Dax am 14. November 2017
Die 13.000-Punkte-Marke als Ehrensache

Erst trieb ein starkes deutsches BIP den Dax ins solide Plus, dann nahm ihm ein starker Euro jeglichen Schwung. Egal, wie gut die Konjunkturdaten sind: Die Angst vor einer Korrektur geht um. Immerhin hielt die 13.000.
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FrankfurtNach dem Husarenritt des Dax mehren sich die Unkenrufe, die vor einer baldigen Korrektur warnen. Innerhalb von zehn Wochen war der Deutsche Aktienindex um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Den Gipfel der Rally erreichte er vergangene Woche mit einem Allzeithoch von 13.526 Punkten. Ein wahrlich goldener Herbst. Doch danach geriet der Motor ins Stocken. Die Rekordjagd war kräftezehrend, die Bilanzsaison konnte den Schwung nicht aufrechthalten. Es folgten fünf Verlusttage hintereinander. Und weil der Dax am gestrigen Montag zum ersten Mal seit drei Wochen unter die 13.000-Punkte-Marke gefallen war, nimmt der Druck auch von psychologischer Seite aus zu.

Am Dienstag wagten Anleger einen Befreiungsschlag – und scheiterten. Mit einem starken deutschen Wirtschaftswachstum im Rücken, kletterte der Dax am Morgen rauf bis auf ein Plus von 0,5 Prozent. Doch mäßig angenommene Quartalszahlen und ein starker Euro auf dem Devisenmarkt raubten dem Handel den Schwung. Der Dax drehte und kämpfte mit Verlusten. Und mit einer schwachen Wall Street im Nacken ging es weiter runter. Plötzlich stand der Dax genau auf der 13.000-Punkte-Marke. Doch preis gaben sie die Anleger nicht – ein moralischer Sieg. Am Ende ging die Frankfurter Benchmark mit 13.033 Punkten 0,3 Prozent tiefer aus dem Handel.

Inmitten der vorsichtigen Stimmung kamen die Signale von der Konjunkturfront gerade recht. Dass Deutschlands Wirtschaft boomt, ist keine wirkliche Neuigkeit. Der Ifo-Geschäftsklima-Index war im Oktober auf ein Rekordhoch geklettert, der Ausblick bleibt blendend. Neu sind die frischen Zahlen zum Wirtschaftswachstum.

Wie das statistische Bundesamt am Dienstag bekannt gab, stieg das Bruttoinlandsprodukt von Juli und September um 0,8 Prozent. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Aufs Jahr gerechnet ergibt sich damit ein BIP-Plus von 2,0 Prozent. „Derzeit scheint kaum ein Wölkchen den Konjunkturhimmel zu trüben“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel.

Die zu Alpinisten umgeschulten Anleger haben aktuell aber ein anderes Bergsteiger-Problem als das Wetter: Die dünne Luft. Denn nach einer Reihe historischer Höchststände ist die Akklimatisierung noch im vollen Gange. Nicht wenige Analysten sehen die Gefahr einer Korrektur. Optimisten sprechen davon, dass vor einer Jahresendrally erstmal die „zittrigen Hände“ aus dem Markt müssten, ehe es weiter raufgehe. Aktuell jedenfalls gehen die Signale in die andere Richtung.

Für Gegenwind sorgte vor allem der Devisenmarkt. Dort wertete der Euro stark auf und verteuerte sich mit 1,1762 Dollar um 0,8 Prozent. Händler vermuteten aber nicht die Geldpolitiker-Konferenz als Auslöser, zu der EZB-Präsident Mario Draghi die wichtigsten Währungshüter nach Frankfurt einlud. Sondern das überraschend starke Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik.

„Eine Rally im Euro ist das letzte, was der Dax nach der Schwäche der vergangenen Tage gebrauchen kann“, warnte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. Ein starker Euro belastet das Exportgeschäft europäischer Firmen, verteuert er doch die Ausfuhren. Nicht nur der Dax, auch der Euro-Stoxx-50 wendete ins Minus. Mit 0,5 Prozent deutlicher als sein Frankfurter Pendant.

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  • Nach dem Husarenritt des Dax mehren sich die Unkenrufe wie das Tier in übelster Weise missbraucht wird. Wie kann man den Dax reiten lassen obwohl er mit Morphium behandelt würde ?

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