Dax aktuell Starker Euro drückt den Dax ins Minus

Für Reisende ein Grund zur Freude, für Dax-Anleger ein Ärgernis: Der starke Euro verteuert Exporte und drückt so auf die Gewinne hiesiger Unternehmen. Der Leitindex bleibt während des gesamten Handelstags im Minus.
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„Der starke Euro müsste eigentlich zu noch größeren Verlusten führen“

„Der starke Euro müsste eigentlich zu noch größeren Verlusten führen“

FrankfurtDer Höhenflug des Euro hat Europas Aktienmärkte am Montag erneut ausgebremst: Den vierten Handelstag in Folge ging es mit dem Dax bergab. Er verlor zum Handelsschluss 0,3 Prozent auf 13.200 Zähler. Der Euro Stoxx 50 notierte kaum verändert bei 3616 Zählern. Die Gemeinschaftswährung kostete zeitweise mit 1,2275 Dollar so viel wie seit Dezember 2014 nicht mehr. Damit verteuern sich die Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt, was deren Gewinnaussichten schmälert. Im Gegenzug werden für Anleger außerhalb der USA Rohstoffe günstiger, da sie in Dollar gehandelt werden. Allerdings waren die Umsätze mau. Denn es fehlten die US-Anleger, da die Wall Street wegen des Martin-Luther-King-Days geschlossen war.

Die aktuelle Euro-Stärke sei nur zum Teil eine Folge der Spekulationen auf eine Fortsetzung der großen Koalition in Deutschland und eine nahende Straffung der Geldpolitik durch die EZB, erläuterte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Sie sei vor allem der Schwäche des Dollar geschuldet, der unter der US-Steuerreform leide. Diese verhelfe zwar den New Yorker Börsen zu immer neuen Rekorden. „Aber sie ist nicht Dollar-positiv, denn sie wird nicht als fundamentale Stärkung der US-Ökonomie empfunden.“ Die US-Steuersenkungen werden größtenteils auf Pump finanziert.

Am Rohstoffmarkt zogen die Preise für Gold und Industriemetalle wie Zink an. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold verteuerte sich um 0,5 Prozent auf ein Vier-Monats-Hoch von 1344,44 Dollar. Zink kostete mit 3440 Dollar je Tonne zeitweise so viel wie zuletzt vor zehneinhalb Jahren.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee lag zeitweise mit 70,03 Dollar je Barrel (159 Liter) nur knapp unter dem Zweieinhalb-Jahres-Hoch aus der Vorwoche. Die steigende Ölförderung in den USA löst jedoch Skepsis über die weitere Preisentwicklung aus, so dass der Preis bei allerdings feiertagsbedingt geringen Umsätzen unter die 70-Dollar-Marke rutschte.

Auf und Ab ging es mit dem ebenfalls in Dollar gehandelten Bitcoin: Die Cyber-Devise verbilligte sich zeitweise auf weniger als 13.300 Dollar, lag am Nachmittag aber wieder über 14.000 Dollar. Der „Financial Times“ zufolge verweigern britische Banken Hypotheken, wenn Kunden Gewinne aus der Spekulation mit virtuellen Währungen als Eigenanteil einbringen wollen. Gründe für die Zurückhaltung der Institute seien die Furcht vor Geldwäsche und fehlende Richtlinien.

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Im Dax führte ProSiebenSat.1 die Gewinnerliste mit einem Plus von 2,2 Prozent an. Die Aktien des Medienkonzerns hatten 2017 die rote Laterne im Dax gehalten und nun deckten sich einige Anleger günstig ein, wie ein Händler erläuterte. Parallel dazu machten die Investoren bei Lufthansa, dem Vorjahresliebling der Börse, Kasse. Die Aktien rutschten um knapp vier Prozent ab und damit ans Dax-Ende.

Im MDax standen die Metro-Papiere mit einem Minus von knapp zwei Prozent auf den Verkaufslisten. Der Handelsriese enttäuschte die Anleger mit einem fast stagnierenden Weihnachtsgeschäft.

In Wien waren Zumtobel-Titel mit einem Plus von zeitweise rund vier Prozent gefragt. Der Leuchtenhersteller steuert auf einen Führungswechsel zu.

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