Dax am 17. Oktober 2017
Dax geht am Ende die Puste aus

Schwach gestartet schlug sich der Dax am Dienstag lange Zeit tapfer. Mit der 13.000-Punkte-Marke im Rücken wagten die Anleger einen Angriff auf die Bestmarke. Das Unternehmen schlug fehl – am Ende bleibt ein Minus.
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FrankfurtAm Ende hatten sie zu viel gewollt. Die Anleger zeigten sich am Dienstag mutig, hielten den Dax nach verschlafenem Handelsstart im gesamten Handel über der 13.000-Punkte-Marke. Ehe sie im Späthandel die Bestmarke in Angriff nahmen. Das misslang – und hatte seinen Preis. Der Dax schloss mit 12.995 Punkten und damit 0,1 Prozent tiefer. Zum am Freitag erreichten Rekordhoch von 13.037 Zählern fehlten zwischenzeitlich keine drei Punkte.

Gestern war es den Börsianern erstmals – seit dem historischen Sprung über die 13.000 am Donnerstag – gelungen, den Meilenstein in den Feierabend zu retten. So weit oben werden die Schritte nun kleiner. Es scheint, als müssten sich die Börsianer ähnlich dem Bergsteiger, der den Everest besteigen will, erst an die Höhenluft gewöhnen. Die Akklimatisierung zeigt sich in einem engen Handel mit gelegentlichen Ausbrüchen. Am Nachmittag entwickelte sich überraschenderweise Schwung in Frankfurt. Inspiriert von der Wall Street, wo der Dow Jones erstmals in seiner Geschichte die 23.000-Punkte-Marke knackte, testeten die Dax-Anleger das Gipfel-Terrain. Für mehr als einen Test reichte es zur Wochenmitte nicht.

Viele Börsianer sprachen von einem „Käufer- und Verkäufer-Streik“: „Offensichtlich haben viele Angst, die Party zu früh zu verlassen“, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensberater QC Partners. „Gleichzeitig gibt es jenseits der 13.000 Punkte aktuell kaum noch Käufer.“ Vom unerwartet geringen Anstieg der Konjunkturerwartungen der vom Mannheimer ZEW-Institut befragten Anleger und Analysten zeigten sich die Börsianer relativ unbeeindruckt. Vor dem Hintergrund der auf Rekordniveau liegenden Aktienmärkten sei das aber schon überraschend, erklärte Helaba-Analyst Patrick Boldt.

Die angelaufene Bilanzsaison sorgt derzeit noch nicht für zusätzlichen Schwung. „Fallende Unternehmensgewinne oder ein schwaches Gesamtbild beim Ausblick wären für den Markt sicherlich ein Problem“, sagte Markus Huber, Händler beim Broker City of London. Das Hauptaugenmerk liege aktuell auf Goldman Sachs und Morgan Stanley, die noch vor Handelsbeginn in New York ihre Zahlen vorlegen wollten.

Viele Händler sehen auch in der unsicheren Entwicklung in Spanien einen Hemmschuh. „Solange die Zukunft von Katalonien nicht geklärt ist, bleibt es schwierig für die europäischen Märkte“, sagte ein Händler. In Madrid gab der Leitindex wieder 0,5 Prozent nach. Das Oberste Gericht des Landes ordnete am Montag die Festnahme von zwei führenden Separatisten an. Bis Donnerstag hat Katalonien Zeit, der Regierung in Madrid ihre Haltung zur Unabhängigkeit eindeutig klarzustellen. Auf den Handel wirkt sich das Autonomie-Bestreben der Katalanen deswegen so problematisch aus, weil es neben kurzfristigen wirtschaftlichen Turbulenzen Sorgen schürt vor einer grundlegenden Destabilisierung der Europäischen Union.

Der Streit um Katalonien belastete auch wieder den Euro. Allerdings war die Gemeinschaftswährung auch wegen Spekulationen auf eine härtere Gangart der Fed nach einem möglichen Wechsel an der Spitze der US-Notenbank unter Druck. Medienberichten zufolge soll Donald Trump von dem Stanford-Ökonomen John Taylor sehr beeindruckt sein, der für eine straffere Geldpolitik einsteht. Der Euro verlor einen halben US-Cent auf 1,1755 Dollar.

Von Konjunkturseite kam kein neuer Dreh für den Devisenmarkt. Die endgültigen Verbraucherpreise aus der Euro-Zone verharrten für den September bei den erwarteten 1,5 Prozent. Für Deutschland hatte die Inflation im Herbstmonat bei 1,8 Prozent gelegen. Die Zahlen sind deswegen so wichtig, weil die europäische Zentralbank EZB ihre Geldpolitik stark an der Teuerungsrate orientiert. Die Währungshüter peilen eine Inflation von knapp unter zwei Prozent an, von denen man aktuell weit entfernt ist, weswegen die EZB einen sehr expansiven Kurs fährt.

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Goldman rauf, Morgan Stanley runter

Kommentare zu " Dax am 17. Oktober 2017: Dax geht am Ende die Puste aus"

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  • Das Unternehmen schlug fehl, das geht aber schnell, das Dope ist alle und der Dax hat keine Puste mehr. Hört sich an, wie ein Araber in den Alpen.

  • DAX AKTUELL
    Dax wagt Angriff auf Allzeithoch
    Datum:
    17.10.2017 15:47 Uhr

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    Ein Hundebesitzer hält seinem Hund den Stock hin, kommt der Hund und springt dann geht der Besitzer mit dem Stock immer höher und will dass der Hund immer höher springt !

    Eines Tages springt der Hund mit richtig viel Schwung und haut sich den Stock auf die eigene schnauze !!!

    Beim DAX hat es momentan die gleiche Tendenzen !

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