Dax am 16.01.2018 Wenn der Schwung nicht bis zum Schluss hält

Der Dow Jones knackte erstmals die 26.000, doch auch in Frankfurt war die Stimmung am Dienstag gut. Bis zur Dax-Bestmarke fehlten zeitweise knapp 170 Zähler. Doch am Ende ging den europäischen Anlegern die Luft aus.
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„Euro hat gelitten“ – Dax schließt im Plus

„Euro hat gelitten“ – Dax schließt im Plus

FrankfurtEuropas Anleger haben sich am Dienstag in guter Laune präsentiert. Ohne Unterstützung aus den USA hatte es gleich im Frühhandel ein dickes Plus gegeben, das Dax und Euro-Stoxx weiter ausbauen konnten. Zeitweise notierte das Marktbarometer der Bundesrepublik mehr als ein Prozent fester. Während die Wall Street ihren inzwischen zum Standard gewordenen Dreifach-Rekord mit einem Dow-Sprung über die 26.000-Punkte-Marke garnierte, ließ der europäische Handel am Nachtmittag aber nach.

Am Ende notierte der Deutsche Aktienindex bei 13.246 Zählern und damit 0,4 Prozent fester. Bis zum Rekordhoch von 13.525 Zählern aus dem November fehlen damit knapp 280 Punkte oder 2,1 Prozent. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit 3617 Zählern 0,2 Prozent fester. Am Ende eines interessanten Dienstagshandels sollten die Experten Recht behalten. Sie sprachen von Nervosität auf dem Parkett.

Denn während auf der eine Seite Konjunkturoptimismus, die laufende Bilanzsaison sowie die weltweit starken Aktienmärkte mit den New Yorker Börsen an der Spitze für Rückenwind sorgen, drückt der immer weiter aufwertende Euro auf das Gemüt der europäischen Investoren. Am Dienstagmorgen erst war die Gemeinschaftswährung auf ein Drei-Jahres-Hoch von 1,23 Dollar geklettert.

Eine teure Heimatwährung ist dem Aktienmarkt deswegen abträglich, weil sie die Preise der Exporte im Ausland erhöht, was ein Wettbewerbsnachteil ist. Vor allem die traditionell exportorientierte Wirtschaft der Bundesrepublik reagiert daher sensibel auf den steigenden Devisenkurs. Klettert der Euro weiter, sehen Beobachter mittelfristig die 13.000-Punkte-Marke in Gefahr.

Pünktlich zum europäischen Frühhandel hatte der Euro seine Aufwertung unterbrochen und verbilligte sich gegen den Trend. Händler sahen darin die treibende Kraft hinter der heutigen Kauflaune. Doch obwohl die Gemeinschaftswährung im Handelsverlauf relativ schwach blieb und sich nicht mehr großartig bewegte, verlor der Aktienhandel in Europa ab dem Nachmittag an Schwung. Der Euro notierte bei 1,2229 Dollar und damit ein 0,3 Prozent tiefer als am Montag.

Im Fokus standen am Dienstag die Inflationszahlen für die Bundesrepublik. Höhere Kosten für Energie und Lebensmittel haben die deutschen Verbraucherpreise 2017 so kräftig steigen lassen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit eine Schätzung von Ende Dezember bestätigte.

Das ist der stärkste Anstieg seit 2012 mit damals 2,0 Prozent. 2016 betrug die Inflationsrate 0,5 Prozent und 2015 nur 0,3 Prozent. Damit nähert sich die Teuerungsrate der Zielmarke der Europäischen Zentralbank, die einen Wert nahe, aber unter zwei Prozent um die Preise stabil zu halten. Im Dezember hatte die Preissteigerung bei 1,7 Prozent gelegen. Damit nimmt der Druck auf die Währungshüter rund um EZB-Chef Mario Draghi zu.

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