Dax aktuell RWE-Titel verlieren mehr als zwölf Prozent

Aktienanleger haben sich vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank nicht aus der Deckung gewagt. Der Dax beendet den Handel mit einem Minuszeichen. Besonders hart traf es die Papiere der Energiekonzerne.
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Energieriesen im Sturzflug – Dax kaum in Bewegung

Energieriesen im Sturzflug – Dax kaum in Bewegung

FrankfurtWenige Stunden vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed steigt die Spannung an den internationalen Börsen. Viele Anleger wagten nicht, sich eindeutig zu positionieren. Der Dax verlor zum Handelsschluss 0,44 Prozent auf 13.125 Punkten.

Eine Zinserhöhung der Fed um einen Viertel Prozentpunkt auf 1,25 bis 1,5 Prozent gelte als abgemacht, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. „Viel interessanter wird deshalb die Reaktion der Notenbank auf die kommende Steuerreform in den USA. Ignorieren kann sie diese nicht mehr.“

Nach dem überraschenden Wahlsieg der oppositionellen Demokraten bei einer Nachwahl für den US-Senat stehe aber ein Fragezeichen hinter den Plänen des US-Präsidenten Donald Trump, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Mit nur einer Stimme Mehrheit im Senat wird die Umsetzung seiner Wahlversprechen mehr und mehr zum Drahtseilakt.“ Die Verunsicherung der Anleger drückte den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, bis zu 0,2 Prozent ins Minus. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro zeitweise auf 1,1766 Dollar.

Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets warnte vor überzogenen Erwartungen an den letzten großen Auftritt der Fed-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit im Februar ausläuft. Die Erfahrung zeige, dass die US-Notenbank selten Greifbares zur Geldpolitik bekanntgebe. „Ob das, was kommt, dann aber reicht, den nötigen Impuls für eine Weihnachtsrally zu liefern, darf deshalb bezweifelt werden.“

Auch beim Pfund Sterling drehte sich die Diskussion um die Leitzinsen. Börsianer rechneten zwar nicht damit, dass die Bank von England (BoE) den Schlüsselsatz am Donnerstag antastet. Angesichts der anziehenden Inflation könne sie aber baldige Erhöhungen signalisieren. Die britische Währung verteuerte sich am Mittwoch auf 1,3348 Dollar.

Am deutschen Aktienmarkt standen unter anderem die Papiere von Aurubis unter Verkaufsdruck und verloren zwischenzeitlich 3,2 Prozent. Die Kupferhütte habe zwar solide Quartalsergebnisse vorgelegt, urteilte Analyst Fawzi Hanano von der Berenberg Bank. Die Aussicht auf einen stagnierenden Vorsteuergewinn enttäusche aber. Zum Handelsschluss betrug das Minus noch 2,5 Prozent-

Die Titel von Innogy rutschten sogar um mehr als 13 Prozent ab. Die Ökostrom-Tochter des Versorgers RWE senkte ihr operatives Gewinnziel für 2017 auf 4,3 von 4,4 Milliarden Euro. Im Sog von Innogy bauten die Aktien von RWE ihre Verluste aus und gaben 12,5 Prozent nach. Eon-Titel büßten 4,6 Prozent ein.

Lufthansa-Aktien zeigten sich am Nachmittag sprunghaft, als die Nachricht die Runde machte, dass die Fluggesellschaft ihr Angebot zur Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki zurückgezogen hat. Als Grund dafür wurde die ablehnende Haltung der EU-Kommission aus wettbewerbsrechtlichen Gründen aufgeführt. Die Papiere tauchten kurz ins Minus ab, standen letztlich aber wieder mit einem halben Prozent im Plus.

Die Papiere von Inditex gewannen in Madrid dagegen drei Prozent. Unter anderem dank einer starken Nachfrage nach Winterkleidung steigerte die Mutter des Modehändlers Zara den Quartalsgewinn um sechs Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Die Aktien des Erzrivalen H&M stiegen in Stockholm um 1,4 Prozent.

An der Londoner Börse legten Dixons Carphone-Papiere sogar acht Prozent zu. Die Zahlen des britischen Elektronik-Händlers lägen zwar im Rahmen der Erwartungen, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. „Das Weihnachtsgeschäft scheint aber gut zu laufen mit Rekord-Umsätzen in allen Regionen.“ Außerdem kämen die angedeuteten Filialschließungen bei Anlegern gut an.

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