Dax am 20. Oktober 2017
Er kommt nicht vom Fleck

Ein schwacher Euro und Trumps Steuerreform sorgten für eine Angriffslaune, die keinen Mittag lang hielt. Am Ende war die Luft schnell raus. Der Dax kam da an, wo er schon am Vortag endete: Unter der 13.000-Punkte-Marke.
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FrankfurtEin Punkt. Nach mehr als acht Stunden freitäglichen Handels kam der Dax auf eine Entwicklung von einem Punkt. Es war wie so oft in den vergangenen Tagen ein Tanz um die 13.000-Punkte-Marke. Der Handel begann tapfer, zeitweise kam der Leitindex bis auf 30 Punkte ran an seine Bestmarke von 13.095 Punkten. Doch der Rückenwind aus Amerika und vom Devisenmarkt verpuffte schnell. Am Ende schloss der Dax minimal fester bei 12.991 Punkten. Der paneuropäische Euro-Stoxx-50 schloss 0,1 Prozent höher bei 3605 Zählern. In New York legte der Dow-Jones-Index 0,3 Prozent zu und erreichte mit 23.282 Punkten einen erneuten Rekord.

Auf dem Parkett dort honorierte man die Fortschritte der trump'schen Steuerreform, die Konjunkturoptimismus verbreiteten. „Es geht voran mit der US-Steuerreform“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Mit der Zustimmung für einen Entwurf der sogenannten Haushaltsresolution sei US-Präsident Donald Trump den geplanten Steuersenkungen einen großen Schritt nähergekommen. „Das ist ein großer Schritt in Richtung Steuersenkungen, da die Republikaner das Budget nun ohne Unterstützung der Demokraten verabschieden können“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital.

Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Es sei alles andere als sicher, dass US-Präsident Donald Trump die Unterstützung sämtlicher republikanischer Senatoren für seine geplanten Steuersenkungen erhalten werde.

Das Steuersenkungsprogramm für Unternehmen ist eines der entscheidenden Faustpfänder, die Donald Trump in der Finanzwelt hat. Sein Amtsantritt im November war der Startschuss für eine echte Aktienrally. War der Polit-Quereinstieger erst mal gewählt, setzten die Börsianer voll und ganz auf dessen große Ankündigungen, die Wirtschaft weiter anzukurbeln.

Freilich hat die mit Unterbrechungen bis heute andauernde Rekordjagd auch andere Gründe, etwa die nicht zu strikte Geldpolitik der Fed, einen schwachen Dollar und starke Zahlen der Konzerne. Trump hingegen fiel im Laufe des Jahres als Kurstreiber aus, die groß angekündigten Versprechungen lassen auf sich warten. Nichtsdestotrotz ruhen immer noch Hoffnungen auf Impulse aus dem weißen Haus, wie der heutige Rückenwind nach Fortschritten in der Steuerreform einmal mehr zeigte.

Die neue Entwicklung in Washington schlug sich noch mehr als in Aktien auf dem Devisenmarkt nieder. Dort verlor der Euro deutliche 0,6 Prozent und notierte mit 1,1780 knapp unter 118-Cent-Marke. Eine schwache Gemeinschaftswährung gibt den europäischen Börsen gemeinhin Schwung, sorgt sie doch für Wettbewerbsvorteile auf dem globalen Absatzmarkt. Die deutsche Wirtschaft mit ihrer traditionellen Exportorientierung gehört bei einer Abwertungen zu den größten Profiteuren. Vor dem Wochenende zeigten sich die Anleger aber wenig angriffslustig, der Effekt verpuffte. Doch warum fällt der Euro, wenn in den Vereinigten Staaten eine Steuerreform näher rückt?

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Ein Spagat der Notenbanken

Kommentare zu " Dax am 20. Oktober 2017: Er kommt nicht vom Fleck"

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  • Heute konnte man wieder was schnappen, Evotec z.B. wegen der bösen Krise.
    Daß der arme magere Dax nicht vom Fleck kommt ist doch völlig klar, nach den Selbstmordversuch von gestern. Ich fordere einen Sozialarbeiter für das im Elend lebende Tier.

  • G. Nampf@Etwas weniger Alkohol un d Du bleibst oben am Rand.
    Wir tanzen auf dem Vulkan.
    Immer höher immer näher am Kraterrand.
    Bis wir hineinfallen.



  • Wir tanzen auf dem Vulkan.

    Immer höher immer näher am Kraterrand.

    Bis wir hineinfallen.

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