Dax am 12. Dezember 2017

Anleger wagen sich aus der Deckung

Anleger träumen von einer Weihnachtsrally, doch der Dax kommt nicht in Fahrt. Vor den letzten Höhepunkten des Jahres, der Fed- und EZB-Sitzung, kämpft er sich am Dienstag auf den besten Schlusskurs seit einem Monat.
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FrankfurtZu Weihnachten wünschen sie sich so sehr eine Jahresendrally, doch langsam läuft den europäischen Anlegern die Zeit davon. Seit mehr als einem Monat nun pendelt der Dax um die 13.000-Punkte-Marke. Im besten Falle stand er knapp 200 Punkte drüber, im schlechtesten 200 drunter. Neidvoll blickt man nach New York, wo die Herbst-Rally nie aufgehört hat. Den eigenen Tritt aufs Gas aber scheuen die hiesigen Investoren. Daran änderte sich über weite Strecken auch am Dienstag nichts.

Doch im Späthandel kam Schwung in die Sache, der schwache Euro stützte den Dax. Die Gemeinschaftswährung wertete mit 0,4 Prozent deutlich ab auf 1,1720 Euro. Am Ende ging der Deutsche Aktienindex ein halbes Prozent fester aus dem Handel bei 13.168 Punkten – der höchste Schlusskurs seit einem Monat. Der Euro-Stoxx-50 legte 0,3 Prozent zu auf 3594 Zähler. Damit zeigten sich die Anleger kurz vor den letzten Höhepunkten des Jahres zuversichtlich.

Die letzte Chance und gleichzeitig große Hoffnung des Jahres auf dem europäischen Parkett: Die Dezember-Sitzungen der wichtigsten Notenbanken. Federal Reserve, Europäische Zentralbank und Bank of England geben am morgigen Mittwoch und Donnerstag die letzten Beschlüsse des Jahres bekannt. Sollte es hier zu Überraschungen kommen, könnte es mit der Weihnachtsrally doch noch was werden.

Auf dem Parkett rechnet man mit dem nächsten Zinsschritt der US-Notenbank, es wäre die dritte Erhöhung, die die Fed 2017 vornimmt und die wohl letzte Aktion der scheidenden Chefin Janet Yellen. Im Februar 2018 übernimmt Jerome Powell das Steuer, der aktuell Mitglied des Direktoriums der Notenbank ist.

Noch gibt der den Republikanern zugewandte Währungshüter der Finanzwelt Rätsel auf, seinem bisherigen Abstimmungsverhalten zufolge dürften seine Ansichten aber nicht so weit weg von denen Janet Yellens liegen, die eine tendenziell lockere Geldpolitik vertritt – im Fachjargon Taube genannt. In einer ersten Senatsanhörung hatte Powell die Notwendigkeit einer agilen und flexiblen US-Notenbank betont.

Die EZB wird aller Wahrscheinlichkeit ihr Instrumentarium nicht anrühren, hatte sie doch erst in der vergangenen Ratssitzung Ende Oktober das billionenschwere Anleiheprogramm verlängert, aber zurückgefahren – Experten sahen darin einen ersten Schritt hin zu einer Normalisierung der aktuell extrem lockeren Geldpolitik. Entscheidend wird sein, was EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz in Frankfurt am Donnerstag in die Blöcke der Journalisten diktiert.

Wie schätzen die Währungshüter den Inflationsausblick ein? Im besten Falle gibt der Italiener Hinweise für den mittelfristigen Kurs seines Hauses. Eine forsche Gangart könnte die Märkte aufschrecken, dass ist den für ihre Vorsicht bekannten europäischen Zentralbankern bekannt.

Den heutigen Dienstag verbrachten die Anleger mit warten, der Kalender war schlecht bestückt. An der Konjunkturfront ist höchstens der ZEW-Index von Interesse. Die Umfrage unter institutionellen Anlegern zeigt, wie es um die Stimmung der Börsianer bestellt ist. Und wie von Experten erwartet, trübten sich die starken Zahlen des Mannheimer Forschungsinstituts leicht ein. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen der Börsenprofis gab im Dezember 1,3 Punkte nach auf 17,4 Zähler, die aktuelle Situation hingegen verbesserte sich etwas. „Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft für die nächsten sechs Monate ist insgesamt unverändert positiv“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

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  • Heute konnten sie ein Schnäppchen mit der Hanse Yachts AG machen. Die Aktie ist aus irgend einem Grund um ca 18% gefallen und zieht derzeit wieder an. Da kann man schon mal einen Trinken...

  • Richten oder anrichten?

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