vor ihm und seinen heldenhaften Mannen von der FDP und hoffe, dass Merkel und Seehofer endlich ihren Hut nehmen, um zu gehen.

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